Nebenwerte aktuell: Einschätzung QSC

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Diese Woche gab es Neuigkeiten von QSC. Ich weise darauf hin, dass ich bei QSC investiert bin. Vom Vorstand bin ich zwar nicht besonders begeistert (in der Vergangenheit diverse Ankündigungen, bei der „Lieferung“ sah es anders aus). Aber grundsätzlich sehe ich die Aktie günstig bewertet und das Geschäftsfeld aussichtsreich.

Kurz zur Erinnerung: QSC hat im vorigen Jahr die Telekommunikationstochter Plusnet GmbH und damit einen großen Teil des vorigen Umsatzes verkauft. Der Verkauf erfolgte laut QSC zum 30.6.2019 und spülte Cash in die Kassen. Natürlich sind damit auch Aktiva weggefallen. Aber der Verkaufserlös lag um „schätzungsweise 110 Mio. Euro“ über den bilanzierten Werten. Sprich: Hier gab es einen positiven Einmaleffekt in Höhe von ca. 110 Mio. Euro.

Das ist nicht nur absolut gesehen beachtlich, sondern auch relativ: Denn die Marktkapitalisierung von QSC liegt aktuell im Bereich von 143,5 Mio. Euro. Das bedeutet: Wenn Sie alle QSC-Aktien zum aktuellen Kurs kaufen könnten, dann müssten Sie diese ca. 143,5 Mio. Euro auf den Tisch legen.

Bemerkenswert dabei: QSC wies per 30.9.2019 Eigenkapital von 190,65 Mio. Euro aus. Und QSC soll laut Angaben des Vorstands nach dem Verkauf der Telekommunikationstochter Plusnet zu einem Wachstumsunternehmen geworden sein. Ab 2020 soll der Umsatz „jedes Jahr mit zweistelligen Wachstumsraten“ gesteigert werden.

Da sich dann die Fixkosten auf mehr Umsatz verteilen, sollte sich dann auch – endlich – die Profitabilität verbessern. Und dann wäre eine Bewertung der Aktie unter Buchwert eigentlich ein Schnäppchen, finde ich. Aber da ist natürlich zumindest bei mir gewisse Skepsis im Hinblick darauf, dass der Vorstand auch „liefert“. Und ich persönlich finde die fortwährende Betonung von Wachstum gar nicht so toll, wenn sich die Profitabilität nicht verbessert. Oder anders formuliert: Wenn der schöne „Cash-Berg“ aus dem Verkauf von Plusnet nun für Übernahmen verwendet wird, dann gibt das wohl „Wachstum“ (der Umsätze).

Doch das Geld ist dann weg und wenn Unternehmen gekauft werden, die keinen positiven Cash Flow Beitrag liefern, sondern das Gegenteil (und „Goodwill“ bei den Aktiva aufbauen), dann wäre es mir lieber, es gäbe weniger Wachstum bei den Umsätzen und dafür solidere Bilanzkennzahlen. Insgesamt indes sehe ich hier ein durchaus positives Chance/Risiko-Profil auf dem aktuellen Kursniveau. Eine Meldung von QSC diese Woche spricht auch durchaus dafür. Denn da ist davon die Rede, dass „alle prognostizierten Ziele für 2019 erreicht“ worden sind. Es gab demnach sequentielles Wachstum in Q4 2019 (= Wachstum gegenüber dem Vorquartal). Und ab dem 3. Quartal 2019 einschließlich lässt sich nun wieder richtig vergleichen, denn die Telekommunikationstochter wurde bekanntlich zum 30.6.2019 entkonsolidiert.

Die Zahlen für das Gesamtjahr 2019 sind vor dem Hintergrund des Verkaufs der Telekommunikationstochter zu sehen. Was im Hinblick auf 2020 interessant ist: Es wurde in der Meldung zu Wochenbeginn ein Auftragseingang von 133 Mio. Euro im Vorjahr genannt. Das sieht doch nach einer schönen Grundlage für das geplante Umsatzziel 2020 (143 Mio. Euro) aus. Was interessant werden könnte: Am 2. März will QSC einen konkreteren Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 geben.

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wieviel Zeit kann man haben... Eigentlich schon beneidenswert
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Klarstellung
Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de




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