Donald Trump und die Finanzmärkte: Enttäuschung vorprogrammiert!

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Liebe Leser,

wer viel verspricht, der sollte auch schnell und vor allem vollständig liefern, ansonsten wird die Beziehung zum Kunden schnell zum Problem. Was für die Wirtschaft gilt, gilt selbstverständlich auch für die Politik, wobei der Kunde hier der Wähler ist. Der „kauft“ zwar im Prinzip nur alle vier Jahre, meldet sich aber auch zwischen den Wahlen über verschiedene Kanäle immer wieder zu Wort.

Die Umfragen mit der bekannten Sonntagsfrage sind der mit Abstand bekannteste Kanal. Aber sie sind auch gleichzeitig ein vergleichsweise unwichtiger Kanal, denn wenn die Zeitspanne bis zum nächsten Urnengang noch lang ist, können Politiker geneigt sein, den sich in den Umfragen zeigenden Protest zu ignorieren. Sie wissen um die Vergesslichkeit des Wählers und sie wissen, dass in der Politik schon zwei Monate eine sehr lange Zeit sein können. Warum sich also jetzt schon aufregen, wenn die nächsten wichtigen Wahlen erst in drei oder vier Jahren anstehen?

Nicht so leicht ignorieren kann die politische Klasse die Reaktionen, die ihnen von den Finanzmärkten widergespiegelt werden. Man sonnt sich sehr gerne in ihnen, wenn die Reaktion positiv ausfällt. So wie es beispielsweise Donald Trump in den Monaten nach seiner Wahl getan hat. Weil und solange der Dow Jones seit dem Urnengang im letzten November stieg, hat auch der neue US-Präsident immer wieder gern den aktuellen Stand getwittert und nicht gezögert, den Kursanstieg mit sich und seiner ach so erfolgreichen Politik in Verbindung zu bringen.

In der ersten Hälfte des Jahres 2017 war die Beziehung des neuen Präsidenten zur Wall Street eine sehr harmonische. Die Märkte hofften auf Donald Trump und dieser auf einen positiven Rückenwind aus der Wirtschaft. Die Börse nahm die Pläne der neuen Administration sehr wohlwollend auf, insbesondere das angekündigte große Infrastrukturprogramm und die geplante Steuerreform beflügelten die Phantasie.

Der Wind hat inzwischen gedreht

Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt viel versprochen, aber so gut wie nichts umgesetzt und das Wenige, das angegangen wurde, ging oftmals schief. Eine Zeit lang ist man dem politischen Neuling im Präsidentenamt mit großer Nachsicht begegnet. Diese Zurückhaltung hat der Markt inzwischen abgelegt. Seine Kurse sprechen eine deutliche Sprache und die fällt für Donald Trump absolut nicht positiv aus.

Als Erster gesprochen hat der Devisenmarkt. Die Tage des starken Dollars sind vorbei. Das liegt nicht nur an Donald Trump, aber auch an ihm und seiner Politik. Schien der Wechselkurs des Euros Ende letzten Jahres noch auf dem Weg zur Parität zu sein, antizipieren die Devisenmärkte heute zwei wesentliche Veränderungen: Man rechnet mit höheren Zinsen in Europa und geht davon aus, dass der neue US-Präsident nicht viel auf die Reihe bekommen wird.

Der deutliche Wertverlust des US-Dollars ist nicht das einzige kritische Signal, das die Finanzmärkte in diesen Tagen senden. Auch die Rentenmärkte zeigen durch die fallenden Renditen der Anleihen, dass die Händler der neuen Administration nicht mehr trauen. Nur der Aktienmarkt hat bislang noch nicht ernsthaft reagiert. Bis in den Herbst hinein reihte sich beim Dow Jones, S&P 500 und NASDAQ 100 ein Allzeithoch an das andere.

All das suggeriert dem staunenden Publikum eine prosperierende US-Wirtschaft. Auf den ersten Blick scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Selbst der niedrigere Kurs des US-Dollars passt ins Bild, senkt er doch das amerikanische Handelsbilanzdefizit gegenüber aufwertenden Währungsräumen wie China, Japan oder der Eurozone. Wer sich allerdings in die Details vertieft, wird schnell feststellen, dass die Reaktion des Aktienmarktes durchaus differenziert ausfällt.

