Kann sich IOTA am Ende wirklich durchsetzen?

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Seit ihren Tiefstständen vor einigen Wochen hat sich der Krypto-Markt deutlich erholt. War die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen in der Spitze von fast 900 Mrd. US-Dollar zwischenzeitlich auf ca. 100 Mrd. US-Dollar gesunken, hat sie sich zuletzt wieder auf über 135 Mrd. US-Dollar erholt. Noch warne ich davor hier zu bullish zu werden, denn leider sind V-förmige Kurserholungen a) selten und b) meistens nicht nachhaltig. Insofern wäre mindestens ein nochmaliger Abverkauf – und damit Tests der Tiefststände – essentiell, ja sogar wünschenswert.

Allerdings sehe ich, was die langfristige Zukunft der Kryptowährungen betrifft, dieser weiterhin sehr positiv entgegen. Denn meines Erachtens ist das, was wir hier gesehen haben, eigentlich typisch für einen neuen Markt (wenn Sie sich jetzt an den Neuen Markt der Deutschen Börse erinnert fühlen, ist das durchaus beabsichtigt!). Erst kommen die sogenannten Early Adopter, die immer gerne die neuesten Trends spielen, und steigen ein. Mit der Zeit kommt dann immer mehr die breite Masse der Anleger hinzu. Dadurch steigt die Nachfrage sukzessive immer weiter an, wohingegen das Angebot (gerade bei den Kryptowährungen) begrenzt bleibt. In der Folge explodieren die Preise (Kurse) immer weiter, weil eben die Hausse die Hausse nährt.

Unverkennbare Parallelen zum Neuen Markt

Genau das gleiche Spiel sahen wir übrigens tatsächlich auch am damaligen Neuen Markt. Zunächst gab es nur wenige Anleger, die dort Aktien kaufen wollten. Es gab sogar nur sehr wenige Unternehmen, die gerne ihre Aktien an den Neuen Markt bringen wollten. Darum bestand der Neue Markt auch zunächst auch nur aus zwei Aktien: Mobilcom, die von Gründer und CEO Gerhard Schmid bewusst an den Neuen Markt geführt wurden, sowie Bertrandt, die zwar schon börsennotiert waren, aber von der Deutschen Börse zu einem Wechsel an den Neuen Markt überredet wurden.

Wie komme ich aber darauf, dass wir bei Kryptowährungen ähnliches gesehen haben wie damals am Neuen Markt? Nun, auch am Neuen Markt brachten die Unternehmen im Zuge ihres Börsengangs immer nur wenige Aktien auf den Markt. Um diese wenigen Aktien rissen sich die Anleger dann, was die Kurse nach oben trieb. Dann gab es weitere Aktienplatzierungen oder auch Kapitalerhöhungen, wodurch das Angebot an Aktien dann sukzessive ausgeweitet wurde. Zunächst war das kein Problem, irgendwann aber war der Bogen überspannt und es kam der „Crash“.

Auch die NAGA Group nutzte das Knappheitsprinzip beim Börsengang

Übrigens gab es vor gut einem Jahr wieder einen so ähnlichen Börsengang – und damit komme ich wieder zurück von der Börse zu den Kryptowährungen – im neuen Marktsegment Scale. Ich spreche hier von der Aktie der NAGA Group. Denn auch die brachten zunächst ja nur eine Million Aktien an die Börse, um die sich die Anleger dann rissen. Dadurch kam es zu einer Kursexplosion und zwischenzeitlich eben auch hier schon wieder zu einer Kursimplosion. Da die NAGA Group jedoch auch den NAGACoin auf den Markt geworfen hat, bin ich wieder zurück bei den Kryptowährungen.

Genauso wie es seinerzeit am Neuen Markt zum Hype, zum Crash sowie anschließend dem Comeback der guten Aktien wie bspw. MorphoSys, Nemetschek oder United Internet kam, wird das nämlich auch bei den Kryptowährungen sein. Den Hype hatten wir, den Crash hatten wir bzw. vielleicht befinden wir uns auch noch mittendrin (in der Endphase!), nun gilt es eben die guten Kryptowährungen zu finden. Wobei das nicht so einfach ist und oftmals am Ende die am Besten abschneiden, die zuvor beim Hype niemand haben wollte. Bestes Beispiel vom Neuen Markt wäre die Sartorius Aktie, die damals keiner haben wollte, aber langfristig einer der besten Titel war.

