Schlusskurs vom 16.01.18:    15,10EUR  -1,56%  -0,24€

Deutsche Bank und Commerzbank: Cerberus bricht offenbar sein Schweigen!

0
757

Liebe Leser,

tun sie es oder tun sie es nicht? Seit geraumer Zeit werden Gerüchte gestreut, die eine mögliche Fusion der beiden größten deutschen Geldhäuser betreffen. Die in den letzten Jahren immer wieder aufflammenden Spekulationen wurden erst im Herbst des vergangenen Jahres abermals befeuert.

Cerberus-Beteiligungen befeuerten Gerüchteküche

Der Grund: Cerberus, ein US-amerikanischer Finanzinvestor, war im November bei der Deutschen Bank mit drei Prozent eingestiegen. Bereits seit Sommer hält der umtriebige Investor auch Anteile an der Commerzbank (5 Prozent).

Schnell vermuteten einige Beobachter, dass die Investition in die beiden wichtigsten deutschen Banken ein Zeichen dafür sei, dass der Großaktionär von einer Fusion der beiden Geldinstitute profitieren und diese deshalb forcieren würde. Der verschwiegene Investor hingegen ließ seine Absichten bisher weitestgehend im Dunkeln und begründete den Einstieg bei den Frankfurter Großbanken lediglich mit dem allgemeinen Vertrauen in die Stärke des deutschen Bankensektors und der deutschen Wirtschaft.

Medienbericht: Cerberus-Chef Feinberg spricht sich gegen Fusion aus

Wie die Nachrichtenagentur Reuters nun unter Berufung auf einen Bericht des Handelsblatts mitteilte, habe sich Cerberus-Chef Stephen Feinberg bereits Mitte Dezember in Gesprächen im Kanzleramt, im Finanzministerium, bei den Aufsichtsbehörden sowie den Banken zur Sachlage geäußert.

Hierbei soll sich Feinberg gegen eine Fusion der beiden Dax-Konzerne ausgesprochen haben. So biete die deutsche Volkswirtschaft laut Feinberg ausreichend Raum für zwei große deutsche Privatbanken, berichtete das Handelsblatt mit Bezug auf nicht näher genannte Finanzkreise.

Deutliche Worte an die Frankfurter Konzernspitzen

Vielmehr sollten sich die Deutsche Bank und die Commerzbank bei ihrer Neuausrichtung mehr anstrengen. Die Ziele der beiden seien zu wenig ambitioniert. Darüber hinaus seien die beiden Geldhäuser nach wie vor zu komplex aufgestellt und müssten daher deutlich schlanker und effektiver werden, betonte Feinberg laut Handelsblatt. Eine offizielle Cerberus-Stellungnahme zum Bericht blieb bisher allerdings aus.

Ein Beitrag von Marco Schnepf