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ProsiebenSat.1: BaFin schaltet sich offenbar ein!

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Liebe Leser,

die Aktionen des Analysehauses Viceroy Research haben nun offenbar Folgen: Wie die Nachrichtenagentur Reuters vor Kurzem mitteilte, stufen die Finanzmarktwächter der BaFin die Attacke von Viceroy gegen ProSiebenSat.1 Anfang März als „illegal“ ein.

Was war passiert?

In einem 37-Seiten umfassenden Papier hatte Viceroy am 6. März dem Medienkonzern eine zweifelhafte Bilanzierung vorgehalten. Gleichzeitig hatte man mit Leerverkäufern auf einen fallenden Aktienkurs gewettet, so die Reuters-Informationen. Die fragwürdigen Aktionen hatten zur Folge, dass die Aktie um bis zu acht Prozent nach unten rauschte. Bereits kurz nach Veröffentlichung des Viceroy-Papiers wies der Unterföhringer Konzern die Vorwürfe und Schlüsse der Analysten als „unbegründet“ zurück und kündigte die Prüfung juristischer Schritte an.

BaFin prüft auch wegen möglicher Marktmanipulation

Zurück zur BaFin: Die Behörde prüft nun laut einer am Montag herausgegebenen Mitteilung, ob die von Viceroy veröffentlichte Verkaufsempfehlung möglicherweise gegen die Informationsbestimmungen des Wertpapierhandelsgesetzes verstoßen. Darüber hinaus wolle man eine potenzielle Marktmanipulation begutachten.

Der Nachrichtenagentur zufolge bemängelte die Aufsichtsbehörde auch den Internetauftritt des Analysehauses. So stelle der Umstand, dass der Viceroy-Gründer Fraser Perring auf deren Internetpräsenz anonym bleibe, einen klaren Rechtsverstoß dar, hieß es. Darüber hinaus werde auf der Webseite kein Impressum angegeben. Und: Viceroy habe der BaFin nicht explizit mitgeteilt, dass man als Analysehaus tätig sei.

Viceroy beruft sich auf Meinungsfreiheit

Viceroy erklärte laut Reuters auf Anfrage, dass man sich auf die Meinungsfreiheit berufe und man sich deshalb keiner Rechtsverletzung bewusst sei.

Ein Beitrag von Marco Schnepf