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Zinssenkung der US-Zentralbank vielleicht schon im Juli

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Am 19. Juni 2019 hat der Offenmarktausschuss der US-Zentralbank (FOMC) entschieden, den Leitzins unverändert in einer Bandbreite von 2,25 – 2,50 % zu halten.

Die Entscheidung, die Zinsen nicht zu verändern, war keine Überraschung. Bedeutsam ist allerdings, dass die neuen Zinsprognosen der Fed nun baldige Zinssenkungen wahrscheinlicher gemacht haben.

Mittlerweile sehen 9 Mitglieder des FOMC den Bedarf für bis zu zwei Zinssenkungen bis Ende 2020. Im März teilten nur sieben FOMC-Mitglieder diese Einschätzung.

Die entscheidende Frage ist nun: Wann werden die Zinsen gesenkt?

Fed unter Druck

Die Fed steht unter Druck, seit US-Präsident Donald J. Trump bereits mehrfach die US-Geldpolitik als zu strikt angeprangert hat (2020 ist Wahljahr!) und auch die Besorgnisse zunehmen, eine Verschärfung des Handelsstreites zwischen den USA und China (der in Wahrheit natürlich viel mehr ist als nur ein Handelsstreit) könne die Konjunkturen belasten.

Unaufgeregt betrachtet empfehlen die derzeitigen „harten“ US-Konjunkturdaten aber keine Zinssenkung.

Die Fed-Entscheider werden daher vermutlich von nun an nach Gründen suchen, die Zinssenkungen rechtfertigen – und man wird sie entweder finden; und sollte die Datenlage es nicht hergeben, wird man sich vermutlich auf wachsende Sorgen um eine mögliche Konjunkturverlangsamung berufen.

Selbst ein Beilegen der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China wird die Neigung der Fed, die Zinsen bald zu senken, vermutlich nicht außer Kraft setzen, sondern nur den Zeitpunkt der Zinssenkung etwas weiter in die Zukunft verschieben.

Abwertungswettlauf

Die nächsten drei Fed-Treffen in diesem Jahr sind: 30. – 31. Juli, 17. – 18. September und 29. – 30. Oktober. Auch wenn dafür noch eine gehörige Portion Spekulation erforderlich ist: Wir denken, die erste Zinssenkung könnte bereits im Juli, spätestens aber im September erfolgen, und der Zinssenkungszyklus, der nunmehr in Aussicht gestellt ist, führt zu einer Absenkung des Leitzinses um mindestens 1 Prozentpunkt.

Das wird insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck setzen: Sinken die US-Zinsen, wird das tendenziell Aufwertungsdruck auf den Euro ausüben – der aber derzeit von den EZB-Räten ganz und gar nicht gewünscht ist.

EZB-Präsident Mario Draghi hat bereits angedeutet, die Euro-Zinsen noch weiter abzusenken, und die EZB könnte sogar wieder Anleihen kaufen (das heißt neue, aus dem Nichts geschaffene Euro in Umlauf bringen).

Die EZB wird aus unserer Sicht daher vermutlich sehr bald – vielleicht schon im Juli oder August – den Einlagenzins weiter absenken (von derzeit -0,40 Prozent um 0,1 Prozentpunkte auf -0,50 Prozent) – und damit in den Abwertungswettlauf einsteigen.

Go For Gold

Nicht nur die absehbaren Zinssenkungen der Fed sprechen für einen im Trendverlauf steigenden Goldpreis.

Es ist vor allem auch die instabile Verfassung der weltweiten ungedeckten Papiergeldsystems, die gute Gründe gibt, Gold als Teil der liquiden Mittel oder als Portfolio-Versicherung nachzufragen.

Siehe hierzu den neuen Degussa Marktreport vom 19. Juni 2019:

https://www.degussa-goldhandel.de/pdf/marktreport/Degussa-Marktreport-19-06-2019.pdf

Die Vermögenspreise – die Preise für Aktien, Häuser und Grundstücke – werden durch die Aussicht auf noch niedrigere Zinsen wohl noch weiter in die Höhe befördert. Damit führen die Zentralbanken die Volkswirtschaften in eine große und gefährliche Spekulationsblase – eine Entwicklung, die vielen Menschen gewaltigen finanziellen und wirtschaftlichen Schaden zufügt.

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