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Trump macht Wirtschaft und Wall Street munter

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Die kurzfristige Dax-13.000-Spekulation ist voll aufgegangen, obwohl die Coronavirus-Sorgen bleiben. Nach wie vor wechselhaft (manchmal von Tag zu Tag) sind auch die Stimmungsberichte und Konjunkturindikatoren aus der Wirtschaft von beiden Seiten des Atlantiks. Dabei sieht es so aus, als würden die Optimisten – bei aller Vorsicht – die Oberhand gewinnen. Allerdings halten sich viele institutionelle Investoren mit größeren Engagements noch zurück, was markttechnisch für festere Kurse spricht. Denn es bleibt den Aktienmärkten dadurch noch ein großes Kaufpotenzial. Aus politischen Erwägungen neige ich jetzt zu einer Schwerpunktverlagerung nach Nordamerika: US-Präsident Trump sorgt für gute Stimmung in der America-First-Wirtschaft und an der Börse.

Aber auch europäische Anlagestrategen geben sich momentan wieder zuversichtlicher – nicht zuletzt wegen der laufenden Berichtssaison: Mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen übertrafen die Gewinnerwartungen bisher – gut 40 Prozent der Konzerne sogar um mehr als 5 Prozent. Dies überrascht durchaus, da die Analysten ihre Prognosen im Vorfeld der Berichtssaison untypischerweise nur geringfügig gesenkt hatten. Immerhin, am dunklen Horizont der deutschen Industrie ist ein dünner Silberstreif aufgetaucht. Laut Ifo-Institut erwarten die Betriebe in den kommenden drei Monaten eine leichte Steigerung ihrer Produktion. Der entsprechende Index dreht erstmals seit Mai 2019 ins Plus, was bedeutet, dass die Unternehmen eine Ausweitung ihrer Herstellung erwarten.

Gleichzeitig mehren sich die Versuche einschlägiger Experten, den Coronavirus mit früheren Pandemien zu vergleichen, um Parallelen und Unterschiede in den Folgen herauszufinden. Als die mit Abstand schlimmste Pandemie in der jüngeren Geschichte gilt die Spanische Grippe, die in den Jahren 1918 und 1919 rund um den Globus wütete und Schätzungen zufolge bis zu 50 Millionen Todesopfer forderte. Der Dow-Jones-Index  verlor in diesem Zeitfenster in der Spitze gut 10 %. Die Kursverluste wurden allerdings binnen weniger Monate wieder aufgeholt.

Die historischen Vergleiche zeigen, dass sich die Auswirkungen auf die Aktienmärkte in Grenzen hielten bzw. zwischenzeitliche Kursverluste rasch aufgeholt wurden. Dies ist zwar keine Garantie, dass es diesmal genauso laufen wird. So birgt die inzwischen hohe Bewertung an den Aktienmärkten eine größere Korrekturanfälligkeit als 2003. Insofern könnte die derzeitige Gelassenheit der Marktteilnehmer noch auf die Probe gestellt werden. Typisches Resümee des Helaba-Research: „Unterstellt, dass ein Großteil der Produktionsausfälle wieder aufgeholt wird, besteht derzeit kein Anlass, die Aktienprognosen zu revidieren. Je länger man an den Märkten engagiert ist, umso weiter steigt die Rendite selbst im schlimmsten anzunehmenden Szenario.“ Es spricht somit nur wenig gegen einen Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt. Aber wo?

Als bekennender Europäer fällt es mir derzeit schwer, trotz der relativ günstigen Bewertung heimische Aktien in den Mittelpunkt zu stellen. Meine Skepsis hat politische Gründe. Denn die alte Welt hinterlässt zunehmend einen maroden Eindruck. Dabei sind die Entwicklungen in Deutschland geradezu erschreckend. Die schon lange kritisierte GroKo ist ein Auslaufmodell geworden. Aber was kommt dann? Die demokratische Katastrophe in Thüringen ist weitaus mehr als nur ein Imageschaden.

Ein Desaster haben zum Auftakt der Vorwahlen auch die Demokraten in den USA erlebt. Gleichzeitig (wie erwartet) endete das Impeachment-Verfahren. Donald J. Trump kann triumphieren. Der alte wird auch der neue Präsident, kein Zweifel. Man muss den selbstgefälligen Autokraten nicht mögen (ich gehöre zu seinen Kritikern). Doch wird er alles tun, um Wirtschaft und Finanzmärkte weiterhin positiv zu stimmen. Deshalb rechtfertigen die politischen Argumente eine anhaltende Höherbewertung der Wall-Street-Aktien verglichen mit den Dax-Werten. Vorschlag: Mutige Europäer mit längerfristigem Anlagehorizont (über mehrere Jahre) sollten ihre Heimat bei neuen Aktienengagements bis auf weiteres eher vernachlässigen, um bevorzugt in Nordamerika und Asien zu investieren.

Machen Sie also weiter mit – und machen Sie’s gut!

Viel Erfolg wünscht Ihr Börsen-Dino Hermann Kutzer




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