Nebenwerte aktuell: Steinhoff – wer hat das Sagen?

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Bei der Steinhoff International Holdings N.V. (kurz „Steinhoff“) gab es eine recht interessante Stimmrechtsmitteilung. Demnach hat die zuständige niederländische Behörde Steinhoff mitgeteilt, dass  der Aktionär „C.H. Wiese“ indirekt insgesamt 97.573.105 Steinhoff-Aktien hält. Diese hält er indirekt über ein Unternehmens namens „Premier Investments Holdings (Pty) Ltd, so Steinhoff.

Diese Aktienzahl entspricht demnach einem Stimmrechts-Anteil von 2,26%.

C.H. Wiese? Dabei wird es sich wahrscheinlich um  „Christoffel Hendrik Wiese“ – kurz „Christo Wiese“ – handeln. Er ist einer der wichtigsten südafrikanischen Manager und war am vormaligen Aufstieg von Pepcor bzw. Steinhoff beteiligt. Nachdem es 2017 zum Bilanzskandal bei Steinhoff kam und der damalige CEO den Abgang machte (bzw. untertauchte), übernahm Christo Wiese zwischenzeitlich die Führung von Steinhoff. Damals soll er über 20% an Steinhoff gehalten haben.

Nun, vor dem Hintergrund sind aktuell 2,26% Beteiligung an Steinhoff relativ wenig. Soviel zum Thema Relativität (wenn einer von uns Kleinaktionären 2,26% an Steinhoff halten würde, wäre es relativ viel…)

Aufgrund der drückenden Schuldenlast sind es aber ohnehin weniger die Aktionäre als vielmehr die Gläubiger, die bei Steinhoff derzeit bestimmen, wo es lang geht.

Und im Interesse der Gläubiger ist es offensichtlich, dass bestimmte „Assets“ von Steinhoff verkauft werden, um mit den Verkaufserlösen einen Teil der Schulden zurückzahlen zu können (= im Interesse der Gläubiger).

Vor diesem Hintergrund ist es beispielsweise zu sehen, dass Steinhoff diesen Monat mitgeteilt hatte, die Beteiligung Conforama France zu verkaufen. Das ist eine Kette (Möbel, Haushaltsgeräte…), die natürlich auch unter den Einschränkungen der Coronavirus-Pandemie litt. Es wurden von Steinhoff auch Immobilien mitverkauft, in denen sich Filialen dieser Kette befinden, da soll es bei den Immobilien um ca. 70 Mio. Euro Verkaufswert gegangen sein.

Die Botschaft ist klar: Weiter Verkauf von Assets (ob es sich hier um „Tafelsilber“ handelt, ist nicht eindeutig), um Schulden zu tilgen.

Das kann durchaus auch im Sinne der Aktionäre sein, wenn solche Verkäufe zu Verkaufspreisen erfolgen, die über dem bilanzierten Wert der verkauften Assets liegen. Denn dann könnten solche Verkäufe das den Aktionären zuzurechnende Eigenkapital erhöhen. Jemand wie Christo Wiese würde meinem Eindruck zufolge wahrscheinlich auf solche Faktoren achten. Doch sein Einfluss hat sich – gemessen am gemeldeten Stimmrechtsanteil – massiv verringert, wie oben gesehen.

Per 30.9.2019 lag das den Aktionären zuzurechnende Eigenkapitel bei Steinhoff auf Konzernebene übrigens bei -2,371 Mrd. Euro – insofern ist hier der Buchwert pro Aktie negativ.

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"Alle Spinner die immer schreiben der Kurs wird gedrückt sei gesagt,es gibt einfach keine Käufer
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Also an mir kann es nicht liegen, ich habe gerade, wieder einmal, zugekauft. Meine letzten Käufe,
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Ich glaube, dass nach WC ein anderer Wind bei der BaFin wehen wird! Für Steinhoff war es das defi
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Klarstellung
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Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de




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