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Manz AG: Interview mit CFO Manfred Hochleitner auf der Münchener Kapitalmarkt Konferenz

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Sehr geehrter Herr Hochleitner, ich kenne die Manz AG schon lange und habe vor einiger Zeit den Gründer und damaligen CEO Dieter Manz interviewt. Dieser hat inzwischen ja den Staffelstab übergeben. Vielleicht können Sie ja zunächst einmal das Unternehmen unseren Leserinnen und Lesern vorstellen und über die entsprechenden Entwicklungen berichten?

Antwort von Manfred Hochleitner: Zunächst einmal vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Die Manz AG ist meines Erachtens ein sehr spannendes, dynamisches Unternehmen. Denn wir sind in noch relativ jungen Wachstumsmärkten aktiv.

Unsere drei großen Business Units heißen dementsprechend Solar, Energy Storage (zu deutsch: Energiespeicher) sowie Electronics. Zwei weitere Business Units sind Contract Manufacturing und Services. Das Contract Manufacturing ist dabei ein in sich geschlossenes Geschäftsmodell, in dem wir Anlagen und Maschinen für Drittkunden montieren und warten.

In unseren drei eingangs genannten großen Business Units gab es zuletzt sehr viel Bewegung. So wickeln wir im Solarbereich gerade einen Großauftrag im Bereich der Dünnschichttechnologie CIGS mit unseren chinesischen Partnern ab. Leider kam es dort zu Verzögerungen beim Hallenbau auf Seiten des Kunden. Inzwischen steht die Halle jedoch so weit, dass wir unsere Anlagen und Maschinen einbringen können.

Wenn die Halle dann endgültig fertig gestellt ist, werden wir die eingebrachten Anlagen und Maschinen auch in Betrieb nehmen. Darauf freuen wir uns sehr, zumal wir gerade erst letzte Woche einen Weltrekord bei der Effizienz der auf unseren Anlagen produzierten Solarmodule mit einem Wirkungsgrad von 17,7% aufgestellt haben.

Soweit mir bekannt, Sie haben das ja auch gerade schon ein wenig angedeutet, machen Sie sehr gute Geschäfte in China. Spüren Sie da nicht den Handelskonflikt zwischen den USA und China und wie würden Sie auch vor diesem Hintergrund Ihr gerade ablaufendes Geschäftsjahr 2019 bewerten?

Antwort von Manfred Hochleitner: In der Tat stammen unsere wichtigsten Kunden aus China und dementsprechend werden wir auch vom angesprochenen Handelskonflikt in verschiedenen Segmenten getroffen.

Bevor ich darauf näher eingehe, lassen Sie mich erst etwas zum Geschäftsjahr 2019 im Allgemeinen sagen. Hier kam es leider zu Verzögerungen in den Bereichen Solar sowie Energy Storage, wie beispielsweise dem eben schon thematisierten verzögerten Hallenbau eines unserer Kunden. Dadurch verschieben sich Umsätze teilweise von 2019 nach 2020, weshalb wir unsere Umsatz- und Ergebnisprognosen für dieses Jahr korrigieren mussten.

Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass wir zwar unseren Ausblick natürlich immer auf Jahressicht aufstellen müssen. Uns ist jedoch wichtiger, dass die unterliegenden Wachstumstrends intakt sind. Insofern sind solche Verzögerungen, wie wir sie in 2019 verzeichnen mussten, sicherlich ärgerlich. Es sind jedoch eben nur Verzögerungen und keine Ausfälle. Das sollten unsere Investoren immer im Hinterkopf behalten.

Damit komme ich nun zum Handelskrieg der USA mit China. Diesen spüren wir weniger im Bereich Solar, sondern mehr in unserer Business Unit Electronic Components in Taiwan. Dort beschäftigen wir uns mit Anlagen und Maschinen zur Produktion von LCDs sowie OLED- und Amoled-Displays. In diesem Bereich gibt es derzeit eine Investitionszurückhaltung von Kunden, die wir auf den Handelskonflikt zurückführen.

In der Folge wandern auch manche Unternehmen aus China in andere asiatische Billiglohnländer wie beispielsweise Vietnam ab. Aber auch im Servicebereich wurden teilweise Kapazitäten stillgelegt, wodurch unsere Umsätze nach unten gingen.

