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Dialog Semiconductor: Anleger spielen das “Chicken Game”!

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Lieber Leser,

ich war vor zwei, drei Jahren durchaus noch sehr bullish gestimmt für die Aktie von Dialog Semiconductor, auch wenn die Aktie schon seinerzeit öfter mal durch Gerüchte um Großkunde Apple unter Abgabedruck geriet. Seit einiger Zeit bin ich jedoch kein Bulle mehr, was die Aktie betrifft. Hier erfahren Sie, wenn Sie es nicht ohnehin schon wissen, nochmal warum?

Dialog Semiconductor hängt nahezu sklavisch an Apple

Prinzipiell ist es nämlich so, dass die Aktie nicht umsonst so sensibel auf Gerüchte rund um Apple regierte. Denn Apple ist der mit Abstand größte Kunde von Dialog Semiconductor und stand zuletzt für knapp 50% des Jahresumsatzes sowie deutlich mehr als 50% des Jahresgewinns der Gesellschaft. Damit hängt die Geschäftsentwicklung und somit die Entwicklung des Aktienkurses nahezu sklavisch von Apple ab.

Nun ist das Management von Dialog Semiconductor um CEO Dr. Jalal Bagherli natürlich nicht dumm. So hat man auch dort diese Abhängigkeit bemerkt, als kritisch bewertet und folglich daran gearbeitet, sie zu reduzieren. So gewann man zwischenzeitlich Samsung als zweiten Großkunden hinzu und wollte das US-Unternehmen Atmel übernehmen. Doch diese Übernahme scheiterte und so ging Atmel an den Konkurrenten Microchip Technologies.

Apple arbeitet daran, Dialog Semiconductor überflüssig zu machen!

Somit war am Ende nichts gewonnen, im Gegenteil. Denn wie man im Internet leicht nachvollziehen kann, hat Apple zuletzt reihenweise Ingenieure von Dialog Semiconductor abgeworben. Dies befeuerte natürlich erneut die Gerüchte, dass die Gesellschaft ihren mit Abstand größten und wichtigsten Kunden verlieren könnte. Da dies auch sehr gut zur neuen Strategie von Apple passt, nach Möglichkeit alles an Hardware selbst zu entwickeln, gab es zuletzt natürlich wieder Gerüchte um einen Verlust dieses Großkunden.

Und tatsächlich glaube auch ich inzwischen, dass Apple daran arbeitet, Dialog Semiconductor überflüssig zu machen, wie es Apple auch schon bei anderen Zulieferern getan hat. Insofern spielen die Anleger hier aktuell das „Chicken Game“, denn es scheint nicht mehr die Frage zu sein, ob Dialog Semiconductor bald den Verlust seines größten Kunden bedauern muss, sondern nur noch wann. Da hilft dann auch der Einstieg chinesischer Investoren vor einigen Monaten wenig. Auch ich wäre hier feige und würde die Aktie derzeit auch nicht im Depot haben wollen!

Ein Beitrag von Sascha Huber