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Schaeffler-Aktie: Der Verbrennungsmotor ist tot, lang lebe der Verbrennungsmotor

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mid Baden-Baden – Verbrennungsmotor kombiniert mit E-Antrieb oder rein elektrische Fortbewegung, autonomes Fahren, neue Fahrzeugkategorien – wie sieht die Mobilität für morgen aus? Dieser Frage geht die Fachkräftetagung des Automobilzulieferers Schaeffler nach, die noch bis Freitag in Baden-Baden stattfindet. „Die Mobilität für morgen verlangt von uns völlig neue und vernetzte Lösungen für einen schnellen und hoch automatisierten Transport innerhalb der Stadt. Um zu einer hohen Lebensqualität zu kommen, müssen bei diesen Lösungen ausschließlich regenerative Energien zum Einsatz kommen“, sagt Prof. Peter Gutzmer. Mit diesen Worten stellt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Technologievorstand bei Schaeffler den Schaeffler Mover vor, ein sich autonom bewegendes E-Fahrzeug, das den wachsenden Verkehr in den Metropolen entzerren soll.

Der Schaeffler Mover wird von vier bis zu 90 Grad lenkbaren Elektro-Radnabenmotoren angetrieben. Durch verschiedene Aufbauten für Personen und Gütertransport ist das Konzeptfahrzeug ohne großen Aufwand vielseitig einsetzbar. Weitere Schaeffler-Eigenentwicklungen für urbane Fortbewegung sind das vierrädrige Pedelec mit Wetterschutz, der sogenannte „Bio-Hybrid“ und ein elektrisches Skatebord mit Steuerstange. Bis 2020 wird Schaeffler in die E-Mobilität 500 Millionen Euro investieren.

Fahren wir also bald alle elektrisch? Ist der Verbrennungsmotor schon tot? Nein, trotz aller Bemühungen von Politik und Automobilindustrie, die E-Mobilität voranzutreiben, prognostizieren die Experten von Schaeffler folgendes Szenario: Im Jahr 2030 werden lediglich rund 30 Prozent aller produzierten Fahrzeuge weltweit rein elektrisch angetrieben. Bei 40 Prozent kommt ein Hybrid zum Einsatz. Und bei weiteren 30 Prozent aller Fahrzeuge wird sich ausschließlich ein Verbrennungsmotor unter der Haube befinden. Bei 70 Prozent aller Fahrzeuge werden also auch in naher Zukunft Benzin- oder Dieselaggregate verbaut sein. Schaeffler plant also auch weiter mit dem Verbrennungsmotor. „Wichtige Schlüssel zum Erfolg liegen in der Fähigkeit, systemisch zu denken sowie in der Ambidextrie, der Gabe ‚beidhändig‘ zu agieren. Das bedeutet sowohl Bewährtes weiter zu entwickeln als auch zugleich Neues zu erschließen“, so Peter Gutzmer.

Wichtiges Ziel: Der Verbrennungsmotor muss noch sauberer werden – auch mit elektrischer Unterstützung. Schaeffler hat hierfür eine Vielzahl an Serienlösungen entwickelt, die vom Thermomanagementmodul über die Steuerung der Motorventile bis hin zu 48-Volt-Hybridtechnologien und elektrischen Kupplungssystemen reichen. Eine Steigerung des Wirkungsgrades eines Ottomotors auf 45 Prozent hält Schaeffler für realistisch. Damit käme er auf das Niveau moderner Diesel, bei denen wiederum die Schadstoffemissionen gesenkt werden müssen.

Wichtig: Schaeffler betrachtet beim Vergleich von Verbrennungsmotor und E-Maschinen nicht nur den Verbrauch während des Betriebs. Die Mobilitätsexperten berücksichtigen vielmehr die gesamte Energiekette der Mobilität, von der Quelle bis zum Rad. Hier kann der Verbrennungsmotor gegenüber der elektrischen Konkurrenz Boden in Sachen Emissionen gut machen, wenn man den derzeitigen Strommix zugrunde legt, bei dem fossile Brennstoffe EU-weit einen Anteil von 44 Prozent haben. Aber selbst der hundertprozentige Umstieg auf regenerativ erzeugten Strom würde den Verbrenner nicht zwangsläufig ins Aus manövrieren. Mit Ökostrom hergestellte synthetische Kraftstoffe verbrennen emissionsarm und CO2-neutral, ermöglichen vergleichbare Reichweiten wie fossile Brennstoffe und sie lassen sich unkompliziert über das bestehende Tankstellennetz vertreiben.

Es gibt also nicht den einen Weg für die Mobilität von morgen, weder bei den Energieträgern noch bei den Antrieben oder Fahrzeugkonzepten. Konsequenter Klimaschutz und gleichzeitig Mobilität als Basis gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung in Einklang zu bringen, wird nur funktionieren, wenn mehrere Wege parallel beschritten werden. „Entscheidend für den Erfolg bei der Entwicklung von Lösungen für die unterschiedlichsten Mobilitätswünsche ist die ganzheitliche Betrachtung des Antriebsstrangs und des Zusammenspiels von E-Maschine, Verbrennungsmotor, Getriebe und der dazugehörigen Infrastruktur“, sagt Matthias Zink, Automotive-Vorstand bei Schaeffler.

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