Nebenwerte aktuell: Steinhoff – Befreiungsschlag?

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Das war ein sehr interessanter Vorschlag, den Steinhoff International Holdings N.V. (kurz „Steinhoff“) diese Woche angekündigt hat. Und zwar nannte das Unternehmen in einer Meldung mit dem vielsagenden Titel „Steinhoff Global Settlement Proposal“ Vorschläge, wie die Mehrheit der Rechtsstreitigkeiten von Steinhoff gewissermaßen mit einem Schlag erledigt werden könnte.

Das wäre eine Art Befreiungsschlag und dann könnte sich Steinhoff wieder verstärkt auf das operative Geschäft konzentrieren und nicht auf die Rechtsstreitigkeiten, um die es geht.

Um den Vorschlag einzuordnen: Bei Steinhoff wurde bekanntlich das erste Mal im Dezember 2017 bekannt, dass bei der Bilanz „getrickst“ worden ist. Wobei dieser Begriff im Grunde ein Euphemismus ist, denn er könnte als legale kreative Buchführung interpretiert werden – hier ging es aber wohl um kriminelle Aktivitäten und das bewusste Täuschen von Behörden und Investoren.

Steinhoff schlägt nun eine Einigung bzw. einen Vergleich vor zwischen einerseits den Klägern und andererseits Steinhoff bzw. Tochterunternehmen und der ehemaligen südafrikanischen Holding SIHPL („Steinhoff International Holdings Proprietary Limited“).

Steinhoff bietet an, bis zu 266 Mio. Euro an Aktionäre zu zahlen. Es geht da um „market purchase claims“, wobei ich nicht weiß, ob da auch mögliche Besitzer börsengehandelter Steinhoff-Anleihen mit gemeint sein könnten.

Weitere rund 9,4 Mrd. südafrikanische Rand sollen für Klagen gegen die SIHPL geboten werden. Dann soll es auch noch rund 104 Mio. Euro für einen Vergleich mit direkt die N.V. betreffenden Klägern geben.

Steinhoff stellt klar: Die signifikante Mehrheit der Klagen wäre von einem solchen Vergleich betroffen – aber nicht alle. Es wird bei einer Reihe von Klagen demnach weitergehen („will be subject to ongoing dispute“, wie Steinhoff im Originaltext formuliert).

Und wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? Steinhoff ist schließlich nicht dafür bekannt, hohe liquide Mittel zu haben. Das Unternehmen stellt klar: Man will zum einen in „cash“ zahlen, aber auch in Aktien der Tochter Pepkor Holdings Limited. Aber auch nach dem Bezahlen mit Pepcor-Aktien will Steinhoff laut eigener Schätzung weiterhin über 50% der Pepcor-Aktien halten.

Nun liegt das Vergleichsangebot von Steinhoff also auf dem Tisch. Auch für Steinhoff-Aktionäre wäre es wahrscheinlich wünschenswert, wenn unter den Großteil der Rechtsstreitigkeiten nun der Schlussstrich gezogen werden könnte – sofern das Vergleichsangebot wirtschaftlich vernünftig aussieht.

Hier sieht insbesondere das Angebot von Pepcor-Aktien durchaus sinnvoll aus. Denn gewiss, die Beteiligung an Pepcor würde dann sinken. Doch dafür wäre dann in Bezug auf die Mehrheit der derzeit laufenden Steinhoff-Rechtsstreitigkeiten Klarheit und Unsicherheit ist an der Börse üblicherweise nicht gerade beliebt.

Jetzt ist natürlich die Frage, ob es hier zu einer Einigung von Steinhoff mit den Klägern kommt auf Basis des Steinhoff-Angebots. Wer weiß, vielleicht gibt es dazu noch vor der Steinhoff-Hauptversammlung im August Neuigkeiten.

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bekommst Du den Richter dazu, dass der binnen 24 Stunden unterschreibt ? Final wird es erst, wenn d
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Wenn wir von 30 Tagen Frist ausgehen bzgl. Settlement Proposal, wäre das bis spätestens 27.8. erledi
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Deswegen wird er nächstes Jahr Bundeskanzler, Dann ist er nur noch der zweit schwächste Bundeskanzle
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Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de




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