Jetzt wird es richtig stark: Fonds und ETFs in Bestform

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Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Wochen ist es für die Finanzmärkte wieder bergauf gegangen. Dabei haben die meisten Indizes Zwischenhochs erzielt, von denen aus sie sehr starke Impulse für Aufwärtsmärsche bekommen sollten. Der Dax etwa hat vor wenigen Tagen die Marke von 12.000 Punkten nach oben durchkreuzt.

Stärkstes erstes Quartal seit vielen Jahren

Überhaupt ist das erste Quartal 2019 das stärkste Quartal seit vielen Jahren gewesen. Je nach Land und Index gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Einig sind sich die Analysten jedoch vor allem darin, dass schon statistisch betrachtet ein starker Jahrgang bevorsteht. Und damit eröffnet sich auch für Sie die Möglichkeit, dabei zu sein.

Damit Sie das Geschehen einordnen können, sehen wir uns vielleicht einfach den Dax an. Der Dax hat im Monat Januar ein Plus von 5,8 % geschafft. Im Februar ging es um 3,1 % nach oben. Und im März legte das Barometer zwar nur wenige Punkte zu, im bisherigen April allerdings ging es schon wieder um fast 4 % nach oben.

Das Ganze sieht auf Jahresbasis betrachtet noch besser aus.

  • 2019 schaffte der Dax bislang 13,3 %
  • 2018 waren die Kurse um 18,3 % gefallen, womit sich die Kursverluste fast schon wieder ausgeglichen haben.
  • 2017 sind die Kurse insgesamt um 12,5 % geklettert.
  • 2016 ging es um 6,9 % nach oben.
  • 2015 gewann der Dax immerhin 9,6 %.
  • 2014 ging es nur um knappe 2,7 % nach oben.
  • 2013 gewann das Barometer dann 25,5 %
  • 2012 wurde mit 29 % das beste Ergebnis des bisherigen Jahrzehnts erzielt
  • 2011 konnte der Dax sein Vorjahresniveau nicht ganz halten und sackte um 14,7 % nach unten
  • 2010 ging es um 16 % bergauf und
  • 2009 wurden 24 % Plus erzielt.

Das vergangene Jahrzehnt (hier in Jahren) kannte zwar fast durchgehend nur Gewinnerjahre, aber so stark wie dieses Jahr starteten die Börsen noch nie. Auffallend ist vor allem, dass nach einem Verlustjahr rasch Gewinne erwirtschaftet wurden, die sich dann jahrelang fortsetzten.

Halten wir fest: Statistisch betrachtet zeigt der Jahresanfang, dass wir vor einem sehr schönen Börsenjahr stehen. Dies gilt nicht nur für Aktionäre, die auf Einzelaktien setzen, sondern auch für Fondsbesitzer.

Doch auch generell befindet sich der Dax in einem starken Aufwärtstrend. Wenn Sie wie viele Fondsinvestoren langfristig denken und investieren, wird Sie der 10-Jahres-Chart interessieren.

Dax über 10 Jahre: Ein ziemlich glatter Aufwärtsmarsch

Quelle: www.boerse.de

Hier sehen Sie, dass der Dax mittel- und langfristig in einer hervorragenden Situation ist. Der Index konnte fast durchgehend klettern. Schwächere Phasen wie zwischen 2015 und 2016 fielen im Gesamtbild kaum ins Gewicht.

Der sogenannte „GD200“, der gleitende Durchschnittskurs der vergangenen 200 Tage, zeigt an, dass die Kurse sich in einem „technischen Aufwärtstrend“ bewegen. Das bedeutet, dass entsprechende Analysten davon ausgehen, die Kurse steigen in den meisten Fällen eher als dass sie fallen würden. Der GD200 ist jüngst erst wieder überwunden worden.

Dabei werden die Kurse der jeweils vergangenen 200 Tage addiert und zu einem Durchschnittswert verdichtet. Steigen die Kurse des betrachteten Wertes über diese 200-Tage-Linie, liegt ein Aufwärtstrend fort, ansonsten ist ein Abwärtstrend zu unterstellen. Wie der Chart zeigt, ist die Analyse ausgesprochen zielsicher, fallende Notierungen wurden jeweils relativ gut angedeutet.

Seit Beginn des Jahres läuft es….

