Moderna, BioNTech und Co. – Gewinner

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Lieber Leser,

wir stehen in der Corona-Krise vor einem entscheidenden Durchbruch. In den vergangenen zehn Tagen haben gleich zwei Unternehmen aus dem Westen der Welt angemeldet, dass sie einen Impfstoff gefunden haben, der eine hohe Wirksamkeit hat. Sie sind mutmaßlich kein Impfstoff-Experte, auch die hier vertretene Meinung ist kein Ergebnis ausgewiesener Corona-Impfstoff-Expertise. Dennoch: Sie können offensichtlich darauf bauen, dass Sie jetzt in diesem Segment – unserem Segment Biotechnologie – viel Geld verdienen werden.

Wer – auch immer – gewinnt

Wer auch immer gewinnen wird – wir wissen es an dieser Stelle noch nicht. Der Aktienkurs beider Unternehmen ist jedoch interessant, brisant und verspricht nach oben eine Menge Luft. Denn wenn die Unternehmen jetzt den Impfstoff auch durch die Zulassungsverfahren bringen, dann wartet ein Milliarden-Geschäft.

BioNTech und Moderna im Vergleich

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Der Chart zeigt den Verlauf der Notierungen in den abgelaufenen drei Monaten. Dabei ist ist die Aktie von Moderna schwächer gewesen, da BioNTech etwas mehr Veröffentlichungsmarketing betrieben hat. Es war seit längerer Zeit klar, dass BioNTech bald einen Impfstoff präsentieren und zulassen würde.

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Schon jetzt läuft ein Zulassungsverfahren bei der EU-Gesundheitsbehörde EMA, das die bis dato aus der Studienphase III vorhandenen Daten auswertet und bewertet. BioNtech also hat weniger überraschend als Moderna die Ergebnisse verkündet.

Für beide Unternehmen gilt jedoch, dass sie a) in den vergangenen Wochen kräftig gehandelt worden sind, dies lässt sich dem Chart unten entnehmen und b) im sehr starken Aufwärtstrend verlaufen.

Wer hat den “besseren Impfstoff”?

Beide Impfstoffe sind noch nicht zugelassen worden. Die EMA in der EU prüft den BioNTech-Impfstoff (gemeinsam hergestellt mit Pfizer) bereits. Die FDA als Gesundheitsbehörde aus den USA prüft hier noch nicht.

In wenigen Tagen dürfte zumindest BioNTech seinen Antrag auf Zulassung stellen. Es würde ein Antrag auf Notfallzulassung, um eine beschleunigte Prozedur zu ermöglichen. BioNTech hat mit der FDA vereinbart, dass die eigene Studie 164 Erkrankte umfassen müsse – um daraus dann hinreichend zuverlässige Daten ableiten zu können.

Dabei wird es nun entscheidend – die Frage, welches der Unternehmen den “besseren” Impfstoff und damit die größere Marktchance hat, hängt an diesen Daten.

Datenvergleich zwischen den Unternehmen

Die großen Medien haben die Daten leider falsch interpretiert. BioNTech und Pfizer haben bei der Präsentation den Impfstoff zu 50 % einer Prüfgruppe gegeben und zu 50 % einer Kontrollgruppe eine Salzlösung.

BioNTech hat am Montag vergangener Woche eine Schutzwirkung von 90 % behauptet, Moderna nun eine Schutzwirkung von 94,5 %. Die Medien haben diesen Bericht auch in Deutschland weitgehend unkommentiert so weiter gegeben. Das könnte nahelegen, Moderna habe den wirkungsvolleren Impfstoff. Unsinn:

BioNTech konnte bei seiner Präsentation insgesamt auf 94 Erkrankte von fast 39.000 Probanden zurückgreifen. Davon hatten nur wenige den Impfstoff erhalten, gehörten also zur zu prüfenden Gruppe. Die meisten – bis auf 6 Menschen – haben die Salzlösung gehabt. Ein einziger Erkrankter aus der Prüfgruppe mehr hätte die Zahlen bereits verändert, ein einziger Erkrankter weniger hätte die “Schutzwirkung” hier nach oben berechnet.

Wenn es lediglich auf 1,2 Fälle ankommt, die bewertet werden, verbietet sich jede exakte %-Zahl.

Moderna hat bei 30.000 Probanden insgesamt 95 Erkrankte präsentiert. Auch bei den Probanden von Moderna hat es eine Prüfgruppe und eine Kontrollgruppe gegeben. Moderna meldete für 90 Erkrankte, diese hätten den Impfstoff nicht erhalten. 5 hatten den Impfstoff erhalten.