Bitcoin hat beste Chancen, Ether(eum) auch…

Leider kann man es sich jedoch nicht so einfach machen und nur auf die Kryptowährungen setzen, die im Hype noch niemand haben wollte. Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt. Man kann also auch nicht einfach nur die Kryptowährungen meiden, die zuvor jeder haben wollte. Vielmehr müssen wir analysieren was erfolgversprechend ist und was nicht. Bitcoin hat dabei als „First Mover“ gute Chancen, erst Recht mit dem kommenden Lightning Network. Auch Ether(eum) sehe ich langfristig sehr positiv, denn Smart Contracts werden in Zukunft wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen. Aber sonst?

Es liegt dabei übrigens in der Natur der Sache, dass man leider nicht immer richtig liegen kann. Denn niemand kann in die Zukunft sehen. Bedenken Sie das bitte und laufen Sie nicht nach dem Lesen dieses Artikels zur nächsten Krypto-Börse und kaufen blind. Davor kann ich nämlich stets nur warnen.

IOTA – trotz des Hypes vor einem Jahr ein Highflyer!?

Aber eine gehypte Kryptowährung vor gut einem Jahr war sicherlich IOTA. IOTA steht dabei für Internet Of Things Association und damit ist diese Kryptowährung ja schon fast selbsterklärend. Generell sollte IOTA aber ohnehin vielen Leuten, gerade in Deutschland, ein Begriff sein. Denn schließlich war einer der Gründer dieses Projekts vor einigen Monaten in der Talk-Show von Markus Lanz zu Gast. Die generelle Idee hinter IOTA ist, dass diese Kryptowährung im Internet of Things (IoT) eingesetzt werden soll. So soll bspw. das (Elektro)Auto zukünftig, dank IOTA, seinen Parkplatz selbst bezahlen können, um das Paradebeispiel eines Anwendungsbeispiels zu bringen.

Die große Frage, die sich jedoch – bei dem ganzen Hype vor einem Jahr – stellt: Kann sich IOTA im Bereich Internet of Things durchsetzen? Oder werden hier große Unternehmen wie Cisco Systems oder Microsoft ihre Standards etablieren können? Das ist letztlich eine Glaubensfrage. Wer an Cisco Systems oder Microsoft glaubt, muss deren Aktien kaufen und IOTA eher meiden. Wer das dagegen nicht glaubt, für den ist IOTA zumindest eine Alternative. Denn sollte sich IOTA als Industriestandard etablieren können, wäre hier eine Marktkapitalisierung irgendwo zwischen Cisco Systems (195 Mrd. US-Dollar) und Microsoft (790 Mrd. US-Dollar) angemessen. Die aktuelle Market Cap. von IOTA liegt jedoch bei nur ca. 1 Mrd. US-Dollar.

Kurzfristig sehr interessanter Kaufkandidat, langfristig Do or Die!

Insofern bietet sich ein Einstieg in IOTA, trotz des Hypes im vergangenen Jahr, derzeit an. Zumal IOTA auch keine klassische Blockchain-Lösung nutzt, sondern den sogenannten Tangle. Der Clou dabei: Da es sich bei diesem Tangle um einen gerichteten azyklischen Graph handelt, gibt es hier kein Skalierungsproblem. Zumindest nicht bei intensiver Nutzung, denn je intensiver die Nutzung ist, desto besser. Die Skalierung war hier eher zu Beginn ein Problem bzw. ist es noch ein wenig.

Doch bei all diesen technologischen Vorteilen, bleibt IOTA zunächst einmal eine heiße Wette mit großen Chancen und eben dem Risiko eines Totalverlusts. Warum ich IOTA aktuell jedoch als spannend ansehe, ist die Charttechnik. Zum Einen nämlich zeigte die Aktie zuletzt eine hohe relative Stärke, zum Anderen würde hier ein Kurssprung über die Marke von 0,40 US-Dollar ein starkes Kaufsignal generieren. Die kurzfristigen Kursziele lägen dann bei 0,48 US-Dollar, 0,60 US-Dollar, 0,75 US-Dollar sowie 0,90 US-Dollar. Ein Stoppkurs knapp unter 0,35 US-Dollar sichert die Position ab. Was langfristig möglich sein könnte, habe ich ja zuvor schon dargelegt!




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