Privacy Coins: Mehr Chancen als Risiken, aber…

810

Ich habe Ihnen in diesem Newsletter in der Vergangenheit schon öfter die sogenannten Privacy Coins vorgestellt. Zur Erinnerung: Privacy Coins sind Coins, die anonyme Transaktionen ermöglichen. Dies ist beim Bitcoin (BTC), der „Mutter aller Kryptowährungen“, nämlich leider nicht der Fall. Googlen Sie diesbezüglich vielleicht einfach mal den Unterschied zwischen „Anonym und Pseudonym“. Denn der Bitcoin (BTC) ist „nur“ pseudonym.

Aber zurück zu den Privacy Coins! Die großen drei sind hier natürlich Monero (XMR), DASH sowie ZCoin (ZEC). Darüber hinaus gibt es jedoch noch einige mehr, beispielsweise Verge (XVG) oder auch PIVX. Aber selbst die MimbleWimble-Coins BEAM und GRIN zählen zu den Privacy Coins – wenngleich man inzwischen herausgefunden hat, dass MimbleWimble doch keine vollständige Anonymität garantieren kann!

Doch damit habe ich Ihnen erst einmal genug Privacy Coins genannt, lassen Sie uns daher zum heutigen Thema des Newsletters kommen. Dieses lautet: „Die Chancen und Risiken von Privacy Coins“ – beziehungsweise genauer: „Die Chancen und Risiken von Investments in Privacy Coins“. Lassen Sie uns dabei mit einem Blick auf die Risiken beginnen. Hier sehe ich in erster Linie zwei große Risiken, nämlich den Verlust der Coins sowie (Handels)Verbote.

Monero (XMR) bereits selbst verloren…

Der erste Punkt, der mögliche Verlust der entsprechenden Coins, ist dabei ein grundsätzliches Problem der Kryptowährungen. Anleger sind hier nun einmal selbst für die Sicherheit verantwortlich – und nicht jeder ist ein Experte für CyberSecurity. Klar, einen grundlegenden Schutz wie zum Beispiel eine Firewall oder einen Virenscanner hat wahrscheinlich jeder installiert. Aber gerade bei größeren Krypto-Vermögen würde mir das nicht genügen.

Bei den Privacy Coins kommt aber noch etwas hinzu. Denn da Transaktionen ja anonym sind, ist hier eine Nachverfolgung eines Diebstahls schwierig bis unmöglich. Was Monero (XMR) betrifft, spreche ich da aus eigener Erfahrung. Denn nach dem großartigen Erfolg meiner Bitcoin-Investition fragte mich mein Bruder, ob ich ihm nicht auch einen guten Coin „empfehlen“ könne. Ich riet ihm zu Monero (XMR) und er kaufte den Coin um 12,00 US-Dollar.

Das war auch in der Tat ein sehr guter Tipp, denn nur wenige Wochen später (die Geschichte spielt im Jahr 2017, dem Jahr des großen „Krypto Hypes“) notierte der Coin bei über 100,00 US-Dollar. Allerdings war die Wallet meines Bruders wohl nicht gut genug gesichert und so waren die Coins eines Morgens einfach weg. Selbst der IT-Experte aus der Firma, in der mein Bruder arbeitet, konnte ihm dann leider nicht mehr helfen. Was wohl für die Anonymität von Monero (XMR) spricht…

(Handels)Verbote von Privacy Coins – wurden bereits diskutiert!

Das zweite große Risiko wäre natürlich ein (Handels)Verbot solcher Privacy Coins. Ja, solche (Handels)Verbote wurden auch bereits diskutiert, beispielsweise im französischen Parlament. Es stellt sich allerdings noch die Frage nach der Umsetzung. Denn eigentlich lassen sich Kryptowährungen nicht verbieten, das gilt natürlich insbesondere für Privacy Coins.

Allerdings könnten natürlich dennoch (Handels)Verbote entlassen werden. Wäre dem so, so würde dies natürlich einige Krypto-Anleger verunsichern. Diese würden, wohl schon aus Angst vor staatlichen Repressionen, ihre Coins unlimitiert auf den Markt werfen. Dies wiederum hätte kurzfristig stark fallende Kurse zur Folge, was ich als Risiko sehe.

Große Kurschancen – wie die Kursrally von Monero (XMR) zuletzt gezeigt hat!

Bleibt noch die abschließende Frage, wo denn nun die Chancen von Monero (XMR) und Co. liegen. Nun, grundsätzlich sind sowohl Monero (XMR) wie auch DASH und ZCash (ZEC) vom Maximum Supply her gedeckelt. Zwar gibt es bei Monero (XMR) keinen konkreten Deckel. Man möchte jedoch langfristig eine Inflationsrate von Null erreichen. Dies soll dadurch geschehen, dass man immer nur so viele Coins neu ausgibt wie beispielsweise durch Festplattencrashs und ähnliches verloren gehen.

Dagegen gibt es bei DASH einen Maximum Supply von nur 18,9 Millionen Coins und bei ZCash (ZEC) – genau wie beim Bitcoin (BTC) – von 21 Millionen Coins. Was letztlich früher oder später zu Deflation führen wird. Bis es soweit ist, wird es aber noch eine Zeit lang dauern. Denn bei DASH sind gerade etwas mehr als 50% dieser 18,9 Millionen Coins schon im Umlauf, bei ZCash (ZEC) sind es sogar noch etwas weniger als 50% der 21 Millionen Coins.

So wie Inflation Geldentwertung bedeutet, bedeutet Deflation das Gegenteil, das Geld (in diesem Fall die Coins) werden also mehr wert. Dies sind schon mal sehr gute Grundvoraussetzungen, was die langfristige Investition in diese Coins angeht. Allerdings auch nur, wenn man diese auch nutzt. So wird Monero (XMR) – natürlich angeblich besonders von Kriminellen – schon heute gern genutzt. Hier hinken DASH und ZCash (ZEC) leider noch etwas hinterher.

So erklärt sich dann auch die schöne Kursrally, die Monero (XMR) in den letzten Wochen hingelegt hat. Und tatsächlich erklärt sich so auch die kurzfristige Kursschwäche von DASH ganz gut. Denn wie die DASH Core Group (DCG), die Firma hinter der Kryptowährung, vor kurzem bekanntgab, möchte DASH nicht mehr als Privacy Coin betrachtet werden. Dies ändert jedoch nichts daran, dass DASH immer noch ein solcher ist.

Wenngleich dieser Schachzug im Hinblick auf die Risiken, insbesondere ein mögliches (Handels)Verbot von Privacy Coins, natürlich durchaus clever erscheint. Meine Meinung ist jedenfalls klar: Wenn schon über (Handels)Verbote nachgedacht wird, zeigt dies das Potenzial. Ich verkenne jedoch auch die Risiken nicht. Daher mein Tipp: Warten Sie, bis sich das Risiko eines (Handels)Verbot materialisiert – und greifen Sie dann in den Ausverkauf hinein zu!



Neueste News

Uhrzeit
Artikel
Autor