Was sagt die Schutzquote von 94,5 %? Nichts. Denn Moderna hatte offenbar ja bei der Kontrollgruppe sogar mehr Erkrankte (90 ggb. 88). Waren die ausgesuchten Probanden krankheitsanfälliger, waren sie älter, jünger? All das wissen wir nicht. Die Unterschiede zwischen den Studien sind bezogen auf die Schutzwirkung absolut betrachtet minimal.

Fazit: Keines der beiden Unternehmen hat aus laienhafter Sicht bereits den “besseren” Impfstoff. Welches der beiden Unternehmen ist dann für uns als Investoren das interessantere? Die Frage ist bei voller Überzeugung sehr einfach zu beantworten: Das Unternehmen, dessen Impfstoff dauerhaft funktioniert, das hinreichend viel Impfstoff produzieren kann und über die besseren dauerhaften Vertriebswege verfügt.

Gibt es einen sichtbaren Vorteil?

Vor diesem Hintergrund dann taucht die Frage auf, ob es bei einem der beiden Unternehmen bereits einen sichtbaren Vorteil gibt? Dies können Sie aus Sicht der Wirkung – siehe oben – ausblenden. Beide Impfstoffe legen bei kleinen Zahlen nur nahe, dass es eine signifikante und damit statistisch betrachtet gültige “Schutzwirkung” gegeben hat.

Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Dennoch können – natürlich – langfristige Nebenwirkungen auftreten, die wir jetzt nicht kennen. Das lässt sich im Prinzip für keines der beiden Unternehmen ausschließen. Für diese Aussage müssen Sie kein Impfgegner sein oder schlechte Laune haben, es liegt einfach auf der Hand, dass die Impfstoffe sich auch nach der Zulassung erst einmal in der Praxis beweisen müssen.

Die Antwort ist aber leicht unbefriedigend: Gibt es wenigstens kaufmännische Unterschiede? Wenn beide Impfstoffe dauerhaft funktionieren, dann treten sie noch immer nicht in einen wirtschaftlichen Wettbewerb.

Die wirtschaftlichen Erfolge ergeben sich aktuell lediglich aus den Verträgen, die abgeschlossen werden. Auch hier liegt ein Unentschieden vor: Die beiden Unternehmen haben bereits mit Großabnehmern Verträge geschlossen.

Erst jüngst konnte BioNTech mit der EU-Kommission die Lieferung von 200 Millionen Impfstoffdosen vereinbaren. Dazu hat die EU-Kommission die Option, sich zusätzlich noch 100 Millionen Impfstoffdosen liefern zu lassen. Und siehe da: Moderna hat mit der EU einen Vertrag abgeschlossen, der eine Lieferung über gut 400 Millionen Impfstoffdosen vorsieht. Zudem dürfte auch die USA reichlich beliefert werden…

Auch hier kommt es am Ende lediglich darauf an, dass die Impfstoffe jeweils funktionieren. Die Staaten müssen ihren Kaufverpflichtungen, so weit sich das von außen beurteilen lässt, ohnehin nachkommen. Dennoch kommt es vor allem auf den langfristigen Erfolg an. Hier erinnere ich daran, dass die Menschheit mehr als 7 Milliarden Menschen umfasst. Wer 2021 keine besonderen Nebenwirkungen produziert, dürfte also noch einmal deutlich mehr Impfstoffe als bis dato verkaufen können.

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Wie lange die Impfstoffe tatsächlich wirken, weiß zudem auch noch niemand – selbst bei den Unternehmen selbst nicht. Dementsprechend wird auch hier die Praxis entscheidend sein und nicht der Absatz mittels kurzfristiger Lieferverträge.

Das Fazit

Selbst, wenn es noch “Konkurrenten” geben sollte, haben beide Unternehmen einen besonderen Fortschritt gemacht. Warum sollten nicht beide Aktien in einem Depot sein? Dies schützt Sie vor Rückschlägen bei einzelnen Unternehmen. Wenn auch nur einer der Impfstoffe langfristig gut funktioniert, dürften die Kurse ohnehin durch die Decke gehen. Erinnern Sie sich an den Chart oben: Beide Unternehmen haben jüngst schon – ohne offiziell zugelassenen Impfstoff – Fahrt aufgenommen.

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