Wer A sagt, muss auch B, wie Bargeldverbot, sagen

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Stark negative Zinsen sind nur durchsetzbar, wenn es den Anlegern an geeigneten Fluchtwegen mangelt. Nur so kann die Enteignung greifen, nur so die Rückführung der Schulden durch die gleichzeitige Entwertung der Guthaben gelingen. Dabei ist das Bargeld der wichtigste Fluchtweg, den es zu verschließen gilt.

Gründe für ein Bargeldverbot wird man sicher viele finden. Es ist zu umständlich, kostet zu viel Geld und wird selbstverständlich von viel zu vielen Kriminellen Tag für Tag benutzt.

Man schafft zwar keine Autos ab, nur weil auch Diebe und Betrüger sie hin und wieder benutzen, aber beim Bargeld wird man ganz sicher beherzt zur Tat schreiten und versuchen, das Übel mit Stumpf und Stiel endlich auszurotten.

Ist das Bargeld als Fluchtweg erst einmal diskreditiert, werden sich die Anleger schnell nach Alternativen umsehen, denn dem eigenen Vermögen beim Verfall zuzuschauen ist keine besonders angenehme Vorstellung. Gold und Silber sollten dann schnell in den Fokus einer breiteren Masse rücken.

Fluchtwege sind dazu da geschlossen zu werden

Dadurch könnten die Edelmetalle begehrter und damit auch schnell teurer werden. Eine Möglichkeit, sie weiterhin als unattraktiv erscheinen zu lassen wäre ein scharfer Preisverfall. Die Mittel dazu stehen längst bereit. Ziehen alle Zentralbanken an einem Strang und werfen ihr Gold gleichzeitig auf den Markt, wird sich der Goldpreis wohl kaum halten können und zunächst einmal kollabieren.

Die entscheidende Frage ist dann, wie lange das künstlich erzeugte Preistief anhalten wird. Zu befürchten ist, dass es aus Sicht der Notenbanken und Regierungen nicht lange oder nicht lange genug anhält.

In diesem ungünstigen Fall hätten die Zentralbanken ihr Pulver verschossen und müssten einem steigenden Goldpreis tatenlos zusehen. Diese Blöße wird man sich kaum geben wollen.

Von daher ist zu erwarten, dass einem möglichen Bargeldverbot auch recht schnell ein Goldverbot folgen wird, sollte erkennbar werden, dass sich die Fluchtroute der Anleger vom Bargeld auf das Gold verlagert.

Ein Goldverbot liegt in der Konsequenz der Sache

Diese Aussicht wird den meisten Anlegern und selbstverständlich auch den Goldbugs absolut nicht gefallen. Unrealistisch ist sie nicht, wie ein Blick in das Jahr 1721 zeigt. Damals versuchte die französische Regierung ihr untergehendes Papiergeld zu schützen, indem sie die Fluchtwege Gold und Silber verbot.

Heraus kam ein klassisches „Hase-Igel-Spiel“. Sowie die Anleger einen neuen Fluchtweg für sich entdeckten, wurde er umgehend vom König verboten. Dass dieses Spiel in modernen Zeiten nicht mehr gespielt werden soll, ist eine Hoffnung, auf die ich mich als Anleger nicht unbedingt verlassen würde.


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