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VW und Porsche: Das könnte jetzt richtig ins Geld gehen!

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>>Lohnt sich der Einstieg bei Volkswagen?

Liebe Leser,

es war eine Übernahmeschlacht, die noch nach fast zehn Jahren deutliche Nachwirkungen zeigt und jetzt im Rahmen eines Musterverfahrens vor Gericht landet. Dies geht aus einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Im Mittelpunkt der juristischen Auseinandersetzung steht die von Porsche initiierte Übernahme des wesentlich größeren Autobauers VW vor etwa neun Jahren, die am Ende scheiterte.

Die Übernahmeschlacht und die Folgen

Zur Erinnerung: Seit 2005 hatte sich Porsche sukzessive bei VW eingekauft. Im März 2008 bestritt der Stuttgarter Kraftfahrzeughersteller, dass man den Wolfsburger Konzern dominieren wolle. Nur kurze Zeit später gab Porsche bekannt, dass man vorhabe, sich den Zugriff auf fast 75 Prozent der VW-Stammaktien zu sichern. In der Folge schoss die VW-Aktie durch die Decke und erreichte zeitweise einen Wert von mehr als 1000 Euro. Investoren, die auf einen sinkenden Kurs spekuliert hatten, wurden schließlich von jenem plötzlichen Kurssprung überrumpelt und mussten deshalb empfindliche Verluste verzeichnen.

Der Vorwurf: Porsche habe die Investoren getäuscht, da der Konzern nicht frühzeitig über die konkreten Übernahmepläne informierte. Der Kartellsenat des Oberlandesgerichts Celle soll den Fall nun prüfen. Die klagenden Investoren setzen sich aus Hedgefonds und privaten Anlegern zusammen, die beispielsweise als Leerverkäufer auftraten.

Klägeranwalt Tilp will neue Beweise vorlegen

Der auf Musterklagen spezialisierte Anwalt Andreas Tilp vertritt die Klägerseite und machte vor Prozessbeginn klar, dass dessen Kanzlei neue belastende Argumente, Dokumente und Zeugen vorstellen werde.

Geforderte Schadensumme: fünf Milliarden Euro

Ziel des Prozesses sei laut Tilp ein Richterspruch, “der nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMug) für alle Kläger bindend ist”. Insgesamt seien unzählige Zivilklagen in jener Sache anhängig. Die Forderungen belaufen sich auf insgesamt fünf Milliarden Euro, so der Rechtsanwalt weiter.

„Es geht jetzt darum, die Tür aufzustoßen“

Tilp erklärte am Donnerstag in einem ZDF-Interview: „Es geht jetzt darum, die Tür aufzustoßen, dass es am Ende des Tages Geld gibt. Das Oberlandesgericht selber spricht noch keinen Schadensersatz zu, kümmert sich aber um alle Rechtsfragen, die notwendig sind, damit dann das Landgericht Hannover später Schadensersatz zusprechen kann.“

Freisprüche im Strafprozess gegen ehemalige Porsche-Vorstände

Die Ex-Porsche-Vorstände Holger Härter und Wendelin Wiedeking wurden bereits im vergangenen Jahr im Rahmen eines Strafprozesses vom Verdacht auf Marktmanipulation freigesprochen.

Ein Beitrag von Marco Schnepf