Schlusskurs vom 23.04.18:    0,15EUR  -6,08%  -0,01€

Steinhoff International: Weiterhin auf Messers Schneide!

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Lieber Leser,

Dienstag früh gehörte die Aktie der Steinhoff International noch zu den Gewinnern im MDAX. Dies änderte sich jedoch am Nachmittag. Grund hierfür sind neue Meldungen des Unternehmens, die nichts Gutes verheißen. Schauen wir uns das mal näher an!

Stühlerücken im Vorstand geht weiter, Banken streichen die Kreditlinien zusammen!

Beginnen wir dabei mit den guten Nachrichten. Das Stühlerücken im Vorstand geht unvermindert weiter und die neuen Führungspersonen halte ich persönlich für integer. So wurde zuletzt bereits Aufsichtsratschef und Interims-CEO Christo Wiese durch die Investmentbankerin Heather Sonn ersetzt. Gestern nun wurde bekannt, dass der Vorstand weiter umgebaut und der Chef der Tochter Conforama, Alexandre Nodale, zum stellvertretenden CEO befördert wird.

Doch das war es dann auch schon mit den guten Nachrichten. Denn zugleich wurde bekannt, dass der Konzern mit knapp 11 Mrd. Euro in der Kreide steht und die Banken bereits damit beginnen, die Kreditlinien zusammenzustreichen. Daher muss der neue CEO Danie van der Merwe weiterhin um das Überleben der Gesellschaft kämpfen. Denn zwar wären genug Assets zur Rückführung der Kredite vorhanden, diese Assets müssen aber erst einmal zu Geld gemacht werden.

Es deutet viel auf eine Insolvenz hin, aber…

Liest man sich die Nachrichten daher in Ruhe durch, deutet schon viel auf eine baldige Insolvenz der Gesellschaft hin. Anscheinend sind die Löcher in der Bilanz doch größer als von Optimisten angenommen. Daher haben die Banken Angst, dem Konzern zu viel Zeit einzuräumen und stellen ihre Kredite fällig. Dies könnte letzten Endes dazu führen, dass die Gesellschaft gar keine andere Chance mehr hat als eine Insolvenz.

Machen wir uns daher nichts vor: Betrug das Insolvenzrisiko zuletzt noch gut 50%, ist dieses in den letzten Tagen auf deutlich über 60% gestiegen. Kommt es wirklich zu einer Insolvenz, ist die Aktie erst einmal verbrannt. Auf der anderen Seite bleibt es aber eben auch dabei, dass – sofern man die Insolvenz doch noch vermeiden kann – eine deutliche Kurserholung auf weit über 1,00 Euro folgen könnte.

Ein Beitrag von Sascha Huber

Sascha Huber, gilt schon seit Zeiten des Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightech-Branche.