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Kipp, Janne Jörg / Morrien, Rolf: Staatsbankrott voraus! Hintergründe, Strategien und Chancen, die Sie kennen müssen. 200 Seiten, 14,95 Euro, FinanzBuch Verlag 2010.

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Angesichts der in letzter Zeit wieder hochkochenden Eurokrise und der bedenklichen Schieflage zahlreicher Kreditinstitute insbesondere in Südeuropa lohnt es sich, die lediglich wenige Jahre zurückliegenden Ereignisse wieder ins Gedächtnis zu rufen. Nach der sich kaskadenartig entfaltenden Hypotheken-, Finanz-, Banken- und Wirtschaftskrise sowie der damit einhergegangen Übernahme von Verlust- und Hochrisikoposition durch die öffentlichen Haushalte wurde ab dem Jahr 2010 die Diskussion über Staatsbankrotte wieder salonfähig.

„Ein Staatsbankrott ist kein Schreckgespenst, sondern ein reales Szenario, über das man sachlich diskutieren muss“ ist indes das Motto der beiden finanzjournalistisch bewanderten Autoren, die dem historisch in zyklischer Verlässlichkeit wiederkehrenden Phänomen auf 200 Seiten theoretisch, empirisch und praktisch nachgehen. Die ersten gut 100 Seiten arbeitet das Autorenduo zunächst die gemeinsamen Merkmale, gewissermaßen das archetypische Drehbuch jeder Staatsinsolvenz aus und analysiert vor diesem Hintergrund die aktuelle, in keinem Fall rosige Lage in Griechenland, Deutschland, Japan und den USA. Interessant ist auch die nachfolgende statistische Auswertung der europaweiten Staatspleiten seit 1800, die je Land und Jahr zwischen 10 und 50 Prozent schwankte und exemplarisch für Deutschland, Island und Argentinien als außereuropäischen Vertreter veranschaulicht wird. Als ganz zentrales Krisenelement heben die Autoren die Bedeutung der Inflation hervor, die korrekt als Geldmengenausweitung definiert wird und aus ihrer Sicht unvermeidlich mit der Staatstätigkeit einhergeht.

Damit ist das Grundszenario für den erfreulich ausführlichen, zweiten Teil des Ratgebers um den Erhalt und das Wachstum des persönlichen Vermögens vorgegeben. Hierbei kann die Fokussierung auf substanzhaltige Sachwerte und die – hier äußerst radikal angemahnte – Vermeidung stofflich entkoppelter Geldwerte nicht weiter verwundern. Mit Ausnahme einer wortwörtlichen Barreserve misstrauen Kipp und Morrien jedwedem Geldsurrogat, selbst inflationsindexierten Anleihen und angeblich sicheren Fremdwährungen und empfehlen ein gut disloziertes Aktien-, Immobilien- und Rohstoffportfolio, denn „[m]ittel- und langfristig muss es Staatspleiten geben, kurzfristig kann es Staatspleiten geben.“

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Luis Pazos wurde 1974 im Rheinland geboren und lebt in Südniedersachsen. Der Manager, Buchautor und Finanzblogger handelt seit 1994 ein breites Spektrum von Wertpapieren an den weltweiten Börsenplätzen. Sein Spezialgebiet sind passive Einkommensstrategien mit Hochdividendenwerten. Mit „Bargeld statt Buchgewinn“, erschienen im FinanzBuch Verlag, hat er ein Standardwerk zum Thema verfasst. Erfahrungen und Fachwissen teilt Luis Pazos regelmäßig mit allen Lesern seines Finanzblogs – in dieser Form ein einzigartiges Angebot im deutschsprachigen Raum. Neugierig geworden? Dann tragen Sie sich kostenlos und unverbindlich für den zehnteiligen Einführungskurs ein, die Angabe einer E-Mail-Adresse genügt: https://nurbaresistwahres.de/gratiskurs




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