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Steinhoff International: Eine Chance für hartgesottene Anleger und Trader?

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Lieber Leser,

zu den Verlierern im MDAX zählte in den letzten Tagen mal wieder die Aktie des angeschlagenen Einzelhändlers Steinhoff International. Das Unternehmen kämpft immer noch ums Überleben. Aber gerade weil dieser Überlebenskampf schon so lange andauert, stehen die Chancen auf ein positives Ende nicht schlecht. Denn wollte man Steinhoff in die Insolvenz schicken, wäre das wohl längst passiert.

Wenig Neuigkeiten von Unternehmensseite verunsichern die Anleger!

Ein konkreter Grund für den aktuellen Rücksetzer lässt sich dabei nicht finden. Daher ist zu befürchten, dass einfach einige Anleger nervös geworden sind, weil es zuletzt keine Neuigkeiten von Unternehmensseite mehr gab. Keine News sind schlechte News, mag sich dabei der ein oder andere Anleger gedacht haben – und die Aktie daher verkauft haben. Dabei ist es genau umgekehrt, keine News sind eher gute News.

Ganz generell muss man nämlich konstatieren, dass alleine die lange Verhandlungsdauer mit den kreditgebenden Banken schon positiv zu bewerten ist. Denn hätten diese den Konzern in die Insolvenz schicken wollen, wäre das wohl schon längst passiert. Zwar kann man ein Scheitern der Verhandlungen nie ausschließen, zumindest so lange nicht bis ein konkretes Verhandlungsergebnis auf dem Tisch liegt, aber ich rechne eigentlich nicht mehr mit einer Insolvenz.

Hartgesottene Anleger und Trader können ihr Glück durchaus versuchen…

Angesichts der aber natürlich immer noch möglichen Insolvenz ist das Risiko eines Kaufs der Aktie unverändert hoch. Andererseits wird die Aktie aktuell schon fast auf Insolvenzniveau bewertet, so wie das einst ja auch bei Infineon mal der Fall war. Infineon zeigt aber auch, was möglich wird, wenn das Unternehmen der Insolvenz entgeht. Vor diesem Hintergrund können hartgesottene Anleger und besonders Trader ihr Glück durchaus mal versuchen.

Denn fundamental ist die Aktie natürlich inzwischen extrem günstig bewertet und charttechnisch hellt sich das Bild langsam auf. Dies gilt zumindest so lange, wie die Aktie nicht mehr unter das bisherige Tief von 0,30 Euro zurückfällt. Ich würde daher zu Kursen um 0,33 Euro einen Kauf wagen, die Position mit einem Stoppkurs um 0,29 Euro absichern – und sehe ein kurzfristiges Kursziel bei 0,45 Euro. Bei Vermeidung einer Insolvenz würden langfristig sogar Kurse über 1,00 Euro möglich, aber so weit sollten wir zurzeit besser noch gar nicht denken.

Ein Beitrag von Sascha Huber

Sascha Huber, gilt schon seit Zeiten des Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightech-Branche. So betrieb er von 1998 bis 2001, gemeinsam mit einem Partner, eine der damals führenden Börsen-Hotlines mitsamt zugehörigem Internetportal. Er gehörte damit zu den Ersten, die das Potenzial von Aktien wie Amazon.com, Apple oder eBay erkannten.