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Zünden die Chinesen im Handelskrieg ihre atomare Option?

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Liebe Leser,

die Preise für Rohstoffe entwickeln sich im Spiel von Angebot und Nachfrage. Dass die Nachfrage in den letzten beiden Dekaden zu einem sehr großen Teil von China bestimmt wird, hat sich unter den Anlegern längst herumgesprochen. Weniger bekannt und bewusst ist die dominante Stellung, die das Reich der Mitte auch auf der Angebotsseite einnimmt.

Sie könnte schon bald nachdrücklich in den Fokus der Anleger drängen, denn die Regierung in Beijing könnte versucht sein, ihre beherrschende Stellung bei einzelnen Rohstoffen im Handelskonflikt mit den USA als Waffe einzusetzen. Es wäre nicht das erste und wohl auch nicht das letzte Mal, dass diese Waffe in internationalen Konflikten zum Einsatz kommt.

China hat seine Rohstoffmacht im Jahr 2012 im Konflikt mit Japan bereits als Waffe eingesetzt, als es seinerzeit keine der seltenen Erden mehr nach Japan lieferte. Weil andere Länder von dem Boykott nicht betroffen waren, bezog Japan die für seine Wirtschaft wichtigen seltenen Erden daraufhin zum Teil auch aus Deutschland.

Derartige Umwege könnten auch in Zukunft wieder zu machen sein, sollte China mit seinem Bannstrahl wieder nur einzelne Länder treffen. Vor ganz andere Probleme würde die Weltwirtschaft jedoch gestellt, wenn auch derartige Ausweichmanöver verhindert werden sollen und ein genereller Ausfuhrstopp beschlossen wird.

Ein genereller Exportstopp würden alle Länder treffen

So selten wie es der Name vermuten lässt, sind die seltenen Erden zwar nicht, aber ihr Abbau ist auch für Rohstoffverhältnisse ein schmutziges Geschäft und in vielen Ländern sind die Vorkommen so gering, dass ein wirtschaftlicher Abbau kaum möglich ist. Eine Konsequenz dieser Ausgangslage ist, dass knapp 90 Prozent aller seltenen Erden derzeit in China gefördert werden.

Weil diese Metalle aus unseren modernen Produktionsketten nicht mehr wegzudenken sind, ist der Hebel, den die chinesische Regierung hier in der Hand hat, ein gewaltiger. Wird er in Bewegung gesetzt, dürften die Auswirkungen einer wirtschaftlichen Vollbremsung gleichkommen. Dies vor allem dann, wenn der chinesische Exportstopp nicht nur die USA, sondern auch alle anderen Länder betrifft, weil eine Umgehung des Boykotts durch die Vereinigten Staaten verhindert werden soll.

Es liegt auf der Hand, dass China damit auch seine Beziehungen zu anderen Staaten belasten würde. Der Einsatz dieser Waffe im Handelskrieg will deshalb gut überlegt sein. Auf der anderen Seite hat China den USA bereits unverhohlen mit einem Stopp der Lieferung von seltenen Erden gedroht.

Sollte Donald Trump diese Warnung auf die leichte Schulter nehmen und ignorieren, könnte die Situation leicht eskalieren. Denn wenn die Chinesen das Gefühl haben, gegenüber den USA bzw. der Weltöffentlichkeit ihr Gesicht zu verlieren, könnten den Worten auch dann die entsprechenden Taten folgen, wenn die langfristigen Folgen selbst für das Reich der Mitte keine guten sind.




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