Jyske Invest: Renditeüberblick September 2019

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Neues

In Großbritannien wird die Polemik
fortgeführt

  • Das Tauziehen im britischen Parlament setzte sich im September fort. Boris Johnson schickte die Parlamentsmitglieder mithilfe eines Passus im Gesetz für fünf Wochen in eine Zwangspause. Der Oberste britische Gerichtshof erklärte jedoch diese Anwendung des Gesetzes für unzulässig, und die Politiker kehrten bereits nach einer zweiwöchigen Pause wieder an die Arbeit zurück. Nach mehreren Austritten/Exklusionen aus der konservativen Partei sind Boris Johnson und seine Anhänger jetzt in der Minderheit, und die Mehrheit hat einen Vorschlag verabschiedet, der verhindern soll, dass Großbritannien ohne ein Abkommen aus der EU austritt, wenn am 31. Oktober die Deadline erreicht wird.

Die großen Zentralbanken reagierten auf
Unsicherheit und Wachstumsrückgang

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte in Verbindung mit der jüngsten Zinssitzung nahezu alle Hebel in Bewegung. Neben der Senkung der Zinsen um 0,10 Prozentpunkte nahm die Zentralbank erneut ihr Anleihenkaufprogramm auf und gab bekannt, dass das Programm so lange andauern werde, bis es Wirkung zeige. Gleichzeitig wurden die europäischen Politiker recht deutlich dazu aufgefordert, ihre Finanzpolitik unter die Lupe zu nehmen. Die Wirtschaftsdaten deuten insbesondere darauf, dass der große deutsche Industrie-Motor ins Stottern geraten ist. Auch die amerikanische Zentralbank, Federal Reserve (Fed), unternahm Schritte und senkte die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte. Trotz der Unsicherheit bezüglich des Handelskrieges war die Fed jedoch nicht in derselben Situation wie die EZB, da die amerikanische Inflation weit höher ist.

Anstieg des Ölpreises nach Angriffen auf saudi-arabische
Öl-Anlagen

  • Anschläge mit Drohnen- und Marschflugkörpern auf saudi-arabische Öl-Anlagen lähmten vorübergehend die Hälfte der saudi-arabischen Ölproduktion, was sich im Ölpreis niederschlug. Kurzzeitig herrschte Besorgnis darüber, ob und in welcher Weise sowohl Saudi-Arabien als auch die USA reagieren würden. Denn alle Untersuchungen deuteten auf eine Beteiligung des Iran. Da eine unmittelbare Vergeltungsaktion ausblieb und die Produktionsanlagen schon bald wieder liefen, sank der Ölpreis und die Unruhe an den Finanzmärkten legte sich wieder.

Marktrendite

Wachstumsanreize
ließen die Aktienmärkte und die Zinsen steigen

  • Die globalen Aktienmärkte wurden im September von den Zentralbanken unterstützt, als sowohl die amerikanische als auch die europäische Zentralbank wachstumsfördernde Schritte unternahmen. Dies bedeutete, dass die konjunkturempfindlichen Sektoren am besten abschnitten. Gleiches galt für die Finanzaktien, die von steigenden Anleihezinsen begünstigt wurden. Auch Energieaktien stiegen im Zuge der Drohnen- und Raketenangriffe auf saudi-arabische Öl-Anlagen mehr als durchschnittlich. Dagegen profitierten die klassisch defensiven Sektoren wie Healthcare und Konsumgüter nicht im selben Maße von den Initiativen der Zentralbanken.

Sinkende Zinsen –
schon wieder

  • Das dritte Quartal begann mit einem schwach steigenden Zinsniveau. Die Entwicklung änderte sich jedoch recht schnell ins Gegenteil, und für das Gesamtquartal sanken die Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen um 0,25 Prozentpunkte. Das sinkende Zinsniveau war die Folge des globalen Rückgangs von Wachstum und Inflation. Dieser Rückgang trug dazu bei, dass die EZB im September die Zinsen um 0,10 Prozentpunkte senkte und die stützenden Anleihenkäufe für EUR 20 Milliarden pro Monat wieder aufnahm und ein neues zweisträngiges System gegenüber den Banken einführte. Darüber hinaus senkte auch die amerikanische Zentralbank die Zinsen im dritten Quartal im Juli und September um jeweils 0,25 Prozentpunkte.

Positive Korrektur
in Argentinien im September nach Schmelze im August

  • Die Emerging Markets konnten im September einen Teil der Verluste vom August wieder gutmachen. Anleihen in Lokalwährung erzielten eine Rendite von 2,41 %, während Anleihen in externen Währungen um 0,36 % nachließen. Die Beziehung zwischen den USA und China scheint sich ein wenig verbessert zu haben, während die globalen Wachstumszahlen nachlassen. Dem ersten Faktor kam bisher die größte Bedeutung zu, aber auch die sinkenden Wachstumszahlen der Emerging Markets sind im Fokus, wobei diese zum Teil der Unsicherheit bezüglich des globalen Handels zuzuschreiben sind. Die argentinischen Vermögenswerte erholten sich nach dem „Blutbad“ im August. Zudem ließen bessere Wachstumszahlen, eine niedrigere Inflation und eine Besserung der Handelszahlen in der Türkei die türkischen Anleihen sowie die türkische Währung steigen. Im September gab es Begebungen in Höhe von 21 Milliarden USD, wobei insbesondere die Länder in Nahost viele Begebungen vornahmen. Auch Südafrika, Ecuador, Uruguay, Kasachstan und Montenegro wurden zum Ende des Sommers im Markt aktiv.

Kleine Bewegungen bei den
Kreditspreads

  • Im Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen gab es im Laufe des Septembers keine großen Spreadbewegungen, sodass der globale High Yield-Markt weiterhin bei etwa 300 Basispunkten über Swaps gehandelt wird. Die Terroranschläge auf saudi-arabische Öl-Anlagen resultierten unmittelbar in einem deutlichen Anstieg des Ölpreises, wodurch sich die Zinsspreads bei einer Reihe von amerikanischen Energieunternehmen (die nicht im Portfolio enthalten sind) markant einengten. Beispielsweise engte sich der Spread von Chesapeake von 1400 Basispunkten auf 900 Basispunkte ein. Im Zuge des wieder sinkenden Ölpreises erweiterten sich die Spreads wieder auf das Niveau vor den Anschlägen.

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