Rezension: „Alles, was Sie über Benjamin Graham wissen müssen“

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Wer sich heutzutage mit Value Investing beschäftigt, wird wahrscheinlich früher oder später auf Warren Buffett stoßen. Vielleicht auch auf seinen Kompagnon bei Berkshire Hathaway, Charlie Munger. Die beiden sind für Value Investoren gewissermaßen zur lebenden Legende geworden – und nicht ohne Grund reisen Jahr für Jahr Tausende von Aktionären zu den Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway. Wenn Sie sich also zum Thema Value Investing informieren möchten – wieso sollen Sie dann etwas zu Benjamin Graham lesen? In dem Buch „Alles, was Sie über Benjamin Graham wissen müssen“ wird dies bereits in der Einleitung klar gesagt. Demnach geht sowohl der Investment-Ansatz von Warren Buffett als auch der von Charlie Munger ursprünglich auf Benjamin Graham zurück. Und das ist dann ja wohl Grund genug, sich auch mit Benjamin Graham zu befassen – der gewissermaßen zwangsläufig in Zusammenhang mit dem Thema „Value Analyse“ bzw. bedeutenden Grundlagen der Wertpapieranalyse in Verbindung gebracht wird.

Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch, eine ausführliche Biographie von Benjamin Graham zu liefern. Wer das erwartet, sollte also besser nicht zu „Alles, was Sie über Benjamin Graham wissen müssen“ greifen. Bereits der Blick in das Quellenverzeichnis zeigt, dass hier keineswegs neue Primärquellen erschlossen worden sind, sondern aus bereits erfolgten Veröffentlichungen zusammengetragen worden ist. Es geht hier also nicht um Forschung und Präsentation neuer Erkenntnisse – sondern darum, bereits vorhandenes Wissen gut aufbereitet mit hohem Nutzwert für interessierte Leser in ein Buch mit relativ geringem Umfang zu packen. Und das ist den beiden Autoren gelungen.

In dem Kontext ist es vielleicht erwähnenswert, dass beide Autoren sowohl Wirtschaft als auch Geschichte (bzw. Volkswirtschaft und Wirtschaftsgeschichte) studiert haben. Das wirkt sich bei einer historischen Einordnung positiv aus, da die Autoren dann aus ihrem Hintergrundwissen schöpfen und die Leser(innen) davon profitieren lassen können.

Doch konkret zum Buch. Nach der Einleitung und der Einordnung von Benjamin Graham als eine Art Lehrmeister sowohl von Warren Buffett und Charlie Munger. Gewiss, beide sind da nicht stehen geblieben und haben gewissermaßen ihren eigenen Stil entwickelt. Die Autoren raten allerdings auch dazu, gewissermaßen die eigenen Grenzen kennenzulernen. Für Durchschnittsanleger(innen) mag es deshalb passender sein, bestehenden Strategien zu folgen, als neue selber zu entwickeln. Dazu das Zitat der Autoren: „Die Strategien der Meister in Grundzügen nachzuahmen, ist kein Makel.“ Ob dies so ist, muss natürlich jede(r) für sich selbst entscheiden.

Interessante biographische Rahmendaten von Benjamin Graham

Der Aufbau des Buches ist grob gesagt so, dass die eine Hälfte des Haupttextes die Biographie von Benjamin Graham schildert. Aus welchem Umfeld stammt er eigentlich? Antwort: Geboren wurde Benjamin Graham 1894 in London. Sein Geburtsname war interessanterweise Grossbaum. Doch leider kam der Erste Weltkrieg dazwischen. Da Benjamin Graham damals in den USA wohnte, änderte er wegen der antideutschen Stimmung während des Ersten Weltkriegs seinen Namen von Grossbaum zu Graham. Zudem nahm er dem Buch zufolge dann auch die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Benjamin Graham – nicht nur Investor, sondern auch Tüftler?

Benjamin Graham war durchaus vielseitig begabt. Dazu ein Zitat aus dem Buch: „Graham entwickelte in späteren Jahren einen verbesserten Rechenschieber, eine Kuchenplatte, die einen Kuchen in gleich große Stücke schnitt und entwarf eine Liste, die das Erlernen des Morse-Alphabets erleichterte“. Doch diese Tüfteleien machten ihn nicht reich. Erfolg hatte er hingegen mit seiner Geldanlage. Da vertrat er einige grundlegende Ansichten wie diese, dass eine Aktie nicht zu Kursen über ihrem fairen Wert gekauft werden sollte.

Und genau um diese Investment-Strategie von Benjamin Graham geht es dann im zweiten Teil des Buches. Wenn Sie wissen möchten, was „Zigarrenstummel-Käufe“ sind oder warum man als Value Investor auch gegen den Strom schwimmen sollte, dann ist dieses Buch „Alles, was Sie über Benjamin Graham wissen müssen“ passend. Wie gesagt: Es geht hier um einen gut lesbaren Überblick zur Biographie von Benjamin Graham und zu dessen grundlegenden Investment-Strategien. Wer sich bereits tiefer mit dieser Materie beschäftigt hat, wird hier wohl kaum Neues finden. Doch wer neu in der Thematik ist und einen ersten, gut lesbaren Überblick gewinnen möchte, für den/die liefert dieses Buch diesbezüglich überzeugenden Nutzwert.

Zum Autor

Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: www.ethische-rendite.de

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Klarstellung
Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de




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