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Seltene Erden: Japan will von China unabhängiger werden

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Liebe Leser,

wer mit der jüngeren Geschichte der Seltenen Erden vertraut ist, der wird sich sicher noch an die Krise des Jahres 2012 erinnern. Damals herrschte politisch Eiszeit zwischen Japan und China und die Regierung in Beijing setzte ihr Monopol bei der Herstellung der Seltenen Erden als Waffe gegen den japanischen Kontrahenten ein.

Die Lieferungen an Japan und teilweise auch an andere Länder wurden gestoppt und die Preise kannte über Wochen und Monate hinweg nur eine einzige Richtung, die steil nach oben. Deutschland half Japan seinerzeit mit eigenen Beständen aus und ermöglichte es dem Inselreich, die Folgen der chinesischen Handelspolitik für seine Wirtschaft geringer zu halten.

Erst als die Sanktionen endeten und die Versorgung aus China mit den begehrten Metallen wieder gesichert war, kamen die Preise auf ihr normales Niveau zurück. Dennoch: Die Krise hat geschmerzt. Sie war für die Japaner nicht nur ein Gesichtsverlust, sondern auch eine heilsame Lehre.

Die chinesischen Sanktionen haben der Regierung in Tokio gezeigt, wie abhängig und damit auch wie verletzlich die eigene Wirtschaft ist. Nur ein einziges kleines, aber letztlich entscheidendes und damit unersetzbares Teil fehlte und schon stand alles andere auch still.

Vorratshaltung kommt wieder in Mode

Diese Erfahrung machte die japanische Wirtschaft auch in den letzten Monaten wieder, wenn auch unter ganz anderen Voraussetzungen. Auch in diesem Jahr stockte der Nachschub an Seltenen Erden aus China. Schuld waren dieses Mal jedoch nicht politische Spannungen, die die Regierung in Beijing erneut dazu veranlassten, im Handelskrieg mit dem Nachbarn, die Karte der Seltenen Erden zu spielen.

Schuld war das Corona-Virus. Es versetzte die Volksrepublik im Januar und Februar in eine Art Gefrierzustand. Das ganze Land erstarrte, das Leben fand nur noch zuhause statt und die in China und im Ausland so begehrten Seltenen Erden wurden nicht mehr gefördert, geschweige denn exportiert.

Erneut sah sich Japan einem massiven Engpass gegenüber. Daraus hat das Land gelernt. In den kommenden Monaten sollen die vorhandenen Lagerbestände, die ausreichen, um einen Engpass von 60 Tagen auszugleichen, so weit ausgebaut werden, dass auch eine Versorgungslücke von 180 Tagen problemlos überstanden werden kann.

Die zusätzliche japanische Nachfrage zum Aufbau der vergrößerten Vorratshaltung trifft auf einen Markt, der zukünftig ohnehin von einem steigenden Bedarf ausgeht. Verantwortlich dafür sind die steigende Weltbevölkerung und die Hinwendung zu Elektrofahrzeugen.

Durch die neue Maßnahme sollen nicht nur zukünftige Engpässe besser abgefedert werden können. Die japanische Regierung hat sich auch zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit ihrer Wirtschaft von den Seltenen Erden-Importen aus China in den kommenden Jahren um die Hälfte zu senken.




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