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Mayer, Thomas: Die neue Ordnung des Geldes – Warum wir eine Geldreform brauchen, 256 Seiten, 17,99 Euro, FinanzBuch Verlag 2014.

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An durchaus passablen Büchern zum Thema Geld, Banken und Finanzsystem herrscht seit einigen Jahren beileibe kein Mangel. Was hebt nun diesen Titel aus der Masse entsprechender Publikationen hervor? Es ist vor allem der Autor, der einerseits seit Jahren trotz gänzlich unorthodoxer Thesen regelmäßig mit Leitmedienpräsenz punkten und andererseits unzweifelhaft als ausgewiesener Kenner der Materie par excellence gelten kann. Seine Meriten hat er sich dabei in knapp vier Dekaden am Weltwirtschaftsinstitut in Kiel, dem Internationalen Währungsfonds, diversen Investmentbanken sowie als Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Nachfolger des mittlerweile verstorbenen Norbert Walter verdient. Aktuell leitet er das Flossbach von Storch Research Institute in Köln.

Einem breiteren Publikum ist er vor allem durch seine Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bekannt, in der er sich schon lange klar als Anhänger der „Österreichischen Schule“ geoutet hat. Diese geballte fachliche wie publizistische Kompetenz spiegelt sich auch im Inhalt der vorliegenden Neuerscheinung wider. Wohl selten zuvor wurden in einem populärwissenschaftlichen Werk die Untiefen der Geldentstehung und der dadurch ausgelösten zyklischen Boom- und Bustphasen derart hintergründig ausgelotet.

Allein dieser erste Teil des Buches macht „Die neue Ordnung des Geldes“ lesenswert und bietet selbst mit der Materie vertrauten Lesern interessante Erkenntnisgewinne. Vor allem gelingt es Mayer hierbei völlig ideologiefrei gängige Lehrbuchkausalitäten durch Freilegung der operativen Praxis im Interbankensystem teils in ihr Gegenteil zu verkehren. Diesem derart sezierten Kredit- oder Passivgeldsystem stellt er nach Feststellung der Praxisuntauglichkeit ein Voll- beziehungsweise Aktivgeldsystem gegenüber, welche deutlich die 100%-Money Initiative Irving Fishers aus den 1930er Jahre tradiert. Das Buch schließt mit konkreten technischen Umsetzungsmöglichkeiten der schrittweisen und nach Meinung des Autors politisch durchsetzbaren Einführung einer auf Aktivgeld basierenden monetären Ordnung. Einzig in diesem letzten Teil kann man ihm ein wenig Überoptimismus vorhalten.

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Luis Pazos wurde 1974 im Rheinland geboren und lebt in Südniedersachsen. Der Manager, Buchautor und Finanzblogger handelt seit 1994 ein breites Spektrum von Wertpapieren an den weltweiten Börsenplätzen. Sein Spezialgebiet sind passive Einkommensstrategien mit Hochdividendenwerten. Mit „Bargeld statt Buchgewinn“, erschienen im FinanzBuch Verlag, hat er ein Standardwerk zum Thema verfasst. Erfahrungen und Fachwissen teilt Luis Pazos regelmäßig mit allen Lesern seines Finanzblogs – in dieser Form ein einzigartiges Angebot im deutschsprachigen Raum. Neugierig geworden? Dann tragen Sie sich kostenlos und unverbindlich für den zehnteiligen Einführungskurs ein, die Angabe einer E-Mail-Adresse genügt: https://nurbaresistwahres.de/gratiskurs




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