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Steinhoff – endlich verständlich erklärt, was gerade wichtig ist!

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Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas zu Rohstoffe und aussichtsreichen Aktien dazu schreiben. Doch gewissermaßen aus aktuellem Anlass geht es stattdessen um Steinhoff. Denn das ist ein Thema, das derzeit die Anleger bewegt – wie es auch in den Foren etc. sichtbar ist.

Hier gilt es, auf dem neuesten Stand zu sein. Denn wer die Aktie tradet, ohne die aktuelle Nachrichtenlage zu kennen, kann schnell auf der Verliererseite stehen. Die „Basics“ gewissermaßen sollte jeder kennen, der die Aktie handelt: Steinhoff ist ein Konzern mit diversen Beteiligungen und es droht hier die Insolvenz. Das Unternehmen hatte gegen Ende 2017 mitgeteilt, dass sich die Veröffentlichung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/2017 (das bei Steinhoff am 30.9.2017 endete) um unbestimmte Zeit verzögern würde. Der Grund seien Unregelmäßigkeiten in der Bilanz, die nicht näher beziffert wurden.

Nun, die Börsen bzw. die Marktteilnehmer(innen) mögen üblicherweise keine Unsicherheit und so war es kein Wunder, dass der Kurs der Aktie damals massiv einbrach.

Damals – wie im Grunde auch noch heute – gab es aber auch eine Überlegung, welche sinngemäß lautete: Das Unternehmen hat ja diverse „Assets“ = Beteiligungen, von Südafrika über Deutschland und die USA bis nach Australien. Es könnte beim Kurs auch nach unten übertrieben werden. Wenn der Wert der Assets abzüglich der Schulden über der Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt, wäre es eine Kaufmöglichkeit.

Info: Marktkapitalisierung = Zahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs. Sinngemäß würde dies dem Betrag entsprechen, den man für einen Kauf des Unternehmens auf den Tisch legen müsste, wenn alle Aktien zum aktuellen Kurs gekauft werden könnten.

Das große Problem hier ist allerdings, dass sich dies eben nicht auf Basis der Zahlen für das vorige Geschäftsjahr berechnen lässt. Der Grund: Der Geschäftsbericht ist eben noch nicht veröffentlicht! Und er ist es bis heute nicht.

Das hat einen ganzen Rattenschwanz an Problemen mit sich gebracht. Es sei nur an die Publizitätspflichten erinnert, die ein Börsenlisting mit sich bringt. Sowohl die südafrikanische als auch die deutsche Börse könnten die Aktie aus dem derzeitigen Börsensegment delisten, wenn Steinhoff den Publizitätspflichten (= Veröffentlichung Geschäftsbericht in diesem Fall) nicht nachkommt. Die Strafzahlungen im Millionenbereich dürften für Steinhoff hingegen eher zu den kleineren Problemen gehören.

Und angesichts der Unsicherheit waren offenbar auch diverse Gläubiger nicht gerade scharf darauf, bestehende Kreditlinien zu verlängern bzw. auszuweiten.

Dazu gab es diese Woche eine interessante Neuigkeit von Steinhoff. Der Großteil der Schulden der Unternehmensgruppe wurde laut Steinhoff in Europa aufgenommen, und da wiederum größtenteils via die Töchter Steinhoff Europe AG (= SEAG) sowie „Steinhoff Finance Holding GmbH“.

Als Steinhoff diese Woche mitteilte, dass man eine Einigung mit diversen Gläubigern erzielt habe, schoss der Kurs der Aktie daraufhin von unter 8 Cents auf zwischenzeitlich über 10 Cents nach oben. Prozentual gesehen war das eine beachtliche Kursveränderung.

Doch was ist davon zu halten? Die Details der Einigung finden sich auf der Internetseite von Steinhoff. Die betreffenden Gläubiger sollen im Rahmen von „Support Letters“ (also sinngemäß Unterstützungs-Briefen) diversen Punkten zugestimmt haben. So wollen sie laut Steinhoff keine Maßnahmen ergreifen, die Steinhoff in die Insolvenz treiben würden.

Also alles gut? Mitnichten. Denn es gilt hier eine zeitliche Befristung bis zum Monatsende = 30. Juni. Das klingt nach einer „schauen wir mal“-Einstellung der Gläubiger.

Das Grundproblem aus Anlegersicht ist weiterhin, dass ohne Zahlen keine seriöse Bewertung möglich ist. Da die Frist der Gläubiger nur bis Monatsende läuft, könnte es sein, dass kurz danach die Insolvenz von Steinhoff ansteht, wenn dann keine längerfristige Lösung getroffen wird. Ist das sicher? Nein – denn angesichts der fehlenden Zahlen ist bei Steinhoff derzeit gar nichts sicher, finde ich.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

Zum Autor

Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Nach Studium und Volontariat Leitender Redakteur diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Seine Einstellung:„Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investmentsund profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: www.ethische-rendite.de

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Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de


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