TAKKT: Exklusives Interview mit CEO Felix Zimmermann

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Aufgrund der aktuellen Corona-Beschränkungen startet Finanztrends.info nun den direkten Dialog mit den Vorständen verschiedenster Unternehmen durch regelmäßige Interviews. Unser heutiger Interviewpartner ist der CEO von TAKKT, Felix Zimmermann.

Herr Zimmermann hat uns einen tieferen Einblick in die aktuelle Unternehmenssituation ermöglicht. Die TAKKT-Gruppe ist auf den B2B-Distanzhandel für Geschäftsausstattung spezialisiert.

Herr Zimmermann, der Markt wird im Moment von Hilfsprogrammen überflutet. Nehmen Sie staatliche Hilfen in Anspruch?

Herr Zimmermann: Wir sind sehr solide und langfristig finanziert und haben, außer der Nutzung von Kurzarbeit, keine staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen müssen. Mit unserem Geschäftsmodell, dem Verkauf von Ausrüstungsgegenständen an Firmenkunden, können wir auch in Krisenzeiten positive freie Cashflows erwirtschaften. Dies ermöglicht uns eine hohe Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.

Konnten Sie bereits nachhaltige Änderungen bei den Finanzierungsbedingungen wahrnehmen oder erwarten Sie dies für die Zukunft?

Herr Zimmermann: In den vergangenen Wochen konnten wir bestehende Kreditlinien mit einer Vielzahl von Banken vorzeitig verlängern und das zugesagte Kreditvolumen dabei noch ausbauen. Damit sind wir für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Ob sich die Finanzierungsbedingungen nachhaltig verändern werden, lässt sich aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Hat sich dahingehend in der Corona-Krise noch mehr in Ihrem Unternehmen verändert?

Herr Zimmermann: Die Ausbreitung des Coronavirus und die Maßnahmen zu dessen Eindämmung haben auch bei uns zu einem signifikanten Rückgang des Auftragseingangs geführt. Oberste Priorität hatte für uns der Schutz unserer Mitarbeiter vor einer Infektion und die Sicherung der finanziellen Stabilität.

So haben die Mitarbeiter, die einer Bürotätigkeit nachgehen, ab Mitte März alle von zu Hause gearbeitet. Dort, wo eine Anwesenheit am Arbeitsplatz erforderlich ist, also insbesondere im Lager, haben wir entsprechende Abstandsregeln eingeführt und die Mitarbeiter in strikt getrennte Schichten eingeteilt. Damit konnten wir den Betrieb ohne größere Störungen und Ausfälle aufrechterhalten und waren jederzeit in der Lage, die Nachfrage unserer Kunden zu bedienen.

Die Maßnahmen zur Sicherung der finanziellen Stabilität und Liquidität umfassen ein Kostensenkungsprogramm und die Nutzung von Kurzarbeit, um die personellen Kapazitäten an die geringere Nachfrage anzupassen. Daneben sind wir zurückhaltend bei Investitionen und bei Neueinstellungen und betreiben ein aktives Management des Working Capital, das heißt insbesondere unseres Vorrats- und Forderungsbestands.

Noch lassen sich die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise nicht verlässlich abschätzen. Wir gehen davon aus, dass sich bestimmte Trends und Entwicklungen durch die Krise beschleunigen werden. Ein Beispiel ist etwa eine zunehmende Akzeptanz und Verbreitung von Homeoffice. Wir beobachten diese Trends genau und analysieren, wie wir unsere Geschäfte positionieren müssen, um davon zu profitieren.

Verstehe, Sie handeln also insgesamt sehr nah an Ihren Mitarbeitern und haben genau analysiert, wie Sie am besten durch die Krise kommen. Gibt es einen Unterschied, in dem Sie sich von den Wettbewerbern der Branche unterscheiden?

Herr Zimmermann: Die Märkte, in denen TAKKT aktiv ist, sind äußerst fragmentiert. Als B2B-Distanzhändler konkurrieren wir vor allem mit dem lokalen Handel, der noch immer einen großen Teil des Bedarfs deckt. Distanzhandel und E-Commerce bieten deutliche Effizienzvorteile gegenüber diesen Wettbewerbern. Dies erlaubt uns, langfristig Kunden an uns zu binden und Marktanteile zu gewinnen.

Das kann ich bestens nachvollziehen. In Anbetracht der gegebenen Situation: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?

Herr Zimmermann: Unter dem Namen TAKKT 4.0 haben wir gegen Ende des letzten Jahres eine neue organisatorische Ausrichtung beschlossen. Damit fokussieren wir uns klarer als bislang auf zwei Geschäftsmodelle für zwei unterschiedliche Kundentypen. Mit dem Omnichannel Commerce Geschäft bedienen wir qualitäts- und serviceorientierte Firmenkunden, während das Web-fokussierte Geschäft die Anforderungen der preisbewussteren Kunden abdeckt. Unsere Unternehmensstruktur wird kompakter und die beiden Segmente zu stärker integrierten Einheiten aufgebaut. Zudem werden wir Verantwortung und Funktionen auf der jeweils relevanten Ebene im Konzern verankern und die Operative Exzellenz in der Gruppe stärken.

Die Implementierung von TAKKT 4.0 wird schrittweise erfolgen und die vollständige Umsetzung kann zwei bis drei Jahre dauern. Ich bin mir sicher, dass wir damit den Grundstein für den künftigen Erfolg gelegt haben und uns die neue Struktur ein stärkeres organisches Wachstum ermöglichen wird.

Neben einer Steigerung des organischen Wachstums wollen wir auch bei Akquisitionen wieder stärker aktiv werden. Auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen ermöglicht uns unsere Cashflow-Stärke und die solide Finanzierung wertsteigernde Akquisitionsmöglichkeiten wahrzunehmen, wenn sich diese bieten.

Interessant in jedem Fall! Es bleibt also weiterhin spannend. Zum Abschluss habe ich noch eine etwas offenere Frage für Sie. Aus welchen Gründen sollten Anleger nun in Ihr Unternehmen investieren?

Herr Zimmermann: Als B2B-Distanzhändler von Geschäftsausstattung ist TAKKT auf den ersten Blick ein eher zyklisches Unternehmen. Dies zeigt sich auch im Verlauf des Aktienkurses. Gleichzeitig sind wir aber sehr solide und krisensicher aufgestellt und werden auch 2020 einen positiven freien Cashflow erwirtschaften können. Und auch auf diese Krise wird ein Aufschwung folgen, an dem wir als zyklisches Unternehmen überproportional partizipieren werden. Zudem halten wir grundsätzlich an unserer Dividendenstrategie fest und haben das Ziel, in kommenden Jahren wieder attraktive Ausschüttungen an unsere Aktionäre vorzunehmen.

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Zimmermann. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft weiterhin alles Gute!

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