Sparen: Für die Amerikaner noch immer ein Fremdwort!

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>>Lohnt sich der Einstieg bei ?

Liebe Leser,

Sparen, das tun die, die es nötig haben. Wer es nicht nötig hat, wem es gut geht, der gibt das Geld mit beiden Händen gleichzeitig aus. Folgt man diesem Schwarz-Weiß-Bild, so muss es den Amerikanern gerade wieder besonders gut gehen, denn mit dem Sparen und dem Bilden von Rücklagen haben sie allgemein schon nicht viel am Hut und derzeit noch weniger als sonst.

Die Sparquote der US-amerikanischen Haushalte liegt derzeit auf dem tiefsten Niveau seit Ausbruch der Finanzkrise. Das schafft nicht nur Angriffsflächen, sondern weckt auch ungute Erinnerungen. Als Sparweltmeister waren die Amerikaner nie bekannt, eine Spitzenposition im Sparranking der Nationen wird deshalb kaum jemand von ihnen erwarten.

Doch wenn zu wenig gespart wird, wird aus jeder Kleinigkeit schnell eine finanzielle Katastrophe. Kommt sie in Form einer unvorhergesehenen Ausgabe von 400 US-Dollar daher, weil beispielsweise die Waschmaschine defekt ist und durch eine neue ersetzt werden muss oder das Auto in die Werkstatt muss, können 44 Prozent der Amerikaner die Belastung nicht problemlos schultern. Das ergab eine Umfrage, die in diesem Jahr im Auftrag der US-Notenbank durchgeführt wurde.

400 US-Dollar sind nicht allzu viel Geld, 44 Prozent sind fast die Hälfte. So fragt man sich leicht, welche der beiden Zahlen die schockierendere ist. Nahezu die Hälfte der Amerikaner lebt finanziell am Anschlag und gibt damit zu erkennen, dass sie weder für unerwartete Ausgaben noch für wegbrechende Einnahmen gerüstet ist. Es wird in den USA in vielen Haushalten von der Hand in den Mund gelebt und offensichtlich auf eine weiterhin stabile Wirtschaft vertraut.

Niedrigste Sparquote seit 2007

Bestätigt werden die Ergebnisse der Umfrage der Federal Reserve Bank von den Daten des US-Handelsministeriums. Im September 2017 erreichte die Sparquote mit nur noch 3,1 Prozent das tiefste Niveau seit Ende 2007. Damit liegt die Quote zwar noch immer deutlich über dem Allzeittief von 1,9 Prozent, das im Juli 2005 erreicht wurde. Gleichzeitig wird die durchschnittliche Sparquote seit Anfang der 1990er Jahre jedoch um rund zwei Prozentpunkte unterschritten.

In den USA gibt es keinen Zwang zum Sparen. Dies muss man berücksichtigen, wenn man die US-Sparquote mit den Sparquoten anderer Länder vergleicht. In der Schweiz beispielsweise ist die berufliche Vorsorge obligatorisch. Kein Schweizer kommt um sie herum. Aus diesem Grund sparen die Eidgenossen mit 18,7 Prozent ihres Einkommens auch wesentlich mehr als Deutsche (9,7 Prozent) oder Österreicher (8,2 Prozent).

Der Blick auf die Sparquote allein ermöglicht noch kein ausgewogenes Bild über die finanzielle Situation im Land. Entscheidend sind auf der persönlichen Ebene auch das Alter und die bereits zur Verfügung stehenden Rücklagen. Wenn ein 90-jähriger mit gut gefülltem Konto seine Sparanstrengungen reduziert, so ist das ganz anders zu bewerten, als wenn ein 30-jähriger ohne umfangreiche Rücklagen nicht sparen kann oder will.

Ökonomen, die die niedrige Sparquote der US-Bürger als weniger problematisch ansehen, verweisen gerne auf die gestiegenen Nettovermögen der Amerikaner. Die USA sind nicht die Nation der Sparbuch- und Lebensversicherungskunden, sondern die der Aktionäre und Hausbesitzer. In diesen beiden Anlageformen ist die Masse des US-Vermögens konzentriert.

Steigende Nettovermögen als Ausgleich?

Der starke Anstieg der Aktienkurse an der Wall Street hat in den letzten Jahren die Nettovermögen vieler Amerikaner steigen lassen. Seit Anfang 2012 konnten auch die Häuserpreise wieder markant zulegen. In der Tat vermögen das Eigenheim und das eigene Aktiendepot als Ausgleich zu einem nicht üppig besparten Sparkonto zu dienen. Das Ganze funktioniert allerdings nur, solange die Vermögenspreise nicht fallen. Dieser angenehme Zustand war in den letzten Jahren gegeben. Doch wie nachhaltig ist dieser Trend?

Optimisten erkennen in der sinkenden US-Sparquote ein Zeichen für das wachsende Vertrauen der Amerikaner in den Konjunkturaufschwung. Weil die Wirtschaft brummt und im Land praktisch Vollbeschäftigung herrscht, erscheine vielen eine finanzielle Zurückhaltung weniger notwendig. Derartige Argumentationen waren auch in den späten 1990er Jahren und kurz vor dem Beginn der Finanzkrise zu hören, als es galt, die damaligen Rückgänge der US-Sparquote zu bewerten.

Sie sind auch heute mit Vorsicht zu genießen, denn steigende Vermögenspreise sind keine Einbahnstraße. Momentan werden die Aktien- und Häuserpreise nicht nur von der guten Konjunktur, sondern auch vom billigen Geld der Notenbanken getrieben. Ein Abschwung an den Börsen und der bereits vollzogene Anfang vom Ende der lockeren Geldpolitik können die aufgelaufenen Buchgewinne leicht wieder zerstören. So erging es nach dem Platzen der Dotcom-Blase und im Anschluss an die Subprimekrise vielen Aktien- und Hausbesitzern. Angesichts der Steilheit, mit der die Aktienkurse derzeit steigen, ist eine Wiederholung keineswegs ausgeschlossen.

Kritisch zu betrachten ist auch, dass die Vermögenspreise schon seit einiger Zeit sehr viel schneller steigen als die Löhne und Gehälter. Während im September 2017 die US-Sparquote auf den niedrigsten Stand seit 2007 fiel, verzeichneten auf der anderen Seite die Konsumausgaben den stärksten Anstieg seit 2009. Das bedeutet, dass viele Amerikaner ihren Konsum finanzieren, indem sie ihre Sparanstrengungen reduzieren.

Man kann dieses Spiel eine Zeit lang spielen, aber gewiss nicht ewig. Die Schere ist bereits sehr weit auseinandergegangen. Das bedeutet, dass die Konsumausgaben nur noch begrenzt steigerbar sind, denn viel Spielraum durch ein weiteres Absenken der Sparquote besteht nicht mehr. Danach bleibt nur noch der Weg über eine Ausweitung der Schulden. Für die US-Wirtschaft, die zu rund 70 Prozent vom Konsum abhängig ist, sind das nicht die besten Aussichten.

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Ein Beitrag von Dr. Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist erfolgreicher Autor und ein bekannter Finanzjournalist. Sie wollen Unterhaltung und Information rund um das spannende Thema Börse...