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Neues Problem? Konjunktursorgen in den USA

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Lieber Leser,

bis zuletzt sah es an den Börsen gut aus. Wie ich es erwartet hatte, nachdem die Daten der Unternehmen bislang alle recht ordentlich gewesen waren. Jetzt kommt es zu einem Stimmungsumschwung, der sich in den Charts noch kaum zeigt, sondern in tatsächlichen Stimmungsdaten.

Schlechtere Wirtschaftslage

Die Börsen können dauerhaft nur gewinnen, wenn die Unternehmen ordentliche Gewinne erwirtschaften. Das ist zwar eine sogenannte Binsenweisheit, die meisten Analysten jedoch verlieren sich in endlosen Betrachtungen verschiedener Faktoren. Die langfristigen Gewinne, die Gewinnkonstanz ist dabei häufig noch wichtiger für die Kurse.

Aktuell sieht es so aus, als sollten die Gewinne sich nach und nach reduzieren. Das belege ich Ihnen gleich. Relativ schlechtere Zahlen sind dauerhaft eine Garantie für Kurssenkungen. Die Faktoren aber sind relativ deutlich:

  • Die US-Wirtschaft wird nur noch schwach wachsen
  • Bei uns in der Euro-Zone wird das Wirtschaftswachstum vielleicht gerade noch sehr niedrige 1,0 % p.a. betragen
  • Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird angeblich beigelegt. Das ist nicht überraschend und deshalb keine „gute“ Nachricht – sondern das, was der Markt an sich früher oder später ohnehin erwartet. Tatsächlich aber sind die Ergebnisse meiner Einschätzung nach am Ende nicht so gut, wie sie jetzt zwischen den Zeilen verkauft werden. Denn am Ende muss Trump verschiedentlich einknicken, weil für ihn faktisch jetzt schon der nächste Wahlkampf beginnt und die Zahlen in einigen Branchen Chinas schlecht sind.
  • Die Zinsen in der Euro-Zone bleiben niedrig. Schlecht ist jedoch der Umstand, dass die EZB, die Europäische Zentralbank, ankündigte, die Zinsen würden erst 2020 wieder ansteigen (also auf mehr als 0 % klettern). Zunächst werden lediglich die Banken mit neuen länger laufenden Krediten unterstützt. An Sparer, an Versicherte oder an spätere oder aktuelle Rentner denkt die Politik dabei jedenfalls nicht. Schlimmer noch: Dass die Zinsen gleich so lange so niedrig bleiben sollen, zeigt, auf welch schwachen Füßen die Wirtschaft in der Euro-Zone derzeit steht.
  • Der Brexit kommt. Vielleicht – am 29. März. Schon liegt eine Studie vor, wonach die Euro-Zone doch deutlich gefährdeter wäre als Großbritannien. Das wäre eine Überraschung. Großbritannien kann dann auf den Freihandel hoffen, während die Euro-Zone ein weiteres Absatz- und Produktionsgebiet verliert.
  • Zudem bleibt die Verschuldung der Euro-Staaten sehr hoch, da derzeit noch keine nennenswerten Rückzahlungen gelungen sind. Steigen die Zinsen dann eines späteren Tages, wird es angesichts neuen Finanzbedarfs und der Schwierigkeiten bei der Rückzahlung wohl weiter nach oben gehen.

Gesetz zur Regression

Dabei sind Unternehmensverluste oder relative dauerhafte Verluste im Sinne sinkender Gewinne den Börsenkursen auf Dauer abträglich. Denn die Unternehmen müssen einmal im Jahr eine richtige Bilanz ziehen. Die Wahrheit in Form der Börsenbewertung (Kurse und „Unternehmenswert“, wie auch immer berechnet) kommt auf den Tisch. Alle kurzfristigen Abweichungen spielen dabei keine Rolle.

Deshalb sind die Daten, von denen ich oben sprach, dann auf Kursebene nicht nützlich. Vielen Unternehmen sind die Grenzen aufgezeigt worden und die Stimmung an den Märkten wird dann ohnehin schlechter.

Nur steigen die Gewinne also 2019 nicht so schnell und so hoch wie gedacht, gewinnen doch die meisten Unternehmen etwas. Und diese bilanziellen Gewinne, die zugleich die Abschreibungen überdecken sollten, erhöhen den substanziellen Unternehmenswert. Wenn die Kurse kurzfristig wegen der Enttäuschung nicht entsprechend steigen, dann eben später.

Es gibt das sogenannte Gesetz der Regression. Die Kurse haben – entlang der steigenden Unternehmensgewinne – einen bestimmten Entwicklungspfad, der bei einem Unternehmen mit nachhaltig größeren Unternehmensgewinnen seinerseits steigt. Die Kurse schwanken um diesen langfristigen Pfad, mal sind sie höher, mal niedriger als der angenommene echte Wert. Die Kurse aber kommen immer wieder auf diesen, ihren eigenen Pfad zurück.