Diesen Äußerungen entnehme ich, dass Ihr Unternehmen von einer möglichen Lösung des Handelskriegs – Stichwort: Phase 1-Deal – profitieren dürfte?

Antwort von Manfred Hochleitner: Nun ja, ich habe Ihnen ja erläutert, dass wir von diesem Handelskonflikt durchaus ein wenig getroffen werden. Überbewerten sollte man das jedoch auch nicht. Die Schwäche im Bereich Electronic Components ist sicherlich auch, aber keineswegs nur auf diesen Handelsstreit zurück zu führen. Generell gibt es in diesem Bereich jedoch eine gewisse Marktsättigung, die wir auch schon vor dem Handelskonflikt gesehen haben.

Insofern würde uns eine Entspannung im Handelskrieg der USA mit China sicherlich helfen. Aber wir sehen uns nicht als großen Verlierer dieses Handelskriegs, werden dementsprechend aber eben auch nicht durch eine Lösung der Streitigkeiten zu einem großen Gewinner.

Sie haben ja bereits selbst angesprochen, dass Sie im laufenden Geschäftsjahr – ich glaube sogar mehrfach – ihre eigenen Prognosen (nach unten) anpassen mussten. Was Sie jetzt gesagt haben, hört sich jedoch besser an. Kann man davon ausgehen, dass sich Ihre Geschäfte in 2020 besser entwickeln und keine weiteren Umsatz- und/oder Gewinnwarnungen nötig sein werden?

Antwort von Manfred Hochleitner: In der Tat ist unser Ausblick auf 2020 verhalten positiv. Vergessen Sie aber bitte nicht, dass wir einerseits in immer noch jungen Märkten, die entsprechend schwankungsanfällig sind, unterwegs sind. Andererseits handelt es sich eben um Projektgeschäft und daher sind entsprechende Verzögerungen bei Projekten durchaus normal.

Dieses Jahr haben wir das leider im Bereich Energy Storage erlebt. In diesem entwickeln und installieren wir Anlagen und Maschinen zur Produktion von Batterien und Akkus, nicht nur für den Elektromobilitätsbereich sondern auch für den Consumerbereich. Zum Jahresende hin haben sich die Verzögerungen langsam aufgelöst, was uns optimistisch für 2020 stimmt.

Auch unsere Business Unit Electronic Devices profitiert von der Entwicklung im Bereich der E-Mobilität. Dort beschäftigen wir uns u.a. mit der Automatisierung der Montage von Batteriemanagementsystemen. Es handelt sich also um entsprechende Steuereinheiten, die auf den Batterieblocks sitzen, um z.B. deren Be- und Entladung sowie die Temperaturen zu steuern.

In diesem Marktsegment gibt es derzeit große Bewegungen, so dass wir dort sehr gute Perspektiven für uns sehen. Dieser Bereich ist auch im Hinblick auf die Verbesserung unserer Profitabilität sehr spannend. Zwar kann ich Ihnen an dieser Stelle noch nicht mit einem konkreten Ausblick dienen. Aber ich denke, dass wir für 2020 sehr gut aufgestellt sind.

Das ist verständlich, ein konkreter Ausblick wäre bei einem börsennotierten Unternehmen wie der Manz AG wohl auch Ad hoc-pflichtig. Aber es ist nicht falsch, wenn ich mitnehme, dass man für 2020 durchaus optimistisch sein kann und Sie das auch sind.

Antwort von Manfred Hochleitner: Ja, das ist korrekt. Zwar ist auch der Wettbewerb groß, weshalb es gewisse Risiken gibt. Andererseits ist ein gewisser Wettbewerbsdruck durchaus hilfreich, da wir dadurch gezwungen sind, als Unternehmen immer besser zu werden. Zudem zeigt der Wettbewerb, dass wir uns in sehr interessanten Zukunftsmärkten befinden. Alles in allem sind wir bzw. bin ich als Finanzvorstand durchaus optimistisch für das kommende Geschäftsjahr 2020.

Herr Hochleitner, ich bedanke mich für dieses sehr interessante Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg auf Ihrem Weg.

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