Weltwirtschaftskrise: Sind Kryptowährungen die Rettung?

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Die Aktienmärkte verzeichneten zuletzt herbe Kursverluste. Doch meines Erachtens ist dies erst der Anfang. Nicht nur der Anfang eines heftigen Meltdowns. Sondern möglicherweise sogar der Anfang vom Ende unseres bisherigen Geld- und Finanzsystems. Doch egal ob es wirklich zum Ende unseres Geld- und Finanzsystems kommt oder nicht, Kryptowährungen könnten die Rettung sein.

Doch ist das nicht ein wenig weit hergeholt? Sicherlich wird der Zusammenbruch unseres Geld- und Finanzsystems nicht über Nacht passieren. Aber bedenken Sie bitte, dass Satoshi Nakamoto den Bitcoin (BTC) – als „Mutter aller Kryptowährungen“ – in erster Linie als Antwort auf die Finanzkrise 2007/2008 erfunden hat. Seines Erachtens sollte der Bitcoin (BTC) also durchaus die Fiatwährungen Euro, US-Dollar und Co. ablösen.

Für diese Idee wurde er zunächst belächelt – ich gebe zu auch von mir! Doch wenn man sich anschaut wie der Bitcoin (BTC) sich, all seiner (bekannten) Schwächen zum Trotz, in den vergangenen Jahren gemausert hat, könnte er am Ende Recht behalten und der Bitcoin (BTC) die Fiatwährungen tatsächlich ablösen. Denn wie, außer mit Edelmetallen wie Gold oder eben Kryptowährungen wie dem Bitcoin (BTC), soll man sich denn sonst gegen eine große Krise schützen?

Coronavirus-Pandemie führt uns in eine neue Weltwirtschaftkrise!

Doch übertreibe ich damit jetzt nicht? Sicher ist es natürlich noch nicht, sicher kann man sich nämlich nie sein, da niemand die Zukunft kennt. Aber der neuartige Coronavirus (Covid-19) hat leider durchaus das Potenzial dazu uns in eine neue Weltwirtschaftskrise zu stürzen. So hat er im ersten Quartal 2020 schon dafür gesorgt, dass die chinesische Volkswirtschaft nahezu stillstand.

Doch China hat, nachdem man anfangs noch zögerte, harte Maßnahmen ergriffen und die Krise damit unter Kontrolle gebracht. Solche Maßnahmen, wie die Chinesen sie ergriffen haben, sind aber in unseren westlichen Demokratien undenkbar. Oder glauben Sie, dass man hier massenweise Menschen nur auf einen bloßen Verdacht hin einfach einsperren könnte?

Daher ist mit einer weiterhin rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu rechnen. Dies wird auch bei uns die Wirtschaft beeinträchtigen. Ja, der Einbruch wird kurzfristig nicht so heftig werden wie in China. Dafür aber wird er meines Erachtens deutlich länger anhalten. Wir müssen uns also auf eine anhaltende wirtschaftliche Schwäche einstellen.

Das Problem dabei ist, dass wir durch die Finanzkrise 2007/2008 sowie die Eurokrise, die wir beide ja nur mit frischem Geld und somit neuen Schulden verdeckt, aber eben nicht gelöst haben, ohnehin schon wirtschaftlich sehr geschwächt in diese Krise gehen. „Wie?“, werden Sie nun vielleicht einwenden, „Unsere Wirtschaftsdaten waren doch in letzter Zeit ganz gut!“. Ja, das stimmt, aber das waren leider Fake News.

Billiges Geld hat notwendige Marktbereinigung verhindert…

Vielmehr gibt es bei uns, so wie auch in Japan seit dem Platzen der dortigen Immobilienkrise Ende der 1980er Jahre, sehr viele „Zombie“-Unternehmen. Dabei handelt es sich um Firmen, die eigentlich (in normalen Zeiten) pleite gehen würden. Nur aufgrund des billigen Geldes, für das insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) unter Mario Draghi (jetzt: Christine Lagarde) sorgte, wurde dies verhindert.

Was aber möchte die EZB jetzt noch tun? Ihr Leitzins liegt schon im negativen Bereich, weitere Zinssenkungen würden nur die ohnehin schon schwachen europäischen Banken schwächen. Der Ankauf von Staatsanleihen, das sogenannte Quantitative Easing, läuft ebenfalls bereits. In letzter Konsequenz hat die EZB also kaum noch Möglichkeiten – außer…

Ja, außer auch hier dem japanischen Vorbild (Bank of Japan) zu folgen und Aktien zu kaufen. Ich denke jedoch nicht, dass diese Maßnahme noch viel nutzen wird, in Japan jedenfalls sieht man das kaum. Insofern wäre spätestens jetzt die Politik gefordert. Doch mit einem Finanzminister wie dem – Achtung, Ironie! – ausgewiesenen Finanzfachmann Olaf Scholz habe ich da wenig Hoffnung.

Zumal Maßnahmen wie Steuersenkungen ohnehin zu lange benötigen, ehe sie greifen werden. Wenn, dann müsste man es wohl wirklich – ähnlich wie in Hongkong zuletzt angekündigt – mit „Helikoptergeld“ probieren. Dies bedeutet, dass man jedem Bürger einen Betrag X – sagen wir mal 1.000 Euro – schenkt, um damit den Konsum anzukurbeln.

Das Problem des schwindenden Vertrauens

Dies hätte man schon in der Vergangenheit tun können und wohl auch sollen. Doch es gab und gibt gute Gründe, warum das nicht getan wurde. Denn durch „Helikoptergeld“ könnte den Menschen klar werden, dass unser heutiges Geld letztlich ja nichts anderes als bedrucktes Papier ist. Sollte dies passieren, wäre unser Geld- und damit letztlich auch Finanzsystem schnell am Ende.

Insofern wird „Helikoptergeld“, sozusagen die populäre und populistische Variante von Quantitative Easing, natürlich das letzte Mittel sein, das man nutzen will und wird. Aber wenn es bald keinen anderen Ausweg mehr gibt, bleibt eben nichts anderes mehr übrig. Wenn die Menschen dann nicht aufwachen, werden sie es wohl nie tun. Diejenigen, die schon aufgewacht sind, halten bereits Edelmetalle und Kryptowährungen.

Ich gehe daher davon aus, dass man mit Gold sowie seinem elektronischen Äquivalent namens Bitcoin (BTC) sowie anderen Kryptowährungen am Ende am besten durch die Krise kommen wird. Allerdings gilt auch hier, dass man eine gewisse Schmerztoleranz benötigt. Denn im Zuge eines Deleveraging, das im Rahmen der Krise unvermeidbar ist, werden auch Gold und Kryptowährungen erst noch einmal unter Abgabedruck geraten.

Schließlich brauchen all diejenigen, die zu hoch verschuldet sind, Cash um eben diese Schulden abzubauen. Um Cash zu generieren wird man daher alles, was noch einen gewissen Wert hat, erst einmal verramschen. Erst in einigen Monaten dann werden die harten Assets im Preis steigen. Ich habe ohnehin stets erst Ende 2020 mit der nächsten großen Bitcoin-Party gerechnet. Dabei bleibe ich!



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