Künftigen Gefahren durch höheren Goldanteil vorbeugen

392

„Die Demokratie wird triumphieren“, beruhigen optimistische Politiker. Der Sturm aufs Kapitol in Washington D.C. ist zunächst das Ergebnis von Lügen, Hass und Hetze. Doch  sehe ich es ähnlich wie Norbert Röttgen, der außenpolitische Experte und Kandidat für den CDU-Parteivorsitz: „Das zeigt der ganzen Welt, wie ernst es ist, wie die Demokratie unter Druck ist.” Aber nicht nur der in verschiedenen Ländern zunehmende Einfluss von Populisten und Autokraten kann die Welt verändern, denn auch andere politische Trends (insbesondere in der Außen-, Rüstungs- und Handelspolitik) können die Kapitalmärkte negativ beeinflussen. Betont vorsichtige Investoren mit einem langfristig ausgelegten Portfolio sollten deshalb prüfen, ob es für sie Sinn macht, künftigen Risiken vorbeugend den Anteil von physischem Gold deutlich aufzustocken. Dazu kommt als Argument auch eine langfristige Verknappung des Edelmetallabbaus.

Günther Luitz, Gründer der Elementum Deutschland GmbH, weist schon seit längerem darauf hin, dass die Kombination von wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen mit veränderten Angebots-/Nachfragetrends für Gold und Silber als Investment sprechen. Der alte Hase des Edelmetallhandels sieht Risiken für die Märkte unter anderem aus der gigantischen Staatsverschuldung und den Warnungen hochrangiger Währungsexperten vor einer neuen internationalen Bankenkrise. Luitz beobachtet bereits ein erheblich steigendes Interesse deutscher Privatanleger als Reaktion darauf.

Dazu ein paar globale Eckdaten: Seit Mitte der 1970er Jahre hat sich die Menge des insgesamt weltweit geförderten Goldes verdoppelt. Bis Ende 2017 wurden gut 190.000 Tonnen Gold produziert. Mark Fellows, Head of Mine Supply der auf Edelmetalle spezialisierten Beratungsgesellschaft Metals Focus, schätzt, dass bis 2048 weitere 97.000 Tonnen gefördert werden müssten, um die gegenwärtige Nachfrage langfristig zu befriedigen. Nur gut die Hälfte des benötigten Goldes gilt heute als verfügbar. Nach dem heutigen Wissensstand sind lediglich 55.000 Tonnen Gold förderbereit, womit die klassische Form der Goldförderung in ca. 15 Jahren beendet wäre. Zwar wurden bereits weitere Goldvorkommen mit einem Volumen von 110.000 Tonnen lokalisiert, doch sind diese teilweise noch nicht abschließend auf Wirtschaftlichkeit geprüft worden. Der andere Teil wurde bereits als nach heutigen Maßstäben nicht profitabel eingestuft.

Die Herausforderungen an die Goldförderung nehmen also zu. Neben der Wirtschaftlichkeit werden laut Michelle Ash, Chief Innovation Officer der Barrick Gold Corporation, auch die Anforderungen an die Umweltverträglichkeit weiter zunehmen.  Diese Problem können zumindest partiell durch kleinere, kostengünstigere Förderungseinheiten und die stärkere Ausrichtung der Goldförderung auf die Weltmeere angegangen werden. Auch John Reade, Head of Research und Chef-Marktstratege des World Gold Council, sieht in der Studie „Gold 2048: The next 30 years for gold“ die klassische Goldförderung unter Druck: Auch wenn es Goldminen in drei Jahrzehnten ganz sicher noch geben wird – darunter auch einige, die heute bereits aktiv sind –, wird die klassische Goldförderung tendenziell abnehmen. Vorausgesetzt, es gibt in Zukunft keine größeren Entdeckungen wie Witwatersand im Jahr 1886.

In den letzten Jahren betrug die weltweite Goldförderung jeweils gut 3.000 Tonnen. Die bedeutendsten Goldfördernationen waren die Volksrepublik China, Australien, Russland, USA und Kanada. Die förderfähigen Reserven liegen vor allem in Australien, Russland und Südafrika. Diese drei Staaten hatten zusammen einen Anteil von 37 Prozent an den Weltreserven.

Silber ist wieder zunehmend ins Blickfeld gerückt und Anlegern auch kürzerfristig empfohlen. So wird in einer Studie zum Kauf von Silber geraten, da das Edelmetall ein „offensichtlicher Nutznießer” der globalen Bewegung in Richtung Solarenergie sei. Silber gilt heute wie morgen als ein Industriemetall, das ein wichtiges Element für moderne Geräte und Anlagen (wie beispielsweise Solaranlagen) darstellt.

Ich favorisiere langfristig Gold. Man mag den Marketingstrategen des World Gold Council (WGC = Repräsentanten der Goldproduzenten) nicht widersprechen, wenn sie zusammenfassend charakterisieren: Gold ist ein Edelmetall mit emotionalen, kulturellen und finanziellen Werten. Und ganz unterschiedliche Menschen auf der ganzen Welt kaufen Gold aus ganz unterschiedlichen Gründen. Übrigens taucht ab und zu die Anlegerfrage auf, wieviel Gold weltweit bisher gefördert wurde (soweit man rückrechnen kann). Die Antwort wird durch einen Würfel veranschaulicht: Nach jüngsten Zahlen wäre alles Gold ein Würfel mit einer Kantenlänge von gut 21 Metern! Und er wächst aktuell jedes Jahr lediglich um ein paar Centimeter. Ich empfehle Ihnen, geschätzte Anleger, neben den Aktien als Kernanlage den Goldanteil im Portfolio ungeachtet der Preisentwicklung auf mehr als die traditionell von Banken vorgeschlagenen 5 bis 10 Prozent zu erhöhen.

Bleiben Sie gesund, geschätzte Anleger, und verlieren Sie nicht Ihren Optimismus – und machen Sie’s gut!

Herzlich, Ihr Börsen-Dino.



Neueste News

Uhrzeit
Artikel
Autor

Die auf finanztrends.info angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.info veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. Finanztrends.info hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrendsw.info und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.info an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.info und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)