Lufthansa: Zocken mit der Staatsrettung

1718
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

Lieber Leser,

der Großaktionär Heinz Hermann Thiele hat nun die sogenannte meldepflichtige Schwelle von 15 % seines Anteils an der Lufthansa aufgestockt. Offensichtlich setzt er darauf, dass die Fluglinie sich gewaltig erholen wird – der Staat steigt ein, um den systemrelevanten Konzern zu retten. Thiele will zudem das sogenannte Rettungspaket des Staates noch nachverhandeln. Das Unternehmen benötige keine Staatsbeteiligung, um saniert zu werden und zu gesunden. Eine erfreuliche Meinung in Zeiten, in denen sich die Merkel-Regierung zur selbsternannten Rettungs-Instanz durch die selbst verfügte Wirtschaftssperre erklärt hat.

Bund möchte 20 %

Der Bund möchte bei einer Kapitalerhöhung zunächst auf 20 % der Anteile kommen. Dafür behält sich der Staat zahlreiche Eingriffsrechte, die wiederum aus dem Unternehmen aus der Sicht von Kritikern fast schon wieder ein Staatsunternehmen machen würden. Wenn nicht mindestens 2/3tel der Aktionäre bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni diesem Rettungspaket zustimmen, würde das Paket scheitern.

Vorstandschef Carsten Spohr wiederum verweist darauf, dass es bei einem Scheitern dieses Rettungspaketes zu einer Insolvenz komme, bei der ein Totalverlust drohen würde. Alternativen zum Einstieg des Staates gibt oder gebe es nicht mehr.

Thiele seinerseits fordert zumindest, dass statt der direkten Beteiligung des Staates die KfW als Förderbank einspringen werde. Die wiederum hielte sich im operativen Geschäft zurück und würde strikten Regeln folgen. Wenn es dennoch zu einer Insolvenz käme, wäre dies nicht gleichbedeutend mit dem Totalverlust. Aus einer Insolvenz heraus ergeben sich neue Möglichkeiten.

Zumindest liegen diese Karten jetzt auf dem Tisch. Die Börse hat auf die Aufstockung des Anteils von Thiele mit einem Kurssprung über 4 % reagiert. Wie aber geht es weiter?

Die Lufthansa könnte zum Musterfall der Verstaatlichung zahlreicher Unternehmen werden, fürchte ich. Bis dato hat die Privatisierung der ehemaligen staatlichen Unternehmen nach mittlerweile Jahrzehnten noch immer nicht hinreichend funktioniert. Die Deutsche Telekom ist ein Moloch, der unter anderem die Dividenden-Interessen des Staates bedienen muss. Die Deutsche Post befreit sich etwas schneller aus diesen Fesseln. Für die Altlasten, sprich die Verwaltung der Pensionslasten musste der Staat jedoch eigens eine Behörde schaffen, deren Präsidentin die altbekannte Andrea Nahles demnächst wird. Die Beteiligungen an der Commerzbank, erworben in der Finanzkrise 2008, sind noch immer nicht entscheidend abgebaut.

Und jetzt würde sich die Regierung den nächsten Klotz ans Bein binden? Meine Wette: Er schafft es, auch gegen den neuen Großaktionär. Die Börsen werden dies kurzfristig feiern, denn das ist das Unternehmen vermeintlich „sicher“. Als Steuerzahler übernehmen Sie die Kosten. Wer kurzfristig Geld über eine solche Zockerei gewinnen möchte, hat hier beste Chancen. Langfristige Absicherung sieht anders aus – die Commerzbank und die Deutsche Telekom zeigen, was passiert, wenn der Staat versucht, Privat-Unternehmer zu sein.

Mit freundlichen Grüßen,

 

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Deutsche Lufthansa?

Wie wird sich Deutsche Lufthansa nach der Corona-Krise weiter entwickeln? Ist Ihr Geld in dieser Aktie sicher? Die Antworten auf diese Fragen und warum Sie jetzt handeln müssen, erfahren Sie in der aktuellen Analyse zur Deutsche Lufthansa Aktie.



Deutsche Lufthansa Forum

0 Beiträge
meiden. Na in Deutschland wird das nix, auf den innerdeutschen Luftverkehr mit seinen 20.000.000 Pas
0 Beiträge
denn hier wieder für ein Fass aufgemacht? Hier posten irgendwelche User irgendwelche privaten Ding
0 Beiträge
Kranich hebt ab, kauft da der Thiele etwa gerade die nächsten 15% ?
518 Anleger erhalten Nachrichten und Analysen zu Deutsche Lufthansa per E-Mail


Aktuelle Video-Analyse von Deutsche Lufthansa




Disclaimer

Die auf finanztrends.info angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.info veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. Finanztrends.info hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrendsw.info und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.info an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.info und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)