Der Markt kann die Zinswende nicht ewig ignorieren!

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Lieber Investor,

die Zinswende hat bereits begonnen, aber eine Rückkehr zur Normalität der Zeit vor 2008 wird es nicht geben. Auf diesen, im ersten Moment sehr paradox anmutenden Widerspruch läuft die Zinspolitik der großen Notenbanken in den nächsten Jahren hinaus. Wir betreten damit geldpolitisches Neuland, denn die kommenden zehn Jahre werden nicht so sein wie die seit der Finanzkrise vergangenen Jahre. Sie werden aber auch ganz anders sein als die Zeit davor.Die erste Frage ist, ob sich überhaupt etwas ändern muss. Ginge es alleine nach den überschuldeten Schuldnern und den Aktienhändlern, müsste sich gar nichts ändern, denn beide Gruppen können mit dem gegenwärtigen Geldregime wunderbar leben.

Die Schuldner müssen sich nicht um ihre Kredite sorgen, weil Zinsen entweder nicht oder nur noch in einem geringen Umfang anfallen und die Aktienhändler sind in den letzten Jahren beinahe süchtig nach der neuen Droge „billiges Geld der Notenbanken“ geworden.Augenblicklich fällt auf, dass die Notenbanken sehr deutlich herausstreichen, wie gut und segensreich ihre Geldpolitik in den letzten Jahren doch gewirkt habe.

Das tun sie nicht ohne Grund. Der Grund ist allerdings ein anderer als es die positiven Statements im ersten Moment vermuten lassen. Immer deutlicher zeigen sich die negativen Konsequenzen der bewusst erzeugten Geldschwemme. Die Masse des Geldes kommt nicht in der Realwirtschaft an, sondern erzeugt an den Finanzmärkten neue Blasen und die Gesellschaften fallen zunehmend auseinander, weil die Kluft zwischen Arm und Reich beständig wächst.

Das Selbstlob, das die Notenbanken in diesen Tagen so eifrig an sich selbst verteilen, ist daher zu einem großen Teil auch der Versuch, die eigenen Fehler nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu rücken und sie damit aus der gesellschaftlichen Diskussion nach Möglichkeit herauszuhalten. Gleichzeitig ist klar, dass etwas geschehen muss. Ein ‘Weiter so wie bisher’ scheidet dabei ebenso aus, wie eine radikale Rückkehr zu den Zuständen vor 2008.

Keine Rückkehr zur Normalität

Auf dem Weg zur angeblichen Normalität am weitesten vorangeschritten ist die US-Notenbank. Die FED hat bereits einige Zinsschritte hinter sich und ist im Oktober 2017 auch dazu übergegangen, ihre Bilanz zu verkleinern. Das hört sich zwar nach einer Normalisierung an, kann aber keine vollständige Normalisierung werden, weil in den vergangenen Jahren zu viel überschüssige Liquidität erzeugt wurde.

Stephen Roach, der frühere Chefökonom von Morgan Stanley, wies bereits darauf hin, dass die Größenordnung, in der in den vergangenen Jahren beständig neues Geld aus dem Nichts geschaffen wurde, nicht übersehen werden darf. Allein die drei großen Notenbanken, Federal Reserve Bank, Europäische Zentralbank und Bank of Japan, haben seit 2008 die Liquidität um 8,3 Billionen US-Dollar erhöht. Das nominale Bruttoinlandsprodukt ist in der gleichen Zeit jedoch nur um 2,1 Billionen US-Dollar gewachsen. Daraus ergibt sich eine nicht absorbierte Überschussliquidität von 6,2 Billionen US-Dollar. Sie schwappt augenblicklich an den Finanzmärkten und im Bankensystem umher und verzerrt die Vermögenspreise.

Wollen die Notenbanken diese 6,2 Billionen US-Dollar wirklich wieder einsammeln, riskieren sie einen Absturz der Vermögenspreise und massive Verwerfungen an den Finanzmärkten. Diesen Schuh werden sich die Notenbanken vermutlich nicht anziehen wollen. Wir haben deshalb Grund zur Annahme, dass die Notenbankbilanzen zwar zyklisch wieder etwas reduziert werden, jedoch der Löwenanteil der überschüssigen 6,2 Billionen US-Dollar im System verbleiben wird.

Die großen Notenbanken handeln zudem nicht unabhängig von einander. Wenn also die amerikanische FED vorsichtig damit begonnen hat, an der Zinsschraube zu drehen und ihre aufgeblähte Bilanz wieder ein wenig zu verkürzen, so werden die anderen nicht ewig weiter auf dem Gaspedal stehen können, sondern früher oder später dem von der FED eingeschlagenen Weg folgen. Das heißt, eine Zinswende wird kommen, nicht nur in den USA.

Früher oder später muss der Markt sich der neuen Realität stellen

Der starke Anstieg des Euros gegenüber dem US-Dollar in 2017 war ein erstes Indiz dafür, dass der Markt sich auf eine Zinsanhebung auch in Europa vorbereitet. So richtig angekommen scheint die Botschaft bei den Marktteilnehmern aber noch nicht zu sein. Die Aktienmärkte zeigen sich von steigenden Zinsen und der rückläufigen FED-Bilanz kaum beeindruckt und auch der Rentenmarkt hat bislang kaum reagiert. Dabei sind gerade hier scharfe Reaktionen zu erwarten. Besonders gefährdet sind die aktuell bei den Anlegern noch sehr beliebten Märkte für Unternehmensanleihen.

Hier besonders die sogenannten unkonventionellen Papiere. Bei ihnen handelt es sich um die Obligationen von Unternehmen mit niedriger Bonität, also den klassischen Hochzinsanleihenmarkt. Aber auch Katastrophenanleihen, Infrastrukturanleihen und ähnliche Produkte sind mit von der Partie. Der Handel mit ihnen könnte leicht austrocknen, etwa dann, wenn die Investmentbanken kaum noch Anleihen auf die eigenen Bücher nehmen. In diesem Fall dürfte so mancher Fonds oder institutionelle Anleger überrascht feststellen, dass diese Papiere kaum noch zu verkaufen sind.

Einige Pensionskassen haben auf diese Gefahr bereits reagiert, indem sie in ihrem Anleihenportfolio teilweise die Restlaufzeiten gesenkt haben. Das schützt sie ein wenig besser vor einer Wende an den Märkten. Gefährdet sind aber besonders jene Anleger, die auf der Jagd nach etwas mehr Rendite kreditfinanzierte Depots eingerichtet haben, in die sie anschließend bevorzugt Schrottanleihen eingestellt haben.

Drehen die Märkte, wird diese Strategie schnell von zwei Seiten unter Druck geraten. Die Zinsen für die aufgenommenen Kredite steigen, während gleichzeitig die Kurse der gekauften Hochzinsanleihen fallen werden. Diesem Dilemma kann man sich eigentlich nur durch einen schnellen, unverzüglichen Verkauf entziehen. Wenn aber an der Börse wieder einmal alle gleichzeitig durch dieselbe Tür wollen, wird diese sich schnell als viel zu eng darstellen.

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Ein Beitrag von Dr. Bernd Heim

Dr. Bernd Heim ist erfolgreicher Autor und ein bekannter Finanzjournalist. Sie wollen Unterhaltung und Information rund um das spannende Thema Börse...