Nur die internationalen Unternehmen profitieren

Im Dow Jones wie auch im breiteren S&P 500 Index sind vorwiegend die großen, international agierenden US-Unternehmen notiert. Sie profitieren vom schwächeren US-Dollar und ihr Geschäftserfolg ist stärker von den globalen Märkten und weniger von der Situation in den USA selbst abhängig. Kommt Donald Trump dort nicht wirklich voran, sind die Auswirkungen auf diese Firmen vergleichsweise gering.

Ganz anders ist die Lage bei jenen Unternehmen, die ihre Umsätze und Gewinne zum größten Teil in den USA selbst erwirtschaften. Sie sind in der Regel nicht im S&P 500, sondern im Russel-2000-Index enthalten. Anleger, die auf diesen Index schauen, werden die Kursentwicklung der letzten zwölf Monate vermutlich als enttäuschend bewerten.

Während der S&P 500 seit der Wahl Donald Trumps gut 20 Prozent zugelegt hat, kommt der Russel 2000 praktisch nicht vom Fleck. Das ist sicher kein Zufall und ganz gewiss nicht der Vergesslichkeit der Anleger geschuldet, sondern ein klares Indiz dafür, dass es dem neuen US-Präsidenten bisher nicht gelungen sei, die heimische Wirtschaft nachhaltig zu stimulieren.

Der entscheidende Faktor ist hier die Enttäuschung um die bislang noch nicht realisierte Steuerreform. Gerade die auf US-Markt ausgerichteten Unternehmen sind darauf angewiesen, dass Donald Trump die groß angekündigte Senkung der Unternehmenssteuern endlich durchbringt. Zwar haben die Verhandlungen des Präsidenten mit den beiden Kammern des Kongresses bereits begonnen, doch schon jetzt ist klar, dass der von Donald Trump im Wahlkampf in Aussicht gestellte durchschnittliche Steuersatz von 15 Prozent in weite Ferne gerückt ist.

Die abflachende Zinskurve deutet auf eine bevorstehende Rezession

Nun spricht man davon, dass der neue Steuersatz bei 23 Prozent liegen könnte. Bedenkt man jedoch, dass die Verhandlungen noch laufen und weitere Anpassungen vermutlich eher nach oben als nach unten vorgenommen werden, kann man bereits jetzt davon ausgehen, dass Unternehmen und Anleger enttäuscht sein werden, weil die Differenz zum aktuellen, durchschnittlichen Unternehmenssteuersatz von 35 Prozent nicht sehr groß ausfallen wird.

Auch das angekündigte Infrastrukturprogramm lässt die Anleger vergleichsweise kalt. Sie wissen, dass, egal, wie groß es ausfällt, auch unter einem Präsidenten Donald Trump lange Vorlaufzeiten zu berücksichtigen sind. Es ist deshalb unrealistisch, hier schnell auf nennenswerte Verbesserungen und Impulse zu hoffen. Aus diesem Grund sind die Kurse der Baufirmen und Zulieferer wieder von jener Euphorie befreit worden, die sie kurz nach der Wahl erfasst hatte.

Die bedrohlichsten Signale sendet derzeit der Anleihenmarkt aus. Hier liegen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen nur noch bei knapp über zwei Prozent. Selbst die 30-jährigen Schuldverschreibungen werfen gerade einmal 2,66 Prozent Rendite ab. Das kann man getrost als untypisch tief bezeichnen. Nicht aus den Augen verlieren sollten die Investoren auch, dass sich die Zinskurve in den letzten Monaten abgeflacht hat.

Sinkende Zinsen und eine abflachende Zinskurve gelten gemeinhin als untrügliche Zeichen dafür, dass der Finanzmarkt nicht mit einer höheren Inflationsrate und einer Dynamisierung, sondern mit einem Abschwung der US-Konjunktur rechnet. Weil auch die Unternehmensgewinne in fünf der letzten sechs Quartale rückläufig waren, rückt eine Rezession immer näher.

Dass es sie geben wird, lässt sich derzeit zwar noch nicht mit abschließender Sicherheit behaupten, dennoch ist offensichtlich, dass der laufende Zyklus des Aufschwungs sich verlangsamt und seinem Ende nähert. Dieser Wahrheit werden sich auch die ambitionierten Kurse an der Wall Street nicht ewig entziehen können.

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Ein Beitrag von Dr. Bernd Heim

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