Steinhoff: Neues von PEPKOR

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Bei der Steinhoff International Holdings N.V. (kurz „Steinhoff“) gibt es mal wieder Neuigkeiten. Und zwar gab es bei der Tochter PEPKOR Zahlen für das Geschäftsjahr, das am 30.9.2019 zu Ende ging. Und da PEPKOR eine wesentliche Beteiligung ist, ist das natürlich auch für den Großaktionär Steinhoff wichtig. Und sei es nur, weil Steinhoff dann einen Teil oder auch die gesamte Beteiligung an PEPKOR verkaufen will, um mit dem Erlös Schulden zurückzuzahlen.

Wem der Name „PEPKOR“ nichts sagt: Das ist die ehemalige „STAR“ = Steinhoff Africa Retail. Die hielt es aber offensichtlich für besser, den Namen zu ändern, um in der öffentlichen Wahrnehmung nicht Steinhoff zugeordnet zu werden. Das sagt ja schon einiges aus über den Wert der Marke „Steinhoff“!

Zu den Zahlen von PEPKOR. Die zeigen für das vorige Geschäftsjahr (wie gesagt, das weicht vom Kalenderjahr ab, Ende 30.9.2019) einen Umsatzanstieg von 9,0% auf ca. 69,6 Mrd. südafrikanische Rand (ZAR). Der operative Gewinn sank um 5,5% auf rund 5,5 Mrd. ZAR. Wie auch bei Steinhoff wirkt sich die Schuldenlast in Form von hohen Zinszahlungen aus. So gab es hier bei PEPKOR im vorigen Geschäftsjahr zwar Finanzeinnahmen von 198 Mio. ZAR, aber Finanzkosten von knapp 1,8 Mrd. ZAR.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 2,16 Mrd. ZAR bei PEPKOR. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr davor waren es rund 2,9 Mrd. ZAR, der Rückgang lag mithin in etwa bei einem Viertel. Der Gewinn pro Aktie sank um 22,5% auf 0,646 ZAR nach 0,833 ZAR im Geschäftsjahr davor.

Insgesamt sieht das ganz ok aus – Umsatz gestiegen, Gewinn um ein Viertel gesunken, aber rund 2 Mrd. ZAR Nettogewinn, das kann den Großaktionär Steinhoff durchaus freuen. Operativ wurden rund 4,1 Mrd. ZAR an Cash generiert, wie PEPKOR klarstellte.

Interessanterweise ist PEPKOR ähnlich wie Steinhoff ein Mischkonzern. Bei PEPKOR findet sich z.B. der Bereich „FINTECH“, bei dem im vorigen Geschäftsjahr der Umsatz regelrecht explodierte: +43,9% auf 7,2 Mrd. ZAR hieß es da, bei einem operativen Gewinn von 483 Mio. ZAR.

Nicht so gut lief es hingegen im Baumarkt Segment. Da hieß es +0,9% beim Umsatz auf rund 8,2 Mrd. ZAR. Der operative Gewinn sackte um 28,5% auf 153 Mio. ZAR nach unten. PEPCOR erläutert: Man habe eine Analyse im Hinblick auf die Kundenwünsche in diesem Segment fertiggestellt, das Ergebnis sei ein verbesserter Service und der Start einer e-commerce Plattform. Ob das die Lage in dem Segment auch im Hinblick auf die Profitabilität signifikant verbessern wird? Was Steinhoff freuen dürfte: PEPKOR will eine Dividende von 0,209 ZAR je Aktie zahlen, was dem Großaktionär Steinhoff entsprechende Mittel in die Kassen spülen wird.



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Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

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Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de