Überhaupt sind die Indizes in den meisten Ländern und Regionen im grünen Bereich. Dies zeigt sich auch in einem Langfristvergleich, den wir an dieser Stelle beachten sollten.

  • Der Dax ist seit Jahresanfang um 13,3 % gestiegen und in einem Jahr „nur“ noch -3 % im Minus
  • Der TecDax ist YTD (Jahresanfang bis jetzt) mit 11,7 % im Plus und in einem Jahr um 8,9 % gestiegen.
  • Der Dow Jones konnte YTD 12,8 % für sich verbuchen und in einem Jahr 9,9 %
  • Der Nasdaq als Technologie-Barometer schaffte YTD gleich 19,3 % und ist in einem Jahr um 14,4 % nach oben geklettert
  • Der Euro Stoxx 50, ansonsten oft ein schwächerer index, ging YTD mit 14,5 % durch die Decke und schaffte in einem Jahr immerhin 0,4 %
  • Der FTSE 100 aus Großbritannien liegt YTD mit 10,4 % vorne und hat auch binnen eines Jahres noch ein Plus von 3,3 % erzielt
  • Der SMI aus der Schweiz schaffte YTD 13,1 % und liegt binnen 12 Monaten mit gut 10,1 % vorne
  • Der CAC 40 aus Frankreich hat einen YTD-Wert von 16,4 % und liegt binnen 12 Monaten immerhin 3,7 % im Plus
  • Der Nikkei 225 aus Japan geht YTD mit 11,5 % durch die bisherige Ziellinie und schaffte innerhalb eines Jahres + 0,6 %
  • Der ATX aus Österreich meldet YTRD 12,5 % und hat binnen eines Jahres „nur“ noch 7,5 % verloren

Diese Werte zeigen, dass die Indizes inzwischen durchgehend eine gute Form entwickelt haben und es allgemein an den Aktienbörsen dieser Welt bergauf geht. Die Aussage lässt sich nicht nur statistisch wie geschehen belegen, sondern zeichnet sich auch in diversen Charts dieser Indizes ab. Es sieht schlicht gut aus.

Zinsen bleiben dauerhaft niedrig

Fast mantraartig muss ich an dieser Stelle zudem betonen, dass es auch gar keine Alternativen gibt. Der Zins in den meisten Ländern bleibt niedrig. Teils, wie in der Euro-Zone, sogar auf Rekord-Minusständen bzw. sogar im Bereich von weniger als 0 %, also negativ. Das bedeutet zweierlei:

  • Die Unternehmen können sich unverändert sehr günstig Geld leihen und dies möglichst wirtschaftlich sinnvoll investieren.
  • Zudem gibt es für Investoren kaum eine Alternative zu Aktien-Investitionen. Die Realrendite für Anleihen ist entweder wie für die zehnjährige Bundesanleihe gleich negativ, oder sie ist nur knapp positiv und hilft Investoren nicht. Immobilien geraten immer stärker in die Diskussion von Politikern, hier ist von Enteignungen die Rede.

Vor diesem Hintergrund also bleibt lediglich die Frage, wie lange die Zinsen noch so niedrig sein können. Dazu gibt es klare Aussagen.

Die EZB in der EU-Zone möchte die Zinsen in diesem Jahr niedrig halten. Aktuell plant sie, die auslaufenden Anleihen von Bankinstituten durch neue Anleihen zu ersetzen. Natürlich gleichfalls zu günstigen oder günstigsten Konditionen, womit sich die Risiken für den gesamten Bankensektor noch einmal etwas abfedern lassen. Allerdings bleiben die Zinsen an den Finanzmärkten auf diese Weise auf dem niedrigstmöglichen Wert.

Die Fed, die US-Zentralbank, hat in einigen internen Notizen durchblicken lassen, dass die nicht plant, die Zinsen in diesem Jahr noch einmal zu erhöhen. Dies allerdings hatten Analysten und Investoren im Verlaufe der vergangenen Monate anders erwartet und sich auf steigende Zinsen eingestellt. Da diese ausbleiben, dürfte der Impuls für Aktieninvestitionen besonders groß sein.

Wirtschaft in der Krise: Achtung

Auf der anderen Seite möchte ich allerdings auch nicht verschweigen, dass die Wirtschaft in der westlichen Welt nach den aktuellen Daten in der Krise steckt. In Deutschland soll die Wirtschaft nur noch mit einem Tempo von 0,8 % pro Jahr steigen.

Verantwortlich dafür ist unter anderem die Autoindustrie. Das Wachstum hier bricht in sich zusammen. Mit 800.000 Arbeitsplätzen ist die Industrie zudem ein Treiber für die gesamte Volkswirtschaft. Insofern ist hier das Risiko eines Crashs relativ groß.

Das Bruttoinlandsprodukt in der EU: Ohnehin nahe 0 %….

Quelle: Eurostat/Finanzen.net

Im Chart sehen Sie, dass die Konjunktur innerhalb der Euro-Zone ohnehin nicht so robust ist, wie viele Ökonomen sich dies wünschen würden. Die Konjunkturdaten sind im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 nach unten gerutscht. Dann aber pendelten sich die Wachstumsziffern auf iedrigem Niveau ein und verharren auf diesem Level.

Dennoch und gerade deshalb gilt trotz aller ungünstigeren Daten: Noch wächst die Wirtschaft. Die Zinsen sind niedrig, wie beschrieben. Also ist die Wirtschaft unter dem Strich in einer besseren Verfassung als etwa deflationsgeplagte Volkswirtschaften wie Japan es lange Zeit war. Und solange die Wirtschaft wächst, werden Unternehmen Geld verdienen, ausschütten und somit auch wertvoller. Oder: Die Börsen dürften weiterhin steigen, auch wenn das Wachstumstempo möglicherweise nachlässt.

Ich erinnere auch an den Hinweis zu „Dividenden“, den Sie in der vergangenen Ausgabe lesen konnten. Wir werden in Deutschland einen neuen Rekord sehen. 56 Mrd. Euro werden ausgeschüttet, wenn die Unternehmen auf deren Hauptversammlungen den Vorschlägen des Vorstands jeweils zustimmen.

Weltweit sind die Dividenden zudem weiterhin extrem hoch. 2018 waren es, wie zuletzt beschrieben, 14 Billionen Dollar.

Steigende Dividenden aber werden die Kurse in den kommenden Monaten in der Regel stabilisieren.

Investitionen lohnen sich weltweit….

Dabei lohnen sich aus meiner Sicht die Investitionen sogar weltweit. Nicht nur im Dax, in den wir allesamt gerne investieren, weil wir die betreffenden Unternehmen kennen und verfolgen. Die folgende Grafik soll zeigen, was in den vergangenen fünf Jahren möglich war – und was nicht.

Weltweite Investitionen: Dax und Dow Jones triumphieren

Quelle: www.finanzen.net

Im Chart sehen Sie allerdings vor allem zwei Sieger für den Zeitraum von fünf Jahren: Den Dow Jones und den Dax. Der Euro Stoxx 50 funktioniert bei weitem nicht so gut und ist seit fünf Jahren mehr oder weniger im Seitwärtstrend. Wer auf andere sogenannte Assets setzte, musste sogar teils Verluste hinnehmen.

Der Goldpreis konnte sich nur mühsam auf dem Niveau halten, das er vor fünf Jahren als Startpunkt anbot. Die Notierungen des Dollars sind – gemessen in Euro – sogar kräftig gesunken. Dies ist insofern erstaunlich, als der Dollar selbst mit höheren Zinsen in den USA an sich wertvoller sein sollte als der Euro.

Schließlich ist auch der Ölpreis – hier der Sorte Brent – in den vergangenen fünf Jahren sogar gesunken. Wer auf diesen Rohstoff oder auf Rohstoffe insgesamt setzte, musste daher fallende Notierungen in Kauf nehmen. Rohstoffe halte ich unverändert für eine der riskanteren Anlageklassen, in die ich in diesen Tagen nicht investieren werde.

Deshalb lohnt es sich weiterhin, dass Sie sich auf

a) Aktien konzentrieren und

b) hier vor allem auf die Werte in Deutschland und in den USA fokussieren. Diese sind im Trendvergleich langfristig die eindeutig stärksten Werte.

Aktien-Investitionen würde ich an Ihrer Stelle aufgrund der Wirtschaftsdaten in der Euro-Zone sowie auf Basis der bisherigen Daten daher vor allem in Deutschland und in den USA vornehmen, auch als Fonds-Investor.

Verzichten Sie aktuell auf Investitionen in breit anlegende Indizes wie den MSCI World, in dem sich mehr als 1.000 verschiedene weltweit agierende Unternehmen tummeln. Das Risiko der zu breiten Streuung ist aus meiner Sicht viel zu groß.

Noch einmal wie stets betone ich die aktuell wichtige und richtige Strategie.

Die richtige Strategie

Diese Regeln gelten auch nach dem ersten Quartal 2019, das sehr stark lief:

  1. Kaufen und halten Sie einen Großteil Ihrer Fonds für einen längeren Zeitraum. Viele Investoren halten ihre Fonds/ETFs weniger als ein Jahr.
  2. Kaufen Sie Fonds, die in stabile Märkte investieren. Aktuell ist dies nicht mehr der MSCI World, sondern vor allem der Dax oder der Dow Jones bzw. der S&P 500. Meiden Sie kleinere Märkte wie Schwellenländer – es sei denn, Sie wollen renditebewusst und unabhängig von den Risiken „traden“.
  3. Achten Sie auf die Kosten bei Fonds. Versteckte Kosten, etwa sogenannte Performance-fees, lehne ich ab. Es gibt immer kostengünstige Alternativen.
  4. Kaufen Sie wenn möglich Fonds, die – wenn Sie hier die Wahl haben – die Dividenden behalten, also „thesaurieren“. Damit nutzen Sie den Zins- und Zinseszinseffekt der Wiederanlage perfekt aus.

Schlichtes Investment: Der „Dax“

Deshalb dürfte es sich auch lohnen, zunächst schlicht auf den Dax zu setzen. Der ETF kann in den kommenden Wochen sein Gap gegen über den anderen großen Indizes wie in den USA etwas stärker schließen. Der Dax hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,5 bis 13 und ist damit historisch noch relativ günstig.

Die Unterschiede zu den Zinsen auf den Anleihemärkten sind noch größer als etwa in den USA. Und die Dividendenrendite im Dax ist mit mehr als 3,2 % recht groß.

Der „iShres Core Dax UCITS ETF (DE) – „thesaurierend“

Quelle: www.finanzen.net

Der ETF ist in den vergangenen Jahren analog zum Dax verlaufen. Die wichtigsten Vorteile:

  • Die Ausschüttungen (Dividenden) werden „thesauriert“. Dies erspart Ihnen die Aufwendungen für die Wiederanlage der Ausschüttungen.
  • Die Kosten sind niedrig. Die „TER“, die Total-Expense-Ratio, liegt mit 0,16 % nahe der Nullgrenze. Sie verlieren demnach kaum Geld durch die Anlage, wenn Sie diese mit Aktien-Investitionen vergleichen.
  • Der „Spread“, der Unterschied zwischen den An- und Verkaufskosten, ist gering. Sie können hier aus meiner Sicht nicht nur langfristig, sondern auch mittelfristig investieren, ohne zu hohe Gebühren zu kaufen.

Zudem wird der Fonds jederzeit gehandelt. Das Fondsvolumen garantiert, dass Sie in den kommenden Wochen und Monaten stets Anteile kaufen und verkaufen können, ohne hier einen engen Markt befürchten zu müssen.

Ausschüttungen (Dividenden) attraktiv

Die Dividenden entsprechen denen des Dax. Damit erhalten Sie auf Basis der aktuellen Kurse eine Dividendenrendite von etwa 3,1 % bis 3,2 %.

Zu den Renditedaten….

  • Über drei Monate hat der ETF eine Rendite von 10,6 % erzielt. Die Entwicklung innerhalb von sechs Monaten ist in etwa neutral. Im laufenden Jahr ging es um 13 % nach oben.
  • Die Volatilität (Schwankungsbreite) des ETFs liegt über sechs Monate bei 21,5 %. Sie ist damit relativ niedrig, allerdings nicht zu vernachlässigen. Die Volatilität ist bezogen auf ein Jahr mit 15,4 % recht niedrig und in zwei Jahren mit 13,3 % sogar niedrig.

Da der ETF lediglich den Dax abbildet, können Sie diesen Fonds langfristig im Depot belassen. Ich würde stets Stop-Loss-Kurse setzen, die in etwa 20 % unter dem aktuellen Kurs verlaufen.

Ihr

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