Sinken die Kurse auch dieser Tage, dann kommen sie doch nach diesem Modell zurück zu ihrem Entwicklungspfad, sogar so sicher wie das Amen in der Kirche. Oder jedenfalls fast. Allerdings müssen Sie bei solchen Pfaden aus meiner Erfahrung – und aus Zahlenanalysen heraus – dem Markt Luft zum Atmen geben. Einige Jahre kann es dauern, bis das Gesetz sich zeigt.

Das Entscheidende daran: Dann werden Sie auch die durchschnittlich möglichen Renditen sowohl bei den Kursen als auch bei den Unternehmensgewinnen sehen. Für Sie sind die entscheidenden Daten „natürlich“ die Kursgewinne. Die werden sich nach und nach auch ihrem Mittelwert nähern.

Dazu habe ich eine sehr interessante Grafik gefunden – die zeigt, wie sehr Sie sich auf bestimmte Gewinne verlassen können.

Dax-Sparplan-Gewinne über einen immer längeren Zeitraum: Durchschnitt wird irgendwann erreicht

Quelle: www.geldundverbraucher.de

Sie sehen hier eine langjährige Untersuchung über 30 Jahre. Die möglichen Renditen pro Jahr nähern sich im Laufe der Zeit der eigenen Mitte, dem Durchschnitt an. Hier sind es – für den Dax – 9,7 %.

Fazit: Aktien werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihrem langjährigen verdienten Durchschnittsgewinn entsprechend steigen. Dieser Durchschnitt kann sich langfristig nur anhand des – vermuteten – Unternehmenswertes bilden.

Das bedeutet zweierlei: Sie müssen keine Angst haben. Die Werte werden durch mögliche Wirtschaftsschwächen in der Regel selbst nachgeben. Dennoch wächst die Wirtschaft langfristig, sonst gäbe es keine kapitalistische Marktwirtschaft mehr. Unternehmer würden ihr Geld tendenziell sowie nach und nach aus den Unternehmen abziehen, wenn sie in anderen Verwendungen mehr verdienen würden. So geht es auch passiven Investoren, die Anteile halten, aber nicht aktiv an der Geschäftsleitung teilnehmen.

Wenn indes die Unternehmensgewinne steigen, dann steigt auch der Wert der Aktienanteile an den Börsen, also der gesamte Börsenwert. Wie ich Ihnen gerne zeigen möchte, steigt der Börsenwert der meisten Aktienunternehmen im Lauf der Jahre ohnehin an.

 

Die Daten zeigen in erster Linie, dass der Börsenwert über einen Zeitraum von 10 Jahren sehr deutlich gestiegen ist. Dies sehen Sie zwar auch an den Kursen, vermeintlich, aber immer nur bezogen auf die aktuell gerade tatsächlich gehandelte Menge an Aktien. Die kann variieren. Der Börsenwert ist die entscheidende Größe.

Die meisten Unternehmen haben den Börsenwert mehr als verdoppelt. Sie haben also (selbst unter Berücksichtigung von Zins- und Zinseszinsen) bei den teils deutlich über 100 % liegenden Börsenwert-Vermehrungen eine Börsenwert-Rendite von 10 % p.a. und mehr. Dazu kommen die Dividenden.

Die Ausschüttungsquote nehmen wir über alle Unternehmen und alle Jahre bei etwa 50 % an. Also seien alle Gewinne zu 50 % ausgeschüttet worden – und 50 % blieben im Unternehmen, haben also den Börsenwert erhöht.

Bei einer Dividendenrendite von ungefähr 3 % im Dax und einem steigenden Börsenwert können Sie grob davon ausgehen, dass zumindest weitere 50 % an Ausschüttungen hinzukommen, die Gesamtrendite also 12 % bis 13 p.a. mindestens betrug.

Die Regression zur Mitte, von der ich eigentlich gesprochen habe, bedeutet nun, dass der Börsenwert auch in unseren Beispielen dem Mittelwert langfristig folgen wird. Dass RWE und E.ON am Ende der Liste stehen, ist eine Bestätigung dieses Umstandes, denn diese Unternehmen sind durch die Energiewende seit Jahren in eine Krise getrieben worden, die sich erst langsam auflöst.

Die Regression zur Mitte heißt aber auch, um dem ganzen ein Ende zu geben: Sie müssen sich an den kurzfristigen Bewegungen nicht orientieren, die sich durch die ungünstigen Nachrichten zur Wirtschaftsentwicklung entzünden können.

