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Nemetschek: Die Luft wird langsam dünn!

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Lieber Leser,

ich habe mich schon mehrfach rückblickend positiv zum Neuen Markt geäußert. Zwar gab es seinerzeit durchaus Betrügereien und kurzfristig haben damals zahlreiche Anleger viel Geld verloren. Auf lange Sicht hat der Neue Markt aber auch viele erfolgreiche Unternehmen hervorgebracht. Und eines dieser erfolgreichen Unternehmen ist eben die Nemetschek AG.

Marktbeherrschende Stellung in hochinteressanter Marktnische!

Doch was macht die Nemetschek AG überhaupt? Nun, das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt sogenannte Bau- und Architektursoftware. Dabei decken die grafischen, analytischen sowie kaufmännischen Lösungen der Gesellschaft nahezu die komplette Wertschöpfungskette am Bau ab. Zudem ist die Gesellschaft in dieser hochinteressanten Marktnische der absolute Marktführer.

Diese Marktposition hat sich die Gesellschaft dabei in den letzten Jahren sukzessive erarbeitet. Besonders wichtig hierfür war dabei sicherlich die Akquisition des – seinerzeit ebenfalls am Neuen Markt notierten – größten Konkurrenten Graphisoft im Jahr 2006. Spätestens seit diesem Zeitpunkt nämlich ist die Marktstellung von Nemetschek unangreifbar, was zu hohen Margen und einem entsprechend starken Umsatz- und Gewinnwachstum geführt hat.

Aktie seit vielen Jahren im Höhenflug, aber…

Aufgrund dieser Tatsache befindet sich die Aktie bereits seit vielen Jahren im Höhenflug. Kein Wunder, denn schließlich konnte die Gesellschaft aufgrund dieser einzigartigen Marktposition zuletzt stets die Erwartungen von Analysten und Anlegern übertreffen. Auch dadurch bedingt stieg die Aktie erst vor kurzem auf ein neues Allzeithoch und befindet sich nun knapp unterhalb der Marke von 100,00 Euro.

Allerdings könnte der Höhenflug genau an dieser Marke langsam zu Ende gehen. Denn zum einen liegt genau hier das kurzfristige Kursziel nach dem kürzlich generierten neuen Kaufsignal. Und zum anderen ist die Aktie inzwischen mit einem KGV 2018e von knapp 55 auch fundamental kein Schnäppchen mehr. Hinzu kommt dann auch noch, dass sich die Gesellschaft nahezu komplett der Cloud verweigert – und so, aufgrund mangelnder Konkurrenz, etwas träge zu werden scheint.

Ein Beitrag von Sascha Huber