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VST BUILDING TECHNOLOGIES AG: Interview mit Vorständen Mag. (FH) Kamil Kowalewski und Mag. Bernd Ackerl

 
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Sehr geehrter Herr Mag. (FH) Kowalewski, sehr geehrter Herr Mag. Ackerl, die VST BUILDING TECHNOLOGIES ist in Österreich ansässig und lässt sich der Baubranche zuordnen. Um das jedoch besser zu verstehen, stellen Sie unseren Leserinnen und Lesern Ihr Unternehmen vielleicht einmal kurz vor!

Antwort von Mag. Bernd Ackerl: Gerne. Wir verstehen uns als führender Anbieter von Technologielösungen im großvolumigen Hochbau und bieten unseren Kunden vorgefertigte Baukomponenten an, die dann die tragende Struktur von Gebäuden darstellen. Unsere patentierte Technologie kommt vor allem bei dem Bau von Wohnungen und Hotels sowie von Pflege- und Studentenwohnungen zum Einsatz. Unser Produktionswerk befindet sich in Nitra (Slowakei), von welchem wir die Komponenten bedarfsgerecht zu Baustellen in ganz Europa liefern. Als unsere Kernmärkte betrachten wir aktuell Deutschland, Österreich und Schweden.

Das darf man sich jedoch nicht wie bei einem Fertighaus vorstellen. Vielmehr ist der Architekt völlig flexibel in der Gestaltung von Gebäuden. Wir können also letztlich genau die individuellen Baukomponenten herstellen und liefern, die auf der Baustelle benötigt werden.

Das hört sich interessant an. Seit wann gibt es die VST BUILDING TECHNOLOGIES AG denn schon?

Antwort von Mag. Bernd Ackerl: Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 2002 gegründet. Seitdem haben wir zahlreiche neue Produkte entwickelt, unsere Marktposition stetig weiter ausgebaut und große internationale Baukonzerne als Partner gewonnen.

Besonders erfolgreich sind wir geschäftlich in Deutschland, dort sehen wir das stärkste Wachstum. So haben wir im vergangenen Jahr über 63.000qm an Wänden allein nach Deutschland verkauft. Das sind rund 57 Prozent unseres gesamten Produktionsvolumens in 2018. Aber auch der schwedische Markt entwickelt sich sehr positiv, insbesondere da wir dort mit einem der größten schwedischen Baukonzernen, Skanska, zusammenarbeiten.

Neben Deutschland, Österreich und Schweden sind Dänemark, Großbritannien und Polen weitere Zielmärkte für uns.

Sie wollen momentan eine neue Unternehmensanleihe begeben. Warum haben Sie sich dazu entschlossen?

Antwort von Mag. (FH) Kowalewski: Das aktuelle Marktumfeld mit einer boomenden Baubranche, unsere hervorragende Technologie und Partnerschaften mit internationalen Baukonzernen bieten sehr attraktive Wachstumsmöglichkeiten. Diese wollen wir unter anderem durch die Emission der neuen Anleihe nutzen und unser Unternehmenswachstum noch beschleunigen. Speziell haben wir vor, uns an Baupartnern zu beteiligen, die Produktionskapazitäten zu erweitern und auch Fremdkapitalstrukturen zu optimieren.

Welche Konditionen hat die neue Anleihe und bis wann kann diese gezeichnet werden?

Antwort von Mag. (FH) Kowalewski: Unsere neue Anleihe mit einem Emissionsvolumen von bis zu 15 Mio. Euro hat eine fünfjährige Laufzeit, bis zum 27. Juni 2024. Der Kupon beläuft sich auf 7,00 Prozent p.a. Die Zinsen zahlen wir bis zum Laufzeitende halbjährlich im Juni und Dezember und erstmals am 28. Dezember 2019. Das öffentliche Angebot für Anleger in Deutschland und Österreich und auch die Frist für das Umtauschangebot für Inhaber der Anleihe 2013/2019 in die Anleihe 2019/2024 läuft noch bis zum 25. Juni 2019 (14.00 Uhr MESZ).

Ich habe sowohl auf der aktuellen MKK als auch auf der letzten MKK im vergangenen Dezember mit einigen Managern von Immobilienunternehmen gesprochen. Diese mokierten und mokieren sich darüber, dass sie gerne bauen würden, aber es nicht können. Denn die Baukonzerne haben leider keine Kapazitäten mehr frei. Ergo müsste die Baubranche – und somit auch Ihr Geschäft – zurzeit boomen, oder?

Antwort von Mag. Bernd Ackerl: Das stimmt. Wir profitieren dabei sogar in doppelter Hinsicht. Zum einen gibt es wirklich den von Ihnen angesprochenen Bauboom, zum anderen wird aber auch verstärkt auf vorgefertigte Baukomponenten, so wie wir sie anbieten, gesetzt. Insofern ist es kein Wunder, dass wir in 2018 einen neuen Produktionsrekord in Höhe von 111.000qm erzielen konnten.

Das heißt, dass Sie mit Problemen wie seinerzeit Apple oder zuletzt Tesla kämpfen – das also die Nachfrage nach Ihren Produkten so viel höher ist als Ihr Angebot?

Antwort von Mag. Bernd Ackerl: Grundsätzlich ist das richtig. Allerdings haben wir frühzeitig vorgesorgt und entsprechende Produktionskapazitäten schon im Jahr 2013 ausgebaut. Da wir eine stetig steigende Nachfrage nach unseren Baukomponenten verzeichnen, arbeiten wir daran, die Produktionskapazitäten in unserem Produktionswerk in Nitra zu erweitern. Darüber hinaus planen wir die Eröffnung einer zweiten Fabrik in Polen.

Weitere Antwort von Mag. (FH) Kowalewski: Polen haben wir deshalb als Standort ins Auge gefasst, weil dort die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind. So bekommt man hier entsprechend erschlossenes Bauland und auch die notwendigen, gut ausgebildeten Fachkräfte sind dort verfügbar. Daher ist aus unserer Sicht Polen ein idealer Standort für eine weitere Fabrik.

Lassen Sie uns mal einen Blick in Ihr Zahlenwerk werfen. Von was für einem Umsatzvolumen sprechen wir bei Ihrem Unternehmen?

Antwort von Mag. (FH) Kowalewski: Zuletzt haben wir einen Jahresumsatz von 12,1 Mio. Euro erzielt. Das ist durchaus schon eine Hausnummer. Denn unsere Produkte machen letztlich nur ca. 8% des Investitionsvolumens einer entsprechenden Baustelle aus. Somit wurden mit Hilfe unserer Produkte am Ende des Tages Immobilien mit Gesamtbaukosten von knapp 140 Mio. Euro errichtet.

Anders gerechnet kann man auch formulieren: Mit den von uns im vergangenen Jahr ausgelieferten 111.000qm an Wandfläche wurden ca. 2.000 Wohnungen gebaut.

Sie sehen Ihr Unternehmen aber rein als Baudienstleistungsunternehmen, Sie bauen also nicht auf eigene Rechnung?

Antwort von Mag. (FH) Kowalewski: Wir haben in den letzten Jahren auch Rohbauten auf eigene Rechnung errichtet. Diese Tätigkeit ist in letzter Zeit bewusst in den Hintergrund getreten, während unser Fokus auf reine Lieferaufträge liegt.

Gibt es spezielle Entwicklungen in der Baubranche, die Ihnen in die Karten spielen?

Antwort von Mag. (FH) Kowalewski: Ja, durchaus. Wir haben uns nämlich bereits sehr früh, aus heutiger Sicht zu früh, auf neue Baurichtlinien aus Brüssel vorbereitet und uns dementsprechend zertifizieren lassen. Diese neuen EU-Baurichtlinien wurden jedoch mehrfach verschoben, werden nun aber 2020 endlich kommen. In diesem Zusammenhang spielt uns daher unsere frühzeitige Zertifizierung durchaus in die Karten.

Ich hätte dann eigentlich keine weiteren Fragen mehr. Gibt es vielleicht von Ihrer Seite noch etwas, was Sie gerne loswerden möchten, ein Schlusswort?

Antwort von Mag. Bernd Ackerl: Ja, zwei Dinge sind mir sehr wichtig. Zum einen ist unsere Bautechnologie inzwischen durch zahlreiche Patente geschützt, wodurch das Unternehmen kaum mehr angreifbar ist und wir unseren technologischen Vorsprung gesichert haben. Ferner planen wir mittelfristig die weitere Expansion in Märkte wie China, Russland, Saudi-Arabien, USA und Weißrussland.

Dies machen wir dann jedoch nicht selbst, sondern vergeben territorial und zeitlich begrenzte Lizenzen an Partner. Anschließend liefern wir die entsprechenden Produktionsanlagen und schulen die Mitarbeiter. Auch Joint Ventures sind in diesem Zusammenhang möglich.

Herr Mag. (FH) Kowalewski, Herr Mag. Ackerl, ich bedanke mich für dieses sehr nette Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung der vorgestellten Pläne!

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