Öl: EIAs Prognose über US Ölproduktion schockiert den Markt!

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Liebe Leser,

in den Jahren zwischen 2010 und 2015 wuchs die Produktion von US-Rohöl um 4 Millionen bpd. 2016 bildete eine Ausnahme, im Jahr 2017 nahm die Produktion doch wieder um 1,2 Millionen bpd zu.

Zuwachs kommt aus einem Sektor

Die Produktionssteigerungen gehen größtenteils auf die Förderung von Schieferöl zurück. So werden momentan Förderquoten wie in den 1970er Jahren erreicht. Es stellt sich nun die Frage, wie lange dieser Anstieg so weitergeht und wann die Produktion wieder sinken wird?

Die EIA versucht nun in ihrem aktuellsten Annual Energy Outlook verschiedene Szenarien durchzuspielen und eine Antwort auf diese Frage zu liefern. Das Basisszenario legt zugrunde, dass sich aktuelle Technologien weiter verbessern, und berücksichtigt allgemein gültige Daten über demographische und ökonomische Entwicklung. Es gibt Szenarien für geringen und hohen Ölverbrauch. Alle Szenarien haben jedoch eines gemeinsam.

Weiteres Wachstum der US-Förderung

Das Basisszenario geht von einem weiteren Wachstum von 2-3 Millionen bpd über die nächsten Jahre aus. Dieses Niveau soll dann bis ca. 2050 gehalten werden. Im Szenario mit geringerer Nachfrage nach Öl wird ein Wachstum von 1 Millionen zusätzlichen bpd prognostiziert, das Szenario mit hoher Nachfrage geht von zusätzlichen 9 Millionen bpd bis 2050 aus.

Wichtiger Faktor nicht bedacht

Die Ölproduktion kann jedoch nur so schnell wachsen, wie der Midstream Sektor die Kapazitäten dafür bereitstellt. Momentan sind die Kapazitäten an ihren Grenzen, und zwar nicht nur im Bereich des Erdöls, sondern auch beim Erdgas. Da nicht genügend Pipelinekapazität vorhanden ist, wird das Gas verbrannt. Durch Umweltregularien darf aber nur eine bestimmte Menge an Gas verbrannt werden. Auch hier sind der Produktion also Grenzen gesetzt.

Unternehmen habe Probleme erkannt

Bei hohen Ölpreisen steigen auch die Kosten für Ölfeld-Services. Die Wartezeiten für die Fertigung von Brunnen erhöhen sich. Geld, das eingeplant ist, kommt nicht bei den Konzernen an. Die EIA ist in ihren Prognosen sehr optimistisch, was das Wachstum des US-Ölmarkts angeht, vergisst aber, die bestehende und benötigte Infrastruktur zu analysieren. Exxon hat dieses Defizit bereits erkannt und ein Investitionsprogramm über 50 Milliarden US Dollar für die nächsten fünf Jahre geplant. Ob die Flaschenhälse aber alle ausgemerzt werden können, bleibt abzuwarten.

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Kenne mich mit Elliott nicht gut aus. Auf jeden Fall war der Short falsch ;-)


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