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Lufthansa: Immer mit der Ruhe!

 
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Kurz vor der Landtagswahl in Bayern hat es die Lufthansa offenbar nicht eilig mit dem Bau einer dritten Landebahn am Münchner Flughafen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag mitteilte.

„Tendenziell brauchen wir diese Startbahn etwas später“, betonte Lufthansa-Boss Carsten Spohr am Donnerstag. Die Kranich-Airline hatte zuletzt ein verstärktes Engagement in der bayrischen Landeshauptstadt angekündigt, um den Frankfurter Flughafen zu entlasten, der immer stärker an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war.

München stößt auch an Grenzen

Das Problem: Durch die intensivierte Verlagerung der Kapazitäten nach München, gerät auch der zweitgrößte deutsche Airport an seine Grenzen. Jenen Engpässen wolle man bei der Lufthansa nun mit größeren Maschinen, effizienterer Flugzeugauslastung und besserer Anbindung an den Schienenverkehr beikommen, kündigte Spohr an. Die neue Start- und Landebahn brauche man hingegen erst Ende des kommenden Jahrzehnts. „Dann sollte es passieren, wenn München nicht in eine Sackgasse kommen will“, sagte der Manager.

Übrigens: Wegen des „Chaos-Sommers“ mit extremen Verspätungen und Flugausfällen müsse die Lufthansa in diesem Jahr insgesamt rund 250 Millionen Euro ausgeben, um etwa Entschädigungen oder Hotelübernachtungen für Urlauber zu bezahlen, so Spohr. Für das kommende Jahr rechnet der seit 2014 amtierende Vorstandsvorsitzende immerhin mit einem Normalmaß jener Ausgaben in Höhe von 100 Millionen Euro.

Landebahn wird zum Politikum

Die Debatte um eine dritte Landebahn am „Flughafen München Franz Josef Strauß“, so der offizielle Name des 1992 eröffneten Airports, war zuletzt zum Politikum geworden. So hatten sich sowohl die bayrischen Grünen als auch die Freien Wähler gegen den Bau einer solchen Zusatzbahn ausgesprochen, während die CSU die Maßnahme bis vor Kurzem noch lautstark unterstützt hatte.

Das Problem: Laut aktuellen Umfragen könnte sich in Bayern eine Koalition zwischen den Christsozialen und den Grünen anbahnen. Kaum verwunderlich, dass sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hinsichtlich des Themas zuletzt eher zurückhaltend zeigte.

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