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Wenn diese Leute an die Macht kommen – sollten Sie nicht mehr dabei sein…

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Lieber Leser,

erst kürzlich habe ich verstärkt Texte und Analysen aus den USA gelesen, die sich mit der sogenannten „Modern Monetary Theory“, der „modernen Geldtheorie“, beschäftigen. Diese Theorie tritt derzeit fast weltweit einen Siegeszug unter Ökonomen an, der mir Angst und Bange macht. Im Kern behaupten die Anhänger der Theorie, begründet durch den deutschen Ökonomen Georg Friedrich Knapp vor etwa 100 Jahren, dass Staaten mit der richtigen Geldtheorie niemals „Pleite“ sein könnten und wirtschaftliche Not, Arbeitslosigkeit oder soziale Ungleichheiten jederzeit zu bekämpfen wären.

Das Zaubermittel: Die Staaten könnten sich einfach per Gelddruckerei (der je eigenen Währung) selbst aus dem Sumpf ziehen. Das erinnert an die Lügengeschichten von Baron Münchhausen, der sich tatsächlich am eigenen Schopf aus der misslichen Lage befreit haben möchte. Aber zahlreiche Ökonomen glauben diesen Unsinn tatsächlich – und leider müssen wir befürchten, dass der Siegeszug der Theorie auch in der Praxis bei uns Einzug hält.

Japan macht es vor…

Die grundsätzliche Überlegung lautet, dass die eigene Währung sozusagen belastbar ist. Wären wir noch ein DM-Land, könnte der Staat – oder die vom Staat beherrschte Zentralbank – der Regierung bei Problemen einfach mehr DM zur Verfügung stellen. Der Rest werde sich richten, denn Schulden spielten keine Rolle. In dem Fall wäre die Regierung der Zentralbank gegenüber verschuldet – aber ohne Konsequenz.

In Japan wird seit Jahren ohne Bezug auf diese Theorie praktisch etwas Ähnliches vollzogen. Die Regierung erzeugt eine immer größere Menge an Yen, um endlich die Wirtschaft anzukurbeln. Die Zentralbank kauft dafür Anleihen in immer größeren Mengen – ohne, dass die Inflationsrate aus dem Ruder läuft. Ein Erfolg?

Die Theorie ist in der Praxis früher oder später zum Scheitern verurteilt. Dafür gibt es zahlreiche Gründe: Solange wir grenzüberschreitend handeln und verschiedene Währungen nutzen, ist die Notenpresse ein entscheidender Hebel. Je mehr Geld eine Regierung ohne zusätzliche Produktivität erzeugt, desto stärker entwertet die jeweilige Währung. Für die Exportunternehmen des betreffenden Landes ist das eine gute Nachricht, für den Import eine schlechte: Es wird immer teurer, Güter aus dem Ausland zu erwerben. Da hilft auch die Notenpresse nur bedingt, denn die Devisenmärkte werden bei weiteren Gelddruckversuchen die so erzeugte Währung abwerten.

Aber selbst ohne den internationalen Handel wird das Gebäude in sich zusammenbrechen: Wer sollte Geld, das beliebig nachgedruckt werden kann, horten oder „sparen“? Die Sparfunktion wird über kurz oder lang zusammenbrechen – und damit die Fähigkeit, auf der anderen Seite aus dem Ersparten zu investieren. Während heute zumindest noch ein Bruchteil der Kredite auf Sparvermögen basiert, wären diese Kredite nur noch per Knopfdruck zu erhalten. Auch hier gilt: Über kurz oder lang kann die Inflationsrate mit hoher Wahrscheinlichkeit nur explodieren, wenn Investitionen und der Konsum noch nicht einmal teilweise aus dem Sparvermögen finanziert werden.

Auch dafür haben die Volkswirte eine Antwort: Wird zu viel investiert und konsumiert, müssten die Steuern massiv erhöht werden, um das neue Geld gleich wieder abzuschöpfen. Eine Spirale aus Steuererhöhungen und einer steigenden Inflationsrate – all dies wäre nur eine Frage der Zeit.

Leider bewegen wir uns sowohl in der akademischen Welt wie auch in der Realität in verschieden großen Schritten genau darauf zu. Die „MMT“, die Modern Monetary Theory, ist die letzte Waffe, die schuldenmachende Großnationen noch haben. Die Euro-Zone, Japan oder auch die USA haben den größte Schuldenberg aller Zeiten angehäuft. Wer jetzt noch „Geldvermögen“ anhäuft, wird eines Tages bitter dafür zahlen. Sie benötigen Sachvermögen und Produktivvermögen – und zwar dauerhaft. Dass die Aktienkurse über Jahre weiter steigen werden, ist so gut wie sicher.

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