Wirecard – Schadenersatz: Das ist interessant…

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Liebe Leser,

Wirecard liefert immer neue Turbulenzen. Jüngst wurde bekannt, dass das Vorstandsmitglied Jan Marsalek wohl indirekt Informationen vom Österreichischen Verfassungsschutz erhalten hat. Einerlei: Interessant ist für die meisten Investoren jetzt die Frage, ob sich aus den zahlreichen Betrugsfällen oder vermuteten Betrugsfällen noch Schadenersatzansprüche begründen lassen. Meine erste Antwort lautet – mit hoher Sicherheit. Denn die Beweislage ist erdrückend: Die Führung des Unternehmens muss, vorsichtig formuliert, bereits bei der Sonderprüfung durch die KPMG gewusst haben, dass die Bilanzvorgänge nicht so transparent und richtig waren, wie der Markt wohl annahm.

Erst als die KPMG ihre Zweifel öffentlich dokumentierte, wurde dem Markt indes bewusst, dass die Fragen überhand nehmen. Der Kurs krachte in sich zusammen. Schon dieser einzelne Vorgang wirft die Frage auf, ob Wirecard die Öffentlichkeit nicht vor Bekanntgabe dieser KPMG-Zweifel hätte informieren müssen. Ich unterstelle dies als Nicht-Jurist. Wenn Sie investiert hätten, würden Sie also Recht haben. Einen Anspruch. Das Problem: Es könnte sogar sein, dass Sie Recht bekommen. Das wäre der zweite Erfolg. Die dritte Frage aber lautet: Was haben Sie davon?

Musterverfahren möglich

Dabei dürfte es der aktuellen Einschätzung nach beispielsweise zu einem Musterverfahren kommen (wg. der Vorfälle im April). Die Kanzlei Tilp, die diese Klage einreichte, möchte die Klage erweitern und die früheren Vorstände von Wirecard und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY einbeziehen. Zudem solle die Regierung einen „Entschädigungsfonds für Anleger“ einrichten und auf diese Weise für das Versagen der Aufsichtsbehörde BaFin geradestehen. Selbst die BaFin könne verklagt werden.

All dies klingt interessant. Ich fürchte nur, die Wirecard-Kassen sind leer. Schließlich suchte das Unternehmen schon vor Wochen nach 1,9 Milliarden Euro – auf den Philippinen. Das Geld gibt es nicht. Selbst wenn also wie vermutet die Umsätze vergangener Jahre schon manipuliert waren, bleibt das Problem der Haftungsübernahme.

Nehmen wir an, das Unternehmen hafte – wenn das Unternehmen kein Geld mehr hat, um die Gläubiger der letzten Reihe, private Aktien-Investoren, zu bedienen, oder das Unternehmen dann gar nicht mehr existiert, gingen Sie leer aus. Vielleicht haften die Ex-Vorstände auch privat. Sie säßen allerdings wahrscheinlich im Gefängnis, zahlreiche andere Gläubiger hätten ihre Ansprüche mutmaßlich schon befriedigt. Auch hier wäre es schwierig, Ansprüche durchzusetzen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hat möglicherweise Fehler gemacht. Den gesamten Schaden wird sie als dann selbst betrogene Gesellschaft wohl nicht übernehmen müssen. Auch hier sehe ich wenig Hoffnung.

Das erste Urteil wird erst in drei Jahren erwartet, so die Kanzlei Tilp. Wenn Sie mich fragen: Wesentliche Hoffnung sehe ich nicht. Der größte Erfolg aus dem Fall: Dies ist ein Beispiel dafür, was in intransparenten Hype-Sektoren passieren kann. Bleiben Sie bei gut kalkulierbaren, transparenten, bekannten und marktstarken Unternehmen. Langfristig sind Ihnen 8 % p.a. bis 12 % p.a. nach allen Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte wahrscheinlich sicher.

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Wirecard Forum

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und Dein Auftrag ist es dies unter exakt jedem Beitrag zu schreiben. Glückwunsch!:) Denke Dein
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unhöfliches SCHREIEN wird nichts bringen, lieber Brokersteve. Zeigt es doch eher Deine Verzweiflung.
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Ausschussmitglieder weiter. Endlich auch ein namhafter Schreiber, der einen Entschädigungsfonds e
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