Die Unternehmensgewinne werden folgen – vielleicht mit etwas Verzögerung, aber einen massiven Crash an den Wirtschafts- und Finanzmärkten sehe ich noch nicht. Auch wenn die Zinsen niedrig sind, auch wenn es Handelsstreitigkeiten gibt oder wenn der Brexit durchgeführt wird. Und vor diesem Hintergrund, den mittel- und langfristig steigenden Gewinnen der Unternehmen, sind und bleiben Aktien eine sehr vielversprechende Investition für Sie.

Es ändert sich gegenüber den zurückliegenden Wochen und den Empfehlungen im Grunde nichts, bis auf den Umstand, dass wir vielleicht etwas Geduld bringen müssen.

Zinsen zeigen, dass Aktien bestens bleiben

Übrigens: Dass die Zinsen niedrig sind, ist ja nicht erst seit gestern so. Die folgende Grafik verdeutlicht, dass wir bereits seit zehn Jahren unnatürlich niedrige – Leit – Zinsen haben. Die Märkte sind dennoch geklettert, auch wenn sich daraus Angst vor einem konjunkturellen Einbruch ableiten könnte.

Leitzinsen seit mehr als zehn Jahren niedrig

Quelle: www.finanzen.net

Die US-Zinsen sollen möglicherweise sogar wieder sinken. Insofern wird sich an der relativ guten Ausgangsposition für mittelfristige Investitionen aus meiner Sicht nichts ändern.

Meinen favorisierten Sektor kennen Sie ja ohnehin: die Biotechnologie

Auch hier bleibt alles beim Alten. Der Sektor „Biotechnologie“ ist und bleibt relativ stark. Die Unternehmen verdienen Geld und werden auch in den kommenden Jahren Forschungen vorantreiben, staatliche und nicht-staatliche Gelder akquirieren und Ihnen höhere Chancen bieten als Standardunternehmen.

Investieren Sie bei uns…

Investieren Sie in diesem Bereich einfach in Deutschland. Ich habe für heute das Thema „Regression zur Mitte“ gewählt. Und kann Ihnen belegen, dass es in den vergangenen fünf Jahren – beispielsweise – hervorragend klappt…..

Index auf Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland: Immer dem Trend nach…

Quelle: www.boerse.de

Der Index selbst ist über fünf Jahre (ich zeige fast zufällig „nur“ diesen Ausschnitt) stetig, wenngleich nicht wöchentlich geklettert. Die Kurse schieben sich geradezu mustergültig entlang des sogenannten GD200 entlang. Dies ist der gleitende Durchschnittskurs der vergangenen 200 Tage und gilt als zuverlässiger Trend-Indikator.

Das Bild zeigt Ihnen zweierlei:

  • Der Trend ist eindeutig nach oben gerichtet, auch der GD200 ist immer weiter nach oben gestiegen.
  • Die Kurse sind erst vor kurzer Zeit noch höher als der GD200 selbst. Das wiederum ist ein Zeichen für mittelfristig steigende Kurse, wie technische Analysten stets behaupten.

Neben den einzelnen Aktien, die ich bereits empfohlen hatte, bietet es sich daher gerade in der aktuellen Situation an, auch einmal in den Index selbst zu investieren. Langfristig, auch, wenn die Kurse hin- und herschwanken sollten. Es dürfte sich auf jeden Fall für Sie lohnen.

Zunächst einmal ein Blick auf das sogenannte Renditedreieck, das ich bereits in den vorhergehenden Ausgaben einmal angesprochen hatte – als Beleg dafür, dass sich die Investition für Sie lohnt….

Quelle: www.boerse.de

Hier sind die Einstiegsjahre (horizontale Achse) 2006 und 2007 ungünstiger. Danach lieferte jede Kombination steigende Kurschancen für Ihr Investment. Wann auch immer Investoren einsteigen, seit Jahren erwirtschaften sie fast nur noch Gewinne.

Der Index liefert also Gewinne, wenn Sie investieren. Und dafür bietet sich mittelfristig an, einen gemeinsamen Aktienkorb zu erstellen. Passende ETFs oder Index- oder Hebelzertifikate gibt es leider am Markt nicht.

Dennoch können Sie im Zweifel gleichverteilt investieren. Die entsprechende Liste:

  • 4SC, WKN A14KL7
  • BB Biotech, WKN A0NFN3
  • Biofrontera, WKN 604611
  • Epigenomics, WKN A11QW5
  • Evotec, WKN 566480
  • Expedeon, AKN A1RFM0
  • Heidelberg Pharma, WKN A11QVV
  • Medigene, WKN A1X3W0
  • Mologen, WKN A2LQ90
  • Morphosys, WKN 663200
  • Paion, WKN A0B65S
  • Qiagen, WKN A2DKCH
  • Sartorius, WKN 716560
  • Sartorius Vz., WKN 716563

Wenn Sie in diese Werte investieren sollten, setzen Sie sich Stop-Loss-Limits, die maximal 20 % unter dem Einstiegskurs verlaufen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Glück und ein ruhiges Händchen.

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