Was versteht man unter dem Hexensabbat?

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Der Hexensabbat stammt ursprünglich aus der Hexenlehre und bildet dort zusammen mit dem Schadenzauber, dem Teufelspakt, der Teufelsbuhlschaft und dem Hexenflug die fünf Hauptelemente dieser Lehre. Theoretiker, die sich mit den Hexen befassten, stellten sich vor, dass die Hexen sich regelmäßig zu geheimen nächtlichen Zeiten am Hexentanzplatz mit dem Teufel treffen. Dieses Treffen bezeichneten sie als Hexensabbat oder Teufelstanz. Befasst man sich mit der Finanzwirtschaft und dabei vor allem mit der Börse, bekommt der Begriff Hexensabbat eine andere Bedeutung, die aber dennoch irgendwie eine Teufelstanz gleicht.

Der Hexensabbat findet dabei in der Regel am dritten Freitag des letzten Monats von einem jeden Quartal an den drei wichtigsten Derivatebörsen der Welt statt. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass es sich bei diesen Terminen um die Verfalltage von so genannten Terminkontrakten handelt, zu denen zum Beispiel Optionen und Futures gehören. An der Terminbörse Eurex gelten für den Verfall dabei die festen Zeiten zwischen 11:50 Uhr bis 12:00 Uhr für die Stoxx Familie, 13:00 Uhr für den DAX und den TecDAX und fünf Minuten später um 13:05 Uhr für den MDAX, während für Aktien die Xetra-Schlussauktion um 17:30 Uhr als Verfallszeit gilt.

Unter Verfall ist dabei zu verstehen, dass zu den genannten Uhrzeiten die Abrechnungspreise für die Basiswerte der jeweiligen Optionen und Futures ermittelt werden, um diese dann schlussendlich bewerten zu können. Für Futures ist der Hexensabbat besonders wichtig, weil es sich hier um Termingeschäfte handelt, die zu diesem Zeitpunkt ausgeführt werden müssen. Bei Optionen sieht es etwas anders aus, weil diese Derivate einem die Möglichkeit geben, ein Geschäft auszuführen. Ist der Kurs am Hexensabbat aber nicht so bestellt, dass man einen Vorteil daraus ziehen kann, verfällt die Option einfach.

Für Privatanleger ist an diesen vier Terminen Vorsicht beim Handel an der Börse angesagt. Denn passend zum Hexensabbat lassen hier die Profis die Kurse tanzen und hierbei sind es selten reguläre Nachrichten oder Trends, die das Geschehen und die Wertentwicklung beeinflussen. Vielmehr versuchen die Händler – teilweise auch mit enormen Leerverkäufen – die Kurse der Aktien und Indizes so zu beeinflussen, dass die entsprechend vorhandenen Derivate gewinnbringend eingesetzt werden können. Hier ist es dann sehr schwer zu durchschauen, welche Tendenzen sich langfristig für ein Investment eignen oder lediglich kurzfristig dem Hexensabbat geschuldet sind.


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