Wirecard: Lohnt sich die Spekulation?

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Liebe Leser,

die Nachrichten um Wirecard überschlagen sich. Nun verhaftete die Polizei einen weiteren Manager aus Dubai. Der Österreicher Jan Marsalek, einst Vorstand für das operative Geschäft, befindet sich demgegenüber weiter auf der Flucht. Er scheint sich bestens vorbereitet zu haben. Von der Einreise auf den Philippinen nach seiner Entlassung vor wenigen Tagen sind keine Spuren zu sehen – noch nicht einmal eine passende Flugverbindung nach China fanden die Fahnder. Es fehlen also nicht nur zwei Konten, sondern hier liegt ganz offensichtlich ein Betrug vor, der über Jahre in größeren Kreisen gesponnen worden ist. Das wirft zahlreiche Fragen auf. Einige Investoren jedoch beschäftigen sich zunächst mit der Frage, ob sie vielleicht sogar investieren sollten. Das Unternehmen ist fast zum Penny-Stock mutiert und könnte ggf. aus der Insolvenz kommen. Oder?

Wirecard: Spekulation erlaubt – mit negativem Ausgang

Zahlreiche Behörden in Deutschland sind hier über Jahre in den Tiefschlaf gefallen. Bekannte (!) Fondsmanager haben noch 2017, 2018 investiert und brüsten sich damit, inzwischen ausgestiegen zu sein. Redaktionen diverser Finanzmagazine hielten an dem Konzern fest. Die Deutsche Börse AG hievte das Unternehmen im Herbst 2018 sogar in den Dax. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hat offenbar über Jahre bei den jeweiligen Prüfungen nichts gefunden.

Merkwürdig nur, dass ausgerechnet ein Blatt aus Großbritannien, die „FT“, seit Jahren zu den Kritikern der Bilanzierung zählte. Und ausgerechnet die FT hat sich durch die Anhänge der Sonderprüfung durch die KPMG im April gewühlt. Schon 2018, so heißt es dazu, haben die Geschäfte, bei denen Wirecard einen operativen Einfluss hatte, 74 Millionen Euro Verlust (!) erwirtschaftet. 2017 seien die Zahlen bezogen auf den operativen Einflussbereich negativ gewesen. Die Bilanz selbst wies hingegen Gewinne aus.

Ich habe die Geschichte noch einmal kurz zusammengefasst und Jahre zurück verfolgt, um meine Position deutlich zu machen:

1. Hier haben die wichtigsten Finanzinstitutionen in Deutschland vollständig versagt. Bis Sie sich auf deren Angaben zu (allen) anderen Sachverhalten verlassen können, dürften Jahre ins Land gehen.

2. Die großen Redaktionen in Deutschland haben sich vom Unternehmen einlullen lassen. Das wirft ein bezeichnendes Licht auf zahlreiche Hochglanzmagazine – auch und gerade für die nächsten Hype-Unternehmen.

3. Spekulieren ist bei Wirecard „erlaubt“. Allerdings ziehen sich die institutionellen Investoren so gut und schnell es geht zurück. Nur die Deutsche Börse AG muss Wirecard noch bis September im Dax belassen (nach aktuellem Stand der Dinge). Dann wird das Papier mit höchster Sicherheit bestenfalls unter den absoluten Zockern gehandelt, die es wie eine heiße Kartoffel hin und her werfen. Wer sich daran beteiligt, sollte das Geld vorzeitig abschreiben und sich freuen, wenn er zufällig zum richtigen Zeitpunkt mit einem Gewinn auf der richtigen Seite steht. Es gibt auch jetzt, nach der ersten Juli-Woche, keinerlei Substanz mehr, für die es sich zu investieren lohnte.

Es bleibt dabei, auch wenn der Kurs verlockend niedrig zu sein scheint: Investieren Sie in richtige Unternehmen. Solche, die auch in der Krise noch glänzende Geschäfte machen. Dies können Langweiler wie Unilever sein oder technologisch zukunftsfähige Handelsplattformen wie Amazon.

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ich denke,ich habe genügend hier kommunziert um was es mir hier in diesen Forum geht, -um verständ
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Dorothea, wenn man long geht, hat man ein Interesse in Foren zu lesen, Fragen zu stellen oder auc
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die Ausführungen von Butschi klangen in der Vergangenheit durchaus nachvollziehbar und klingen auch
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