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Nordex: Wenn das mal gut geht!

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In den letzten Tagen kannte die Aktie des deutschen Windkraftspezialisten Nordex kein Halten mehr. So dominierte der einst „gefallene Engel“ zuletzt die Gewinnerliste im TecDAX beinahe täglich. Aus meiner Sicht sind die Anleger hier jedoch zu früh dran, was kurzfristig noch mal zu einem bösen Erwachen führen könnte. Langfristig dagegen sind die Perspektiven sehr gut, wie ich ja zuletzt bereits dargelegt hatte.

Neues Auktionsverfahren belastet die Branche in Deutschland schon länger

Um zu verstehen, worauf ich hinaus will, muss man sich anschauen, welche Veränderungen einst überhaupt zum Absturz der Aktie geführt haben. So wurde in Deutschland nämlich vor einiger Zeit ein neues Verfahren zur Auftragsvergabe bei der Errichtung neuer Windparks eingeführt. Dabei handelt es sich um eine sogenannte holländische Auktion. Konkret bedeutet dies, dass ein Auftraggeber ein Projekt ausschreibt und dann verschiedene Unternehmen darauf bieten können, wobei die Gebote jedoch nicht steigen, sondern fallen.

Am Ende erhält so der Interessent, der das niedrigste Gebot abgegeben hat, den Zuschlag. Durch diese neue Art der Auftragsvergabe gerieten die Preise am Markt natürlich gehörig unter Druck. Zumal manch ein Unternehmen, dass eben entsprechende Aufträge benötigte, extrem niedrige Gebote abgab. Zwar konnte Nordex trotz dieser neuen Praxis immer noch genügend Aufträge gewinnen, so dass die Umsatzentwicklung gar nicht so schlecht war. Aber die Margen und somit die Gewinne standen unter starkem Druck.

Langfristig ist Nordex ein Gewinner der Marktbereinigung!

Letztlich wird diese Entwicklung aber natürlich dazu führen, dass viele Konkurrenten nach und nach aus dem Markt ausscheiden werden, es also zu einer Marktbereinigung kommt. Nordex jedoch verfügt, als einer der führenden Anbieter in Deutschland, über tiefe Taschen und sollte somit die anstehende Marktbereinigung nicht nur überleben, sondern als Gewinner daraus hervorgehen. Die langfristigen Perspektiven für Nordex sind daher, das habe ich ja erst kürzlich am Beispiel der Aktie des Weltmarktführers Vestas Wind A/S gezeigt, sehr gut. Kurzfristig allerdings kann ich die starke Kursentwicklung zuletzt nicht ganz nachvollziehen. Denn gerade der für Nordex so wichtige deutsche Markt wird sich wohl nicht vor 2020 deutlich erholen.

Zwar wird auf solche Entwicklungen von Anlegern an der Börse bereits vorzeitig spekuliert, mehr als 6-12 Monate wird dabei aber in der Regel nicht in die Zukunft geschaut. Insofern scheinen die Anleger bei Nordex etwas zu früh dran zu sein. Alternativ wäre es möglich, dass sich der deutsche Markt früher erholt, dann aber fällt die Marktbereinigung deutlich geringer aus, was wiederum das mittel- bis langfristige Kurspotenzial beschränken würde. Ich glaube aktuell jedoch noch, dass die Anleger zurzeit einfach über das Ziel hinaus geschossen sind und erwarte daher bald einen nochmaligen deutlichen Rücksetzer der Aktie. Um oder unter 8,00 Euro wäre sie dann allerdings kaufenswert!

Ein Beitrag von Sascha Huber

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