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UmweltBank AG: Interview mit Markus Schmidt (Leiter Treasury) und Oliver Patzsch (Referent Investor Relations) auf der Münchener Kapitalmarktkonferenz

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Sehr geehrter Herr Schmidt, sehr geehrter Herr Patzsch, das ist ja bereits das zweite Interview mit Vertretern der UmweltBank hier auf der MKK, weshalb ich Herrn Patzsch schon kennenlernen durfte. Auch haben wir seinerzeit die UmweltBank bereits vorgestellt, so dass wir dies an dieser Stelle nicht erneut tun müssen. Sprechen wir daher über den Bankensektor an sich, der ja gerade hier in Deutschland nicht mehr den besten Ruf genießt. Spüren Sie das auch?

Antwort von Markus Schmidt: Lassen Sie mich das mal so formulieren. Auch wir spüren, dass Investoren Banken generell skeptisch gegenüberstehen. Gerade wenn ich institutionelle Anleger betrachte, haben die großen Banken und ihre Probleme durchaus eine entsprechende Strahlkraft auf uns. Nach einer Erläuterung des Geschäftsmodells der UmweltBank und der Präsentation des Zahlenwerks können wir anfängliche Skepsis jedoch meist schnell zerstreuen.

Auf der Privatkundenseite müssen wir weniger Überzeugungsarbeit leisten. Da hat uns das schlechte Management der klassischen Banken in den vergangenen Jahren sogar eher in die Karten gespielt.

Angesichts der Geldpolitik der EZB gibt es ja inzwischen nicht nur quasi keine Zinsen mehr, vielmehr werden vermehrt Strafzinsen eingeführt. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Antwort von Markus Schmidt: Auch wir können uns natürlich nicht von der Geldpolitik der EZB abkoppeln, so dass auch bei uns die Guthabenzinsen zusammengeschmolzen sind. Immerhin bieten wir jedoch noch leicht positive Zinssätze an. Generell steht für unseren Kunden neben den Zinsen auch die positive ökologische Wirkung im Mittelpunkt.

Viele Menschen verfahren daher nach dem Motto: „Wenn es ohnehin quasi überall keine Zinsen mehr gibt, investiere ich mein Geld gerne so, dass es wenigstens eine positive ökologische Wirkung hat!“.

Die noch bessere Alternative wäre dann aber doch ein Investment in Ihre Aktie. Denn dadurch erhält man womöglich eine gute Rendite und erzielt trotzdem eine positive ökologische Wirkung, oder?

Antwort von Markus Schmidt: Dies wäre in der Tat eine interessante Alternative, zumal die Dividendenrendite hier sogar um die 3% liegt. Zu bedenken ist dabei, dass Aktien anderen Risiken unterliegen als eine Spareinlage.

Und diese Dividende ist in Ihren Augen auch sicher?

Antwort von Markus Schmidt: Wir waren in Sachen Dividende in den letzten zehn Jahren sehr verlässlich. Wir weisen eine konservative Ausschüttungsquote zwischen 25 und 30 Prozent des Gewinns auf. Die Dividendenentwicklung ging in den letzten Jahren mit unserem Gewinnwachstum einher.

Angesichts der, gerade in Deutschland, starken Umweltbewegung – Stichwort: „Fridays For Future“ – stellt sich mir die Frage, ob und inwiefern Sie als UmweltBank davon vielleicht profitieren können?

Antwort von Oliver Patzsch: Wenn ein Thema wie Klima- und Umweltschutz immer mehr Einzug in die Gesellschaft hält, ist dies positiv für die UmweltBank. Diesen Trend sehen wir allerdings schon länger, weshalb wir in den vergangenen Jahren ein deutliches Wachstum verzeichnen konnten.

Da wir auch in Zukunft nachhaltig wachsen wollen, investieren wir verstärkt in neue Mitarbeiter, innovative Produkte und digitale Prozesse. So haben wir beispielsweise unsere Mitarbeiterzahl, die jahrelang um die 150 lag, auf rund 200 gesteigert. Damit legen wir die Basis für weiteres Wachstum.

Seit der Finanzkrise geht es konjunkturell quasi, in erster Linie natürlich „dank“ der Geldpolitik der Notenbanken, nur noch bergauf. Wie sehen Sie die Konjunkturentwicklung denn aktuell, nachdem es zuletzt ja doch klare Anzeichen für eine Abkühlung gab? Ich denke mal, dass die konjunkturelle Entwicklung auch für eine Bank, Stichwort: mögliche Kreditausfälle, sehr wichtig ist, oder?

Antwort von Markus Schmidt: Das Bekenntnis der Bundesregierung, dass sie erneuerbaren Energien fördern möchte, ist nicht an konjunkturelle Entwicklungen gekoppelt. Insofern sind wir zu einem großen Teil konjunkturunabhängig (außer die Bundesregierung würde den Bestandsschutz kippen, was wir für wenig wahrscheinlich halten). Bei den Industrieunternehmen selbst sah das natürlich anders aus, denken Sie nur an Solarworld und andere Solarhersteller. Und bezahlbarer Wohnraum, unser anderes Schwerpunktthema, ist ein konjunkturunabhängiger Dauerbrenner.

