Solarworld: Laut Branchenkreisen gibt es zwei Kaufinteressenten!

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Liebe Leser,

im Mai wurde bekannt, was eigentlich nicht wirklich überraschend war: Der ins Straucheln geratene Solarhersteller Solarworld wird Insolvenz anmelden. Der Konzern war in den vergangenen Jahren aufgrund stetig sinkender Preise für Solarmodule, die vor allem durch die chinesische Solarexpansion verursacht wurden, zunehmend unter Druck geraten.

Darüber hinaus droht dem Bonner Unternehmen eine Schadensersatzklage in den USA: Der Siliziumlieferant Hemlock fordert dort knapp 800 Millionen Dollar, die sich aus noch ausstehenden Zahlungen des Solarkonzerns und einer jährlichen Verzinsung von zwölf Prozent ergeben.

Insolvenzverfahren eröffnet

Zumindest in Bezug auf die Insolvenz scheint es nun Neuigkeiten zu geben. So teilte Solarworld mit, dass das Amtsgericht Bonn am Dienstag offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet hat. Alle Vorstandsmitglieder, außer Konzernchef Frank Asbeck, erklärten daraufhin ihren Rücktritt. Nun hat Insolvenzverwalter Horst Piepenburg das alleinige Sagen.

Verkauf von Produktionsstandorten soll Gläubiger besänftigen

Dieser soll den geplanten Verkauf der zwei Produktionsstandorte in Arnstadt (Thüringen) und Freiberg (Sachsen) zum Abschluss bringen. Der Grund: Der Konzern braucht dringend Geld, um die Löhne der verbliebenen 1.800 Solarworld-Mitarbeiter zu stemmen. Das Problem: Nun da das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, wird die Arbeitsagentur ihre Zahlung der Monatslöhne für die betroffenen Mitarbeiter einstellen.

Doch möglicherweise steht bereits Hilfe parat. Denn die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete am Dienstagnachmittag, dass die niederländische Prisma Systems ein Übernahmeangebot unterbreitet habe. Zudem ist laut Branchenkreisen angeblich die Qatar Foundation, ein Unternehmen des Solarworld-Großaktionärs Qatar Solar, an einigen Standorten interessiert.

Aktionäre gehen leer aus

Sollte der Deal zustande kommen, wird für die ohnehin enttäuschten Aktionäre allerdings wohl nichts übrigbleiben. So machte Insolvenzverwalter Piepenburg klar, dass es „nach derzeitigem Kenntnisstand“ ausgeschlossen sei, dass die Solarworld-Anleger von den Erlösen profitieren werden. Denn: Das Geld soll in vollem Umfang an die Gläubiger gehen.

Aktie im Sinkflug

Das Resultat an der Börse war deutlich: Das Papier rutschte am Dienstagnachmittag um mehr als 40 Prozent ab und fiel unter die 1-Euro-Marke. Zum Vergleich: Noch im Januar erreichte man zeitweise Werte im 5-Euro-Bereich. Heftig: Vor ziemlich genau zwei Jahren pendelte die ehemals verheißungsvolle Solar-Aktie bei etwa 16 Euro.

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