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Kommt es jetzt zum großen Crash?

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Lieber Leser,

die Kurse an den Finanzmärkten fielen und fielen dieser Tage. Donald Trump hatte China mit neuen Handelsschwierigkeiten gedroht – und schon sanken die Kurse deutlichst. Am Donnerstag dann sind die Sonderzölle auf Einfuhren aus China in den USA offiziell geworden. Der Tarif wurde für Waren im Umfang von 200 Milliarden Euro von 10 auf 25 % erhöht.

Der Markt befürchtet nun, dass die Weltwirtschaft daran zugrunde geht. Immerhin hat China im ersten Quartal ohnehin schon 9 % weniger in die USA exportiert als ein Jahr zuvor. Die USA mussten sogar einen Einbruch um gut 30 % bei den Exporten nach China hinnehmen. Eine bleibende Verschärfung wäre also gleichbedeutend mit wirtschaftlich gravierenden Problemen.

Dieser „Crash“ bleibt aus

Dabei ist das, was wir sehen, mit hoher Sicherheit „Bluff“. Die USA werden unter Führung von Trump gar nicht umhin kommen, als sich mit China zu einigen. Im kommenden Jahr finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt. Trump möchte offenbar eine zweite Legislaturperiode lang Präsident bleiben.

Beobachtungen vergangener Wahlen zeigen, dass die Wirtschaft maßgeblich für das Wahlverhalten ist. Ein Konjunkturzusammenbruch würde die Chancen von Donald Trump massiv nach unten korrigieren. Er kann es sich also gar nicht leisten, dauerhaft mit China zu duellieren.

Deshalb können Sie davon ausgehen, dass der China-Streit nicht zu einem „Crash“ führen wird. Dennoch kann es in den kommenden Wochen heikel werden.

Zinsen können noch einmal sinken – ein Alarmsignal

Das Problem für die Finanzmärkte sind unverändert die Zinsen und die Zinserwartungen. Immer mehr Institute gehen davon aus, dass die Fed als US-Zentralbank die Zinsen nicht nur stabil halten wird, sondern im nächsten Schritt wieder senkt.

Würde das passieren, wäre dies fatal. Damit hatte für 2019 niemand gerechnet. Analysten hatten für 2019 mit zumindest zweimal steigenden Zinsen gerechnet. Wenn die Zinsen wie aktuell angekündigt stabil bleiben, dann wäre das bereits ein Signal dafür, dass die Wirtschaft stagniert. Die jüngsten Daten zur Wirtschaftsentwicklung bereiten noch keine Sorgen – stabile Zinsniveaus hingegen signalisierten Bedenken bei der Zentralbank.

Bestätigt sich jedoch das Gerücht aus Washington, wonach die Zinsen bis zum Jahresende sogar sinken, wäre dies ein Alarmsignal. Sinkende Zinsen würden die Angst vor einer Rezession belegen. Ein Anzeichen dafür ist die Renditekurve der US-Staatsanleihen. Die ist erstmals seit nunmehr 12 Jahren „invers“ gewesen. Das heißt, der Abstand für Zinsen auf längere Laufzeiten sinkt gegenüber den kürzeren Laufzeiten. „Invers“ ist die Kurve dann, wenn die kurzfristigen Renditen sogar höher sind als die langfristigen.

Das heißt frei interpretiert, dass die Anleger auf lange Sicht mit sinkenden Zinsen rechnen. Dies gilt zudem als Rezessionssignal. Dieses Anzeichen für eine ungünstigere Wirtschaftsentwicklung verdichtet sich dabei inzwischen. Und deshalb sollten Sie sich wappnen. Die meisten Indikatoren in den USA und auch in der EU zeigen inzwischen nach unten. Das kann einen „Crash“ auslösen. Die Handelsbeziehungen zu China spielen keine Rolle. Achten Sie auf die Anleihenkurse.

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