Wodurch sind Solarworld und Co. denn Ihrer Meinung nach am Ende gescheitert? War da nicht eine falsche Subventionspolitik der Bundesregierung Schuld?

Antwort von Markus Schmidt: Generell fand ich den Gedanken, der hier in Deutschland vorgeherrscht hat, durchaus schlüssig. Denn man wollte eben diese Energieform über feste Abnahmevergütungen langfristig fördern. Nur hat man wohl in der Bundesregierung nicht mit der Reaktion des Auslands auf diese Maßnahmen gerechnet.

So konnten beispielsweise chinesische Hersteller, aufgrund niedrigerer Löhne und Gehälter sowie geringeren Umweltauflagen, mit deutlich niedrigeren Stückkosten produzieren und kalkulieren und gleichzeitig von der Förderung in Deutschland profitieren.

In der Vergangenheit haben die Trends in diesem Bereich ja oft gewechselt. Erst war die Solarbranche in, später dann die Windkraft. Welchen Trend sehen Sie aktuell?

Antwort von Markus Schmidt: Derzeit ist das ganz klar der Hausbau, wobei auch die Windkraftbranche ein kleines Comeback feiert. Dabei setzt man immer stärker auf Bürgerbeteiligungen, was die Akzeptanz steigert, jedoch die Realisierung von Projekten etwas verzögert hat. Denn solche Bürgerwindgesellschaften arbeiten i.d.R. weniger routiniert als klassische Projektentwickler.

Trotzdem arbeiten wir in der Bank, was entsprechende Anfragen betrifft, an unserer Kapazitätsgrenze. Wir haben also weiterhin genug zu tun.

Wie bewerten Sie die Transformation der Automobilindustrie, weg vom Verbrennungs- und hin zum Elektromotor? Gibt es auch dort für Ihre Bank interessante Projekte?

Antwort von Oliver Patzsch: Wir schauen uns die Entwicklungen sehr interessiert an. Im kommenden Jahr wollen wir einen neuen Verbraucherkredit einführen. Unter anderem befasst sich das Projekt-Team auch mit alternativen Antrieben wie dem Elektromotor.

Daher könnte es durchaus sein, dass wir mit diesem neuen Kredit auch die Anschaffung von Elektroautos etc. unterstützen. Aber wir haben definitiv nicht das Ziel der große neue deutsche Autofinanzierer zu werden. Dazu würden uns auch die Kapazitäten fehlen.

Eine abschließende Frage noch: Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2019 und wie fällt Ihr Ausblick auf 2020 aus?

Antwort von Markus Schmidt: Im Großen und Ganzen sind wir mit 2019 zufrieden. Unsere Prognose für 2019 sah ja vor unser Geschäftsvolumen um circa +10% von 4,1 auf rund 4,5 Milliarden Euro zu steigern. Zum Halbjahr waren wir schon bei 4,3 Milliarden Euro, haben also bereits die Hälfte geschafft.

Beim Jahresergebnis hatten wir prognostiziert, dass wir etwa das Vorjahresniveau erreichen möchten. Auch diesbezüglich sehen wir uns mit Blick auf die Halbjahreszahlen auf einem guten Weg.

Eine Prognose für 2020 wird unser Vorstand voraussichtlich am 10.02.2020 veröffentlichen.

Die neue EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen möchte ja bis zu einer Billion Euro in einen sogenannten „Green Deal“ investieren. Können Sie davon nicht profitieren?

Antwort von Markus Schmidt: Das ist durchaus möglich. Wir müssen hier einfach abwarten, wie genau diese Investitionen aussehen sollen. Möchte die EU-Kommission selbst grüne Infrastrukturprojekte starten, dann wird die EU-Kommission wohl auch selbst eine entsprechende Finanzierung bereitstellen und über Bonds refinanzieren. Banken wären in diesem Fall weniger involviert.

Generell konzentrieren wir uns eher auf den Mittelstand und Privatkunden. Auf Basis der aktuell geltenden Regulierung – das kann auch jeder anhand der Bilanz nachvollziehen – können wir maximal Projekte im mittleren bis oberen zweistelligen Millionen Euro Bereich finanzieren.

Okay, dann hätte ich jetzt keine weiteren Fragen mehr. Wenn Sie noch ein Schlusswort haben, was möchten Sie Ihren Anteilseignern gerne mit auf den Weg geben?

Antwort von Oliver Patzsch: Die UmweltBank wächst und gedeiht. Wir haben noch viele interessante Produkte und Projekte in der Pipeline. So möchten wir beispielsweise im kommenden Jahr unsere eigene Fondsmarke auf den Markt bringen und einen entsprechenden Mischfonds, den UmweltSpektrum Mix, lancieren.

Herr Schmidt, Herr Patzsch, ich bedanke mich sehr für das interessante Interview und wünsche Ihnen auch weiterhin viel Erfolg!

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das scheint im Moment gut zu laufen. Habe bei dem örtl. Versorgungsträger (STAWAG) eine Anlehe (2 %,
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immerhin
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Gemeint ist damit die Umweltbank (sichtbar ab 0:40 im Hintergrund): https://www.deraktionaer.tv/vide
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