K+S: „Shorties“ weiter sehr aktiv!

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Die Kursentwicklung der K+S Aktie verfolge ich derzeit interessiert. In dem Kontext finde ich es interessant, wie manche „glatten“ Kursmarken doch bestimmte Aufmerksamkeit finden. Hier ist das derzeit die 10-Euro-Marke – die hat bisher gehalten. Vielleicht deshalb, weil bei gut 10 Euro genügend Käufer sind, welche die K+S Aktie auf diesem optisch niedrigen Niveau kaufen.

Doch der Blick auf den Anteil der Short-Positionierungen zeigt ein auffälliges Bild. So sind derzeit den Angaben zufolge 10,04% der K+S Aktien leer verkauft. Mit anderen Worten: Hier spekulieren größere und kleinere (das ist natürlich relativ) auf einen weiteren Kursverfall der Aktie. Darunter mir zuvor unbekannte Namen wie „Anchorage Capital Master Offshore“.

So eine Situation mit hohem Anteil von „Shorties“ ist tendenziell bearish – doch wie Sie bestimmt auch schon einmal gesehen haben, wenn die „Shorties“ auf dem falschen Fuß erwischt werden und sich bei steigenden Kursen eindecken müssen, kann es durchaus auch einmal zu einem „short squeeze“ kommen. Doch das nur am Rande.

Für mich persönlich interessanter ist es, wie es denn bei K+S im operativen Geschäft aussieht und was macht die Bewertung der Aktie. Hier etwas zum ersten Punkt: Die jüngsten Zahlen = 9-Monats-Zahlen von K+S fand ich nicht so prickelnd. Da konnte der Umsatz zwar um 8% auf ca. 3,05 Mrd. Euro gesteigert werden. Doch das Konzernergebnis (bereinigt) sah mit 68,5 Mio. Euro bzw. 0,36 Euro je Aktie doch eher überschaubar aus. Auch die hohe Schuldenlast (netto ca. 3,03 Mrd. Euro per 30.9.2019) finde ich nicht gerade berauschend. Aber das ist natürlich auch zum Teil den hohen Investitionen in die Erschließung der Kali-Mine in Kanada (Bethune) zu verdanken. Die produziert ja auch inzwischen.

Und grundsätzlich ist das eben ein zyklisches Geschäft. K+S gehört nicht zu den ganz Großen der Branche, die den Preis bestimmen können. Insofern gibt es hier einen „externen Faktor“ = den Kalipreis, der für das Ergebnis von K+S sozusagen entscheidend ist. Und der Preis für Kaliumchlorid ist zwar im Jahresverlauf gegenüber den Tiefs etwas gestiegen und steht aktuell im Bereich von 260/270 Dollar je Tonne. Aber so richtig sprudeln die Gewinne erst, wenn da deutlich höhere Notierungen gesehen werden. Ein Extrem sahen wir 2008, als die Preise zwischenzeitlich sogar über 800 Dollar je Tonne notierten. Davon sind wir derzeit weit entfernt.

Und schnelle Preissteigerungen sind nicht in Sicht. Laut einer Prognose von K+S wird die Nachfrage am Weltmarkt nach Kali „leicht“ zurückgehen. K+S reagiert, indem die eigene Produktion bis Jahresende um bis zu 300.000 Tonnen reduziert werden soll und um weitere bis zu 200.000 Tonnen wegen Instandhaltungsarbeiten (ich weiß nicht, inwieweit das bereits geschehen ist). Solche Produktionskürzungen sind natürlich nur eine Art Notbehelf. Gewiss, die variablen Kosten sinken dann, aber es gibt ja in einem Konzern wie K+S auch genug Fixkosten, die trotzdem weiter anfallen. Tendenziell positiv ist es, wenn solche Produktionskürzungen in Zeiten niedriger Preise mit Wartungsarbeiten verknüpft werden können.

Einige Punkte bei K+S gefallen mir nicht, wie die Versalzung der Werra durch das Unternehmen. Der Vorstand will die Betriebsabwässer bis 2030 deutlich reduzieren. Ob das realistisch ist und ob da mehr machbar wäre, kann ich nicht beurteilen. Wäre vielleicht mal ein Thema für die Hauptversammlung, wo Aktionäre ja schon ab einer Aktie Besitz dem Vorstand Fragen stellen können und sich dann nach der Antwort eine eigene Meinung bilden können.

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K&S Forum

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Barracuda7  Andtec Gestern
Was interessieren mich die ganzen News und warum sollte ich die Aktien zurückkaufen? Es ist super ei
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Andtec  Barracuda Gestern
Wenn ein Werk unrentabel wird - auch wegen zu hoher Umweltauflagen, wird es zugemacht. Was kann eine
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pacorubio  so Gestern
zu früh verkauft,schön die stabilität von ks habe ja zum glück nur teilvekauf getätigt.......
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Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de




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