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Vermögensverwaltung: Blackrock als Vorreiter!

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Lieber Investor,

wie viele Entwicklungen im Finanzbereich kommt auch diese aus den USA. Vorreiter ist hier der Vermögensverwalter Blackrock. Er zieht augenblicklich besonders scharfe Konsequenzen aus dem vom Menschen gegen den passiv das Portfolio verwaltenden Computer verlorenen Wettstreit. Andere Anbieter in der Branche, die ebenfalls unter hohen Kosten und schwachen Renditen leiden, werden ihm schon bald folgen.

Die Zeit der Stock Picker scheint damit ihrem Ende entgegenzugehen. Blackrock legt kleinere, für die Firma unrentable Fonds zusammen und betont in Zukunft stärker auf Computermodelle zu setzen, die eigenständig Investitionen vornehmen. Die Manager werden auf andere Fonds verteilt oder verlieren ihre Jobs vollkommen und müssen das Unternehmen verlassen.

Begünstigt wird diese Entscheidung durch die Politik der Notenbanken. Sie haben in den Jahren seit der Finanzkrise die Aktienmärkte faktisch übernommen, denn es kommt nicht mehr so sehr darauf an zu erkennen, welches Unternehmen besonders profitabel wirtschaftet und von den Anlegern deshalb an der Börse in Kürze bevorzugt gekauft werden könnte.

Viel wichtiger ist die Frage, ob die Notenbanken die Märkte weiterhin mit Liquidität überschütten oder nicht. Die Wall Street funktioniert an dieser Stelle wie eine überdimensionierte Badewanne in die Geld eingelassen wird. Dreht Janet Yellen den Geldhahn auf und überschüttet die Märkte mit frisch geschöpfter Liquidität, steigen am Ende alle Boote, auch die weniger schwimmfähigen.

Der Gleichschritt wird zum Risiko

Wenn man bei der Aktienanlage nicht mehr groß nachdenken muss, genügen ein gut geschriebenes Programm und ein leistungsfähiger Computer, um Gewinne zu erzielen. Weil die Programme und Strategien dabei einander immer ähnlicher werden, laufen die Märkte Gefahr, sich immer mehr zu mehrspurigen Einbahnstraßen zu entwickeln. Alle wollen einander übertrumpfen und als Erster ins Ziel kommen, aber die Richtung ist immer die gleiche.

Das ist kein Problem, solange die Märkte wie in der Vergangenheit dynamisch immer höheren Zielen entgegenstreben. Kritisch wird die Angelegenheit, wenn plötzlich kein frisches Geld von den Notenbanken mehr zur Verfügung steht und die Computer nun aufgrund ihrer Programmierung zu der Erkenntnis gelangen, dass Verkaufen dauerhaft die bessere Alternative ist.

In diesem Fall könnte sich leicht eine Herde in Bewegung setzen, die so schnell niemand mehr stoppt. Vielleicht nicht einmal mehr die Notenbank und Hilfe bietet am Ende nur ein mutiger Mensch, der den wild gewordenen Computern einfach den Stecker zieht. Warten wir es ab, ob es so kommt. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht.

Ein Beitrag von Dr. Bernd Heim


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