Rezension: „Alles, was Sie über Warren Buffett wissen müssen“

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Die Reihe „Alles, was Sie über XY wissen müssen“ (Finanzbuchverlag) finde ich recht passend, wenn es darum geht, sich zu einem bestimmten Thema in überschaubarer Zeit einen Überblick zu verschaffen.

Nun beschäftige ich mich mit dem Star-Investor Warren Buffett bzw. dessen Anlage-Philosophie inzwischen seit Jahren, weshalb ein erster Überblick für mich eigentlich nicht von Interesse ist. Dennoch habe ich mir die Neuerscheinung „Alles, was Sie über Warren Buffett wissen müssen“ gerade angeschaut. Auch, um das eigene Wissen mit den Erkenntnissen aus diesem Buch abgleichen zu können. Und auch, weil die Autoren Rolf Morrien und Heinz Winkelau sowohl Wirtschaft als auch Geschichte behandeln – eine Kombination, die ich in dem Kontext äußerst interessant und passend finde.

Rund 100 Seiten Haupttext: Kompakte Darstellung

Wie ist nun mein Urteil dieser Neuerscheinung? Um es vorab zu sagen: Neue Erkenntnisse im Hinblick auf Warren Buffett als Anleger habe ich hier nicht gefunden. Darum geht es aber auch gar nicht. Schließlich sind die Quellen, aus denen die Autoren geschöpft haben, bekannte und öffentlich zugängliche Informationen. So sei nur an Alice Schroeders „Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball“ oder auch „Buffett – Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten“ (Roger Lowenstein) als Quellen verwiesen. Es geht hier also nicht um Forschung im Hinblick auf Warren Buffett und dessen Anlagephilosophie, sondern um eine passende und kompakte Aufbereitung des bereits veröffentlichten Wissens zu dieser Thematik.

Und dies gelingt den beiden Autoren durchaus passend! Schließlich beträgt der Umfang des Buches lediglich rund 120 Seiten inklusive Glossar (ca. 100 Seiten Haupttext), die auch noch recht gut lesbar sind. Auf diese Weise lässt sich „Alles, was Sie über Warren Buffett wissen müssen“ auf Wunsch sogar innerhalb eines Tages komplett lesen. Und genau darum – gute Lesbarkeit bei eingängiger Vermittlung von Wissen zu dem entsprechenden Thema – geht es eben auch bei dieser Buch-Reihe.

Zum Aufbau des Buches selbst: Nach der Einleitung gibt es eine chronologische Biographie von Warren Buffett. Dies ist sowohl für den Lesefluss passend als auch thematisch stimmig. Denn auf diese Weise wird klar, welche Entwicklung Warren Buffett im Zeitablauf genommen hat und welche Gründe dafür angeführt werden können. Welche Rahmenbedingungen fand er vor, an welchen Lehrmeinungen orientierte er sich zu Beginn und was führte zur Gründung seiner eigenen Investment-Gesellschaft? Wer sich solche Fragen stellt und bisher noch nicht viel über Warren Buffett weiß, für den bzw. die könnte die Lektüre dieser Neuerscheinung durchaus interessant sein.

Wann kaufte Warren Buffett seine erste Aktie?

Ein Beispiel. Sie möchten wissen, wann Warren Buffett eigentlich seine erste Aktie gekauft hat? Dazu zitiere ich aus dem Buch: „Mit elf Jahren stieg Warren dann in das Aktiengeschäft ein. Er überredete seine Schwester Doris, mit ihm zusammen jeweils 114,75 Dollar in drei Vorzugsaktien von Cities Service Company anzulegen – einem Mineralöl- und Erdgasunternehmen aus Oklahoma.“ Wer glaubt, das gab einen großen Gewinn, weswegen Warren Buffett gewissermaßen Blut geleckt hatte, dem sei geschildert, wie es weiterging. Laut den Autoren so: Die Aktie verlor rund 30% – und Warren Buffett und seine Schwester warteten und verkauften umgehend, sobald sie mit kleinem Gewinn aussteigen konnten. Hier lernte Warren Buffett, dass hektisches Agieren unangebracht ist, wenn man von einer Aktie überzeugt ist. Denn wenn die beiden abgewartet hätten, wäre ein deutlich höherer Gewinn drin gewesen: Laut den Autoren stieg die Aktie „nach dem voreiligen Verkauf“ auf über 200 Dollar.

Wer weiß – vielleicht ist das der Grund, warum Buffett zu dieser Erkenntnis kam: „Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen.” Diese Aussage von ihm ist gewissermaßen zur Börsen-Weisheit geworden.

Natürlich ist das nicht die einzige inzwischen bekannt gewordene Aussage von Warren Buffett. Wer kennt sie nicht, die Empfehlung, dann gierig zu sein, wenn die anderen Aktionäre furchtsam sind (sprich: Dann zu kaufen, wenn die Anleger in Masse verkaufen, und umgekehrt). Das Glossar zeigt, dass sich das Buch eher an Anfänger richtet, werden da doch Begriffe wie „Aktie“ oder „Anleihe“ erläutert. Das ist nicht verkehrt – nur fortgeschrittene Anleger(innen) sollten dies beachten. Für diejenigen, die eher neu an der Börse agieren (möchten) und einen guten Überblick zu Warren Buffett erlangen möchten, bietet dieses Buch Nutzwert.

Zum Autor

Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investmentsund profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: www.ethische-rendite.de

Klarstellung
Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de


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