Nebenwerte aktuell: Steinhoff – das sagt das Management Board!

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Bekanntlich hat Steinhoff International Holdings N.V. (kurz „Steinhoff“) vorige Woche den Geschäftsbericht für das am 30. September 2019 zu Ende gegangene Geschäftsjahr (= „GJ 19“) veröffentlicht. Hier zunächst die Eckdaten, und zwar für den gesamten Steinhoff-Konzern:

Im GJ 19 (wie gesagt, Ende 30.9.2019) erzielte Steinhoff Umsätze von 11,992 Mrd. Euro. Das waren mehr als im GJ 18, als der Umsatz bei 11,435 Mrd. Euro lag.

Doch das operative Ergebnis rutschte in die roten Zahlen. Während im GJ 18 operativ noch ein Gewinn von 221 Mio. Euro geschrieben worden war, waren es im GJ 19 -389 Mio. Euro.

Unter dem Strich stand sowohl im GJ 18 als auch im GJ 19 ein Netto-Verlust. Der Verlust erreichte im vorigen Geschäftsjahr -0,391 Euro je Aktie. Davon -0,281 Euro/Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen und -0,109 Euro/Aktie aus nicht fortzuführenden Geschäftsbereichen.

Der Blick in die Bilanz zeigt ein Bilanzvolumen von 14,601 Mrd. Euro.

Und was mir nicht gefällt: Das den Aktionären zuzurechnende Eigenkapital ist weiterhin negativ. (Mit anderen Worten: Bei einer Insolvenz gäbe es wohl einen Totalverlust für die Aktionäre.) Das den Aktionären zuzurechnende Eigenkapital ist aufgrund des Verlustes im Geschäftsjahr 2019 noch weiter in den negativen Bereich gerutscht. Nach -521 Mio. Euro per 30.9.2018 waren es -2,371 Mrd. Euro per 30.9.2019.

Die Quelle ist der Geschäftsbericht, den Sie bei Interesse auf der Internetseite von Steinhoff als PDF Datei in englischer Sprache herunterladen können („Annual Report“).

Gewiss, Steinhoff hat diverse schöne „Assets“ = Beteiligungen. Da aber der Blick auf die Passivseite der Bilanz hohe Schulden zeigt, hatten die Aktionäre zum Stichtag 30.9.2019 keinerlei Nettovermögen (das ihnen zuzurechnende Eigenkapital ist negativ). Die Fremdkapitalgeber haben hier einen relativ stärkeren Stand.

Aus Value Investoren Sicht ist die Steinhoff Aktie also mithin kein Investment – denn negatives Eigenkapital UND operative Verluste, das ist keine gute Kombination.

Aber wer weiß, vielleicht kommt ja im laufenden Geschäftsjahr die Wende hin zu schwarzen Zahlen im operativen Geschäft und dann baut sich auch wieder positives, den Aktionären zuzurechnendes Eigenkapital auf?

In der Botschaft des obersten Managements (= „Message from the Management Board“), welche am 1. Juli veröffentlicht wurde, gab es einige interessante Aussagen. Was es nicht gab, war aber eine konkrete Prognose im Hinblick auf Umsatz und Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr. Klar, da wurde auf die Coronavirus-Pandemie verwiesen und die ungewissen Auswirkungen.

In der „Message“ wurde auch auf die schwierige Vergangenheit verwiesen, allerdings auch darauf, dass es im vorigen Geschäftsjahr eine finanzielle Restrukturierung gab. Es seien einige „größere Meilensteine“ („Major milestones“) erreicht worden.

Nun ja, dazu gehört auch die Veröffentlichung der Geschäftsberichte für die Geschäftsjahre 2017 und 2018. Im Grunde traurig, wenn eine übliche Verpflichtung (die Veröffentlichung geprüfter Zahlen zu den üblichen Fristen) als großer Meilenstein bezeichnet wird. Aber hier sollte dem neuen Management nicht die Fehler voriger Manager vorgehalten werden, das wäre schließlich nicht fair.

Das Management betonte, dass es nun „fully engaged“ sei im Hinblick auf eine Lösung der Rechtsstreitigkeiten. Dies soll im Fokus stehen – mal sehen, ob es da in den kommenden Monate Erfolge geben wird.

Für mich die wichtigsten Erkenntnisse zu den aktuellen Nachrichten von Steinhoff: Leider kein konkreter Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Im vorigen Geschäftsjahr ist das den Aktionären zuzurechnende Eigenkapital weiter gesunken (es ist nun über 2 Mrd. Euro negativ) – und operativ rote Zahlen.

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Ob kurz vor 22:00 Uhr der Kurs wieder bei 0,05 Cent landet.
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geht wohl an Wirecard - 98 % Verlust auf Jahressicht sprechen wohl für sich. Zudem gibt es dort w
